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WCAG 2.0
Teil 5: Schriftgr├Â├čen und Skalierbarkeit

25.08.2008

Welche Anforderungen stellen die WCAG 2.0 an die Skalierbarkeit von Webseiten und was wird sich diesbez├╝glich voraussichtlich im BITV-Test ├Ąndern?

Auf dieser Seite:

Die Anforderungen nach WCAG 1.0 und BITV-Test

Die WCAG 1 befassen sich in Checkpunkt 3.4 mit der Skalierbarkeit von Schrift. Verlangt wird die Nutzung von relativen Ma├čeinheiten wie % oder em, sowohl f├╝r die Schrift als auch f├╝r Spaltenbreiten und andere Layoutelemente. Der Checkpunkt ist eher technisch ausgerichtet, er sagt nicht, um wie viel Prozent der Benutzer die Schrift problemlos vergr├Â├čern k├Ânnen muss. Zudem sichert die Nutzung von relativen Ma├čeinheiten, insbesondere die Festlegung von Spaltenbreiten in %, allein noch nicht die Skalierbarkeit - bei ungeschickter Umsetzung kann es bei Vergr├Â├čerung schnell zu ├ťberlappungen und abgeschnittenen Inhalten kommen.

Im BITV-Test ist daher in zwei Pr├╝fschritten genauer festgelegt, was das Layout in Sachen Skalierbarkeit leisten muss:

In Pr├╝fschritt 3.4.1 wird gepr├╝ft, ob die Schrift in allen Browsern durch den Benutzer skalierbar ist (also ob relative Ma├čeinheiten wie em oder % genutzt werden) und ob alle Inhalte auch bei vergr├Â├čerter Schrift sichtbar und lesbar bleiben (sich also nichts ├╝berlappt oder abgeschnitten wird). Gepr├╝ft wird in zwei festgelegten Browsern: Internet Explorer 6 und Firefox 1.5. Auch die Gr├Â├če des Browserfensters ist festgelegt: es wird bei einer Fenstergr├Â├če von 800x600 gepr├╝ft, wobei in Firefox 2 Mal skaliert wird (entspricht einer Vergr├Â├čerung von 150%) und im Internet Explorer die Schriftgr├Â├če auf "sehr gro├č" eingestellt wird. Um den Pr├╝fschritt zu erf├╝llen, m├╝ssen alle Schriften mitwachsen und es darf nicht zu ├ťberlappungen oder abgeschnittenen Texten kommen. Eine Mindestschriftgr├Â├če gibt es nicht.

In Pr├╝fschritt 3.4.2 wird die Brauchbarkeit des Layouts bei niedriger Aufl├Âsung beziehungsweise schmalen Browserfenstern gepr├╝ft. Um den Pr├╝fschritt voll zu erf├╝llen, muss das Layout bei 800x600 ohne Querscrollbalken und ohne abgeschnittene oder sich ├╝berlappende Inhalte angezeigt werden. Bei 640x480 m├╝ssen die einzelnen Spalten bei 640x480 ohne zeilenweises Querscrollen nutzbar sein.

Die Anforderungen nach WCAG 2.0

Auch die WCAG 2.0 verlangen, dass alle Schriften ohne Informationsverlust skalierbar sind. Wie im BITV-Test wird keine Mindestschriftgr├Â├če f├╝r das Default-Layout gefordert.

Erfolgskriterium 1.4.4 (Resize Text) verlangt, dass die Schrift um 200% vergr├Â├čert werden kann - unabh├Ąngig von der Breite des Browserfensters. Dabei m├╝ssen Websites nicht zwingend die browsereigene Schriftvergr├Â├čerungsfunktion unterst├╝tzen, sie k├Ânnen stattdessen auch eigene Styleswitcher beziehungsweise Schriftgr├Â├čenregler anbieten.

Die Nutzbarkeit des Layouts bei niedriger Aufl├Âsung und schmalen Browserfenstern wird auf Level AA gar nicht gepr├╝ft. Auf Level AAA verlangt Erfolgkriterium 1.4.8 eine (beispielsweise ├╝ber einen Styleswitcher w├Ąhlbare) Version des Layouts mit einer maximalen Zeilenbreite von 80 Zeichen, die in einem "full-screen window" um 200% vergr├Â├čert werden kann, ohne dass es zu Querscrollbalken kommt. Ein "Full-screen window" wird definiert als ein maximiertes Fenster auf einem Desktop- oder Laptop-Display mit dem ├╝blichsten Format.

