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Abk├╝rzungen auszeichnen?

18.05.2006

Abk├╝rzungen erschweren das Verst├Ąndnis von Fachtexten oder beh├Ârdlichen Schreiben. Zu den bekanntesten Anforderung der Barrierefreiheit geh├Ârt daher die Auszeichnung von Abk├╝rzungen.

Bei barrierefreien Webangeboten f├Ąllt sie oft als Erstes ins Auge. Die Abk├╝rzungen sind markiert, wenn man den Mauszeiger auf die Markierung bewegt, erscheint ein Tooltip mit der ausgeschriebenen Form.

Der Artikel erkl├Ąrt, unter welchen Voraussetzungen die Ausschreibung von Abk├╝rzungen hilfreich ist und was zu tun ist, um die Vorlesbarkeit und Verst├Ąndlichkeit von Abk├╝rzungen sicherzustellen.

Die Abschnitte des Artikels:

BITV und WCAG zur Auszeichnung von Abk├╝rzungen

Zun├Ąchst: worum genau geht es bei der Auszeichnung von Abk├╝rzungen?

BITV

Bedingung 4.2 der BITV sagt:

Abk├╝rzungen und Akronyme sind an der Stelle ihres ersten Auftretens im Inhalt zu erl├Ąutern und durch die hierf├╝r vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache kenntlich zu machen.

Quelle: http://www.bik-online.info/info/gesetze/bitv/anlage_1.php

Genau genommen sind das zwei Forderungen:

  • Abk├╝rzungen sollen erl├Ąutert werden,
  • Abk├╝rzungen sollen durch Markup kenntlich gemacht werden.

Die erste Forderung macht Sinn: wenn Abk├╝rzungen dem Leser nicht vertraut sind und ihre Bedeutung f├╝r das Verst├Ąndnis wichtig ist, sind entsprechende Erl├Ąuterungen angesagt. Gebraucht werden die Erl├Ąuterungen dort, wo eine Abk├╝rzung zum ersten Mal verwendet wird. Sie sind eine wichtige Bedingung von Barrierefreiheit, allerdings vielleicht eher ein Thema f├╝r Anforderung 14.

Die zweite Forderung ist weniger klar: welchen Nutzen hat die alleinige Auszeichnung von Abk├╝rzungen, also die Kennzeichnung durch abbr oder acronym f├╝r die Barrierefreiheit? Man k├Ânnte sie verwenden, um unterschiedliche Aussprachen vorzugeben, um zu sagen, ob eine Abk├╝rzung wie ein Wort ausgesprochen oder buchstabiert werden soll. Aber wie das genau funktionieren soll, ist offen. Tragf├Ąhige Vorgaben f├╝r eine derartige Nutzung von Auszeichnungen gibt es bislang nicht.

WCAG 1.0

Webangebote, die Abk├╝rzungen auszeichnen, folgen auch meist nicht den beiden Anforderungen der BITV-Bedingung 4.2. Sie orientieren sich an dem entsprechenden Checkpunkt 4.2 der WCAG 1.0:

Spezifizieren Sie die Ausschreibung jeder Abk├╝rzung und jedes Akronyms an der Stelle des ersten Auftretens.
Zum Beispiel: Verwenden Sie in HTML das "title"-Attribut der Elemente ABBR und ACRONYM. Wenn die Ausschreibung im Dokument selbst angegeben wird, verbessert das auch die Verwendbarkeit.

Quelle: http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html#tech-expand-abbr

Drei Punkte sind wichtig bei diesem Checkpunkt:

  1. Jede Abk├╝rzung soll (beim ersten Auftreten) ausgeschrieben werden.
  2. Es geht nicht um die Erl├Ąuterung, sondern um das Ausschreiben von Abk├╝rzungen.
  3. Das title-Attribut kann daf├╝r verwendet werden.

Auch in Deutschland folgen viele barrierefreie Webangebote diesem Konzept der WCAG 1.0 und nicht der etwas unklaren Vorgabe der BITV. Beim ersten Auftreten von Abk├╝rzungen wird im title-Attribut die Ausschreibung angegeben. Im Folgenden soll der Nutzen einer solchen Ausschreibung von Abk├╝rzungen besprochen werden. Anhand von 4 F├Ąllen soll gezeigt werden, weshalb der Vorschlag der WCAG 1.0 nicht in die richtige Richtung geht und die Barrierefreiheit nicht voran bringt.