Hintergrund

Grunds├Ątzlich gibt es f├╝r die vergr├Â├čerte Darstellung einer Webseite zwei Alternativen:

1. Zoomen

Wie mit einem Kopierger├Ąt wird die gesamte Webseite vergr├Â├čert oder verkleinert. Der gro├če Vorteil: Die Gestaltung, insbesondere die Anordnung bleibt gleich, es kann nicht passieren, dass ein Inhalt (etwa ein langes Wort) zu gro├č wird und nicht mehr in die Spalte hineinpasst.

Und ein weiterer Vorteil aus Sicht des Webanbieters: er muss sich (zumindest theoretisch) um nichts k├╝mmern. Denn die proportionale Vergr├Â├čerung aller Seiteninhalte kann der Browser eigentlich selbst erledigen. Opera bietet sie schon seit Jahren an, der Internet Explorer und Firefox in den neueren Versionen auch. Allerdings ber├╝cksichtigt Firefox beim Zoomen via CSS festgelegte Maximalbreiten, werden diese falsch gew├Ąhlt, kann es also trotz Zoomfunktion zu ├ťberlappungen kommen.

Der Nachteil der Zoom-L├Âsung: der ├ťberblick kann verloren gehen. Je nach Gr├Â├če des verf├╝gbaren Browserfensters wird unter Umst├Ąnden nur ein recht kleiner Ausschnitt angezeigt. Und es kann passieren, dass Flie├čtext f├╝r das verf├╝gbare Browserfenster zu breit ist. Dann muss bei jeder einzelnen Zeile der Bildschirmausschnitt nach rechts und wieder zur├╝ck verschoben werden, fl├╝ssiges Lesen ist unm├Âglich. Daher die zweite Alternative:

2. Reine Schriftvergr├Â├čerung

Nur die Schrift wird vergr├Â├čert, die Breite von Spalten oder K├Ąsten bleibt gleich. Text wird neu umgebrochen, so dass in der Breite keine Anpassung n├Âtig ist. In vielen F├Ąllen ist das die ├╝bersichtlichere L├Âsung. Horizontales Scrollen ist nicht n├Âtig, denn die Seite w├Ąchst nur nach unten.

Der Nachteil der Umbruch-L├Âsung: der vergr├Â├čerte Inhalt passt unter Umst├Ąnden nicht mehr zu dem in der Breite unver├Ąnderten Layout. Einzelne W├Ârter sind zu lang, es kommt zu ├ťberlappungen oder abgeschnittenen Inhalten. Oder Flie├čtext ist nicht mehr gut lesbar, weil mehr oder weniger nach jedem Wort umgebrochen werden muss. Bei neuen Inhalten muss im Prinzip immer aufgepasst werden, ob sie auch vergr├Â├čert in die vorgegebenen Breiten passen. Die reine Schriftvergr├Â├čerung st├Â├čt so schnell an Grenzen, mehrspaltige Layouts k├Ânnen nur um den Preis zu kleiner Ausgangsschriften oder breiter Spalten und damit eines sehr breiten Gesamtlayouts realisiert werden.

Konsequenz

Sowohl die Zoom-L├Âsung also auch die reine Schriftvergr├Â├čerung haben also jeweils Vor- und Nachteile. Daher wird oft versucht, sie zu kombinieren. Ein Beispiel daf├╝r ist die neue Zoom-Funktion in Firefox, die vom Webdesigner im Stylesheet festgelegte Maximalbreiten ber├╝cksichtigt - das Layout also ab einem bestimmten Punkt nicht weiter vergr├Â├čert, sondern nur noch die Schrift (dadurch kann es allerdings nat├╝rlich zu ├ťberlappungen von Inhalten kommen, wenn die Maximalbreiten zu knapp gew├Ąhlt sind).

Oder aber beide Alternativen werden unterst├╝tzt, denn von Fall zu Fall ist mal das Zoomen und mal die reine Schriftvergr├Â├čerung besser zu nutzen. Firefox und Internet Explorer bieten in den aktuellen Versionen beide M├Âglichkeiten an, der Nutzer kann also wahlweise das gesamte Layout proportional zur Schrift vergr├Â├čern oder nur die Schrift.

Bewertung

Wie ist vor diesem Hintergrund der Ansatz der WCAG 2 zu bewerten?

Richtig ist der Verzicht der WCAG 2 auf eine festgelegte Mindestschriftgr├Â├če. Denn es gibt keine f├╝r alle Nutzer passende Schriftgr├Â├če. Gro├če Schrift beansprucht mehr Platz und verschlechtert die ├ťbersicht. F├╝r Barrierefreiheit entscheidend ist, dass die Schriftgr├Â├če nach Bedarf ver├Ąndert werden kann.

Die geforderte Vergr├Â├čerbarkeit um 200% ist sehr hoch. Durch reine Schriftvergr├Â├čerung unter Beibehaltung der Spaltenbreiten kann sie kaum erf├╝llt werden. Anders beim Zoomen, damit sind auch extreme Vergr├Â├čerungen problemlos m├Âglich. Da wie gesagt die g├Ąngigen Browser mittlerweile Zoom-Funktionen anbieten, wird also auf Level AA eigentlich nur gefordert, dass die Website diese Funktion unterst├╝tzt. Das ist im Internet Explorer und in Opera normalerweise schon ohne Zutun des Webdesigners erf├╝llt, nur in Firefox muss wegen der Ber├╝cksichtigung von im CSS festgelegten Maximalbreiten aufgepasst werden, dass es bei starker Vergr├Â├čerung nicht zu ├ťberlappungen kommt.

Anstelle der Unterst├╝tzung der Vergr├Â├čerungsfunktionen der Browser akzeptieren die WCAG 2 auch seiteneigene Vergr├Â├čerungsfunktionen. Das ist bei Webseiten nicht nachvollziehbar, denn normalerweise sollte es kein Problem sein, die Browser-Zoom-Funktion zu unterst├╝tzen. Schriftgr├Â├čen-Regler oder Styleswitcher auf der Seite geben die Verantwortung st├Ąrker an den Benutzer ab: er muss auf jeder Website erst einmal den Regler finden und ausprobieren, welche Einstellung f├╝r ihn am besten ist, statt einfach einmal in seinem Browser den f├╝r ihn passenden Vergr├Â├čerungsgrad einzustellen.

Eine reine Schriftvergr├Â├čerungsm├Âglichkeit, die sicherstellt, dass auch stark vergr├Â├čerter Text ohne zeilenweises Scrollen gelesen werden kann, wird nur auf Level AAA gefordert. Das ist bedauerlich, denn diese Funktion ist f├╝r Menschen mit Sehbehinderungen wichtig.

Die WCAG 2 verlangen sie auch hier nicht zwingend f├╝r das Default-Layout, sie kann auch ├╝ber ein zus├Ątzliches, via Styleswitcher ausw├Ąhlbares einspaltiges Layout angeboten werden. Das ist sicher nicht falsch, denn man kann den Standpunkt vertreten, dass Anordnung auf dem Bildschirm und Gr├Â├če der darzustellenden Inhalte zusammengeh├Âren.

Was wird sich im BITV-Test ├Ąndern?

Wie bisher wird gepr├╝ft, ob die Webseite in den beiden g├Ąngigen Browsern variabel zu nutzen ist. Allerdings werden beim Testen die jeweils neueren Versionen von Firefox und Internet Explorer zum Einsatz kommen (Firefox 3 und Internet Explorer 7).

Getestet wird voraussichtlich Folgendes:

  1. Zoombarkeit um 200 Prozent bei einer Fenstergr├Â├če von 1024x768 im Internet Explorer und in Firefox mit der jeweils browsereigenen Zoomfunktion.
  2. Die neue BITV sollte auch die in den WCAG 2 nur auf Level AAA geforderte reine Schriftvergr├Â├čerung einbeziehen, die das Lesen aller Texte ohne zeilenweises Querscrollen erm├Âglicht. Entsprechend wird dann im BITV-Test gepr├╝ft, ob bei einer reinen Schriftvergr├Â├čerung von 200% (beziehungsweise "sehr gro├č" im Internet Explorer) und einer Fenstergr├Â├če von 1024x768 jede Spalte einzeln in ihrer ganzen Breite in das Fenster passt und alle Inhalte ohne ├ťberlappungen lesbar bleiben. Alternativ wird hier auch ein entsprechendes (zum Beispiel einspaltiges) Alternativlayout akzeptiert.
  3. Nicht mehr gepr├╝ft wird, ob das Layout ohne Schriftvergr├Â├čerung bei 800x600 beziehungsweise 640x480 nutzbar ist. Das waren zwar durchaus sinnvolle Anforderungen, denn f├╝r weniger stark Sehbehinderte kann die Kombination aus gro├čem Bildschirm und niedriger Aufl├Âsung eine gute Alternative zu Vergr├Â├čerungssoftware sein. Derma├čen niedrige Aufl├Âsungen sind aber in der Praxis kaum noch nutzbar, zudem hat die Anforderung in den WCAG 2 keine rechte Grundlage mehr.

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Kommentare zu diesem Artikel

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