Fall 1: Abk├╝rzungen der Schriftsprache

Abk├╝rzung und ausgeschriebene Form sind dem Leser vertraut.

Das betrifft haupts├Ąchlich die abgek├╝rzt geschriebenen W├Ârter der Alltagssprache. Zum Beispiel Abk. f├╝r Abk├╝rzung, Abb. f├╝r Abbildung, Nr. f├╝r Nummer. Man setzt einen Punkt und spart daf├╝r Buchstaben ein. Es gibt eine Vielzahl solcher Einspar-Abk├╝rzungen. Praktisch sind sie, wenn (in Kleinanzeigen oder Anschriftfenstern) der Platz knapp ist oder wenn man beim Schreiben ein wenig Zeit sparen will.

Macht es Sinn, die Ausschreibung solcher Abk├╝rzungen anzugeben?

Die meisten Einspar-Abk├╝rzungen sind auch au├čerhalb von Fachtexten verbreitet, sie sind dem Leser vertraut. Und nicht nur das: der Leser wei├č auch, f├╝r welche Ausschreibung sie stehen. Das liegt an der Besonderheit dieser Art von Abk├╝rzungen: sie werden nur geschrieben und gelesen, gesprochen wird die Ausschreibung. Abk├╝rzung und Ausschreibung sind quasi parallel im Gebrauch. Die Angabe der ausgeschriebenen Form ist also - bei gel├Ąufigen Abk├╝rzungen, f├╝r mit der Schriftsprache vertraute Leser - ├╝berfl├╝ssig, sie hat keinen Nutzen.

Unterst├╝tzung von weniger ge├╝bten Lesern

Aber vielleicht will das Webangebot auch weniger ge├╝bte Leser ansprechen. Leser also, die mit den Abk├╝rzungen der Schriftsprache nicht vertraut sind und die (auch gesprochene) Ausschreibung besser verstehen.

F├╝r sie ist die Angabe der ausgeschriebenen Form eine sinnvolle Unterst├╝tzung. Fragt sich nur, warum dann nicht gleich die einfacher zu lesende Ausschreibung an Stelle der Abk├╝rzung verwendet wird. Denn Platzprobleme gibt es im Internet nicht. Und einen anderen Vorteil haben die Abk├╝rzungen der Schriftsprache nicht: Sie stehen f├╝r kurze Wortfolgen, ihr Ersatz durch die Ausschreibung hat nur geringe Auswirkungen auf den Gesamtumfang von Texten oder auf die L├Ąnge und ├ťberschaubarkeit einzelner S├Ątze. Und klar ist auch: Leichter macht der erforderliche Abruf von im title-Attribut notierten Ausschreibungen das Lesen ganz sicher nicht.

Die bessere Alternative ist daher, bei allgemein ausgerichteten Texten die Abk├╝rzungen der Schriftsprache zu vermeiden. Texte, die sich auch an unge├╝bte Leser richten, sollten die nur in der geschriebenen Form ├╝blichen Abk├╝rzungen durch ihre Ausschreibung ersetzen.

Seltene Einspar-Abk├╝rzungen

Manche Einspar-Abk├╝rzungen sind auch nicht so allgemein verbreitet. Meist stehen sie f├╝r lateinische W├Ârter: vs. f├╝r versus/gegen, e.a. f├╝r et altri/und andere. Zu Hause sind sie vor Gericht oder in gebildeten Kreisen. Auch hier macht die Angabe der ausgeschriebenen Form Sinn. Oder genauer gesagt: die deutschsprachige Angabe der Bedeutung der Abk├╝rzung. Denn es w├Ąre abwegig, die Allgemeinverst├Ąndlichkeit eines Fachtextes durch lateinische Ausschreibungen voranzubringen.

Und wie bei der Unterst├╝tzung unge├╝bter Leser gilt auch f├╝r die seltenen Einspar-Abk├╝rzungen: das Mittel der Wahl ist die Ausschreibung und Erl├Ąuterung sicher nicht. Einfacher und barrierefreier ist die Vermeidung von nicht (mehr) allgemein gebr├Ąuchlichen Einspar-Abk├╝rzungen. Texte, die allgemein verst├Ąndlich sein sollen, verwenden sie nicht.

Unterst├╝tzung von Screenreadern

Wie steht es mit der Vorlesbarkeit der Einspar-Abk├╝rzungen? Sie sollen nicht wie geschrieben vorgelesen werden, der Screenreader muss die Abk├╝rzung der Schreibform also durch die Ausschreibung ersetzen. Das ist bei g├Ąngigen, zur Sprache geh├Ârigen Abk├╝rzungen auch normalerweise kein Problem. Auf Basis eines entsprechenden Lexikons werden die abgek├╝rzt geschriebenen W├Ârter richtig ausgesprochen.

Schwierig ist nur der Umgang mit Abk├╝rzungen, die f├╝r mehrere Ausschreibungen stehen k├Ânnen. Die richtige Ausschreibung muss ausgew├Ąhlt werden. F├╝r den menschlichen Leser ist das kein Problem, er kennt den Zusammenhang, aus dem hervorgeht, f├╝r welches Wort die Abk├╝rzung steht. Vorleseprogramme k├Ânnen das nicht, bestenfalls kann anhand von Wahrscheinlichkeiten richtig geraten werden. Technische L├Âsungen f├╝r derartige F├Ąlle stehen nicht zur Verf├╝gung. Das title-Attribut ist nicht ausschlie├člich f├╝r abweichende Ausschreibungen vorgesehen und daher ungeeignet. F├╝r blinde Benutzer gilt also wie f├╝r die Unterst├╝tzung von Benutzern mit eingeschr├Ąnkter Schriftsprachkompetenz:

Abk├╝rzungen der Schriftform sollten durch ihre Ausschreibung ersetzt werden. Eine brauchbare Alternative zum Verzicht auf diese Abk├╝rzungen gibt es nicht.


Fall 2: Abk├╝rzungen der Alltagssprache

Der Leser kennt nur die Abk├╝rzung. Die ausgeschriebene Form ist ihm nicht vertraut.

In diesem Fall geht es um Abk├╝rzungen, die in den Sprachgebrauch eingegangen sind, also nicht nur geschrieben, sondern auch gesprochen werden. Diese Abk├╝rzungen ersetzen nicht ein paar Buchstaben, sie stehen in der Regel f├╝r l├Ąngere Wortfolgen. Ihr Vorteil liegt nicht allein im Einsparen von Platz oder Schreibzeit. Sondern sie vereinfachen auch das Verst├Ąndnis von gesprochenen oder geschriebenen S├Ątzen.

Und weil das so ist, weil sie so n├╝tzlich sind, haben solche Abk├╝rzungen die Tendenz, ihre Ausschreibung zu ersetzen. Am Anfang, wenn sie neu sind, ist noch bekannt, wof├╝r sie stehen. Mit der Zeit, auch mit der ├ťbernahme in andere Sprachen geht dieser Zusammenhang aber verloren. Die Abk├╝rzung tritt an die Stelle der Ausschreibung, sie steht nicht mehr f├╝r die Ausschreibung, sondern f├╝r die Sache selbst.

Beispiele f├╝r Abk├╝rzungen, die ihre Ausschreibung ersetzt haben:

  • CD f├╝r Compact Disc,
  • NATO f├╝r North Atlantic Treaty Organisation,
  • Radar f├╝r Radio Detection And Ranging,
  • Modem f├╝r Modulator/Demodulator
  • PDF f├╝r Portable Document Format.

Ist es n├Âtig, die ausgeschriebene Form solcher Abk├╝rzungen anzugeben?

Die Angabe der Ausschreibung ist informativ, gerade bei Abk├╝rzungen wie Radar, die sich schon lange selbst├Ąndig gemacht haben, deren Ausschreibung daher weithin unbekannt ist. Sie ist aber - aus dem selben Grund - auch ├╝berfl├╝ssig. Die Abk├╝rzungen stehen selbst f├╝r die Sache, sie sind selbst die Begriffe oder Namen, unter denen die Sache bekannt ist. Man muss die Ausschreibung nicht kennen.

Sicher: die ausgeschriebene Bedeutung von in den Sprachgebrauch eingegangenen Abk├╝rzungen kann interessant sein. Es kann sein, dass sich anhand der ausgeschriebenen Bedeutung gut erkl├Ąren l├Ąsst, worum es geht. Die Bedeutung von W├Ârtern ├Ąndert sich, die Angabe der ausgeschriebenen Form kann zeigen, wo ein Name oder Begriff urspr├╝nglich herkommt. Auch das ist vielleicht aufschlussreich.

Aber klar sollte sein: aus Sicht der Barrierefreiheit gibt es keinen guten Grund, dem Autor oder seinen Lesern die Auseinandersetzung mit f├╝r das Verst├Ąndnis nicht relevanten Ausschreibungen aufzuzwingen. Den Leser, der wei├č, was eine CD ist, muss man nicht mit "Compact Discs" behelligen. Und dem Leser, der die Abk├╝rzung nicht kennt, hilft auch die ausgeschriebene Form nicht weiter. Aber das ist schon der dritte Fall:


Fall 3: Abk├╝rzungen fremder Fachgebiete

Der Leser kennt weder die Abk├╝rzung noch die ausgeschriebene Form.

Der Unterschied zu Fall 2: die Abk├╝rzung stammt aus einem Fachgebiet, das dem Leser nicht vertraut ist. Klar ist also: wenn dieser Leser den Text verstehen soll, sind Erl├Ąuterungen angesagt. Aber hilft die Ausschreibung weiter?

Beispiel: technischer Fachtext

Auch sind z. B. einige E-Mail-Programme noch nicht in der Lage, HTML-Mails unter Nutzung von XHTML und CSS korrekt anzuzeigen.

Quelle: http://pfizer.de/hilfe/bwebsite.htm

Vier Abk├╝rzungen werden in dem Satz verwendet. Neben dem in Fall 1 schon besprochenen "z. B." die Abk├╝rzungen HTML, XHTML und CSS. F├╝r alle vier Abk├╝rzungen wird im title-Attribut die ausgeschriebene Form angegeben.

Webdesign-Fachleute wissen nat├╝rlich, wof├╝r die Abk├╝rzungen stehen. Sie brauchen die ausgeschriebene Form nicht. Aber es handelt sich um eine Hilfeseite, sie hat sicher auch andere Besucher. Erl├Ąuterungen zur Bedeutungen der Abk├╝rzungen sind also nicht verkehrt.

Das Problem dabei: die ausgeschriebene Form hilft nicht weiter. Denn sie ist selbst aus Fachbegriffen zusammengesetzt. Wer nicht wei├č, was HTML oder CSS ist, kennt auch die Begriffe der ausgeschriebenen Form nicht. Es scheint so, als w├╝rde etwas getan f├╝r Besucher, die nicht vom Fach sind, die Anzeige der Ausschreibung erweckt diesen Eindruck. Ihr tats├Ąchlicher Nutzen ist aber gering, sie ist als Erl├Ąuterung der Abk├╝rzung nicht geeignet.

Wer die Abk├╝rzung nicht kennt, kann auch mit der Ausschreibung nichts anfangen. Das ist die Regel bei g├Ąngigen Abk├╝rzungen f├╝r Fachbegriffe. Die ausgeschriebene Form hilft nicht weiter, sie ist als Erl├Ąuterung nicht geeignet oder jedenfalls nicht ausreichend.

Wenn es darum geht, Texte f├╝r Leser verst├Ąndlich zu machen, die nicht vom Fach sind, muss also ├╝berlegt werden:

  1. Kann der Leser mit den Begriffen, f├╝r die eine Abk├╝rzung steht, etwas anfangen? Hat die Angabe der ausgeschriebenen Form also ├╝berhaupt irgend einen Nutzen? Und wenn das der Fall ist:
  2. Ist die ausgeschriebene Form als Erl├Ąuterung ausreichend?

Womit wir beim vierten Fall sind:


Fall 4: Abk├╝rzungen f├╝r Organisationen oder Verordnungen

Der Leser kennt die Abk├╝rzung nicht. Die Bedeutung der Begriffe, f├╝r die sie steht, ist ihm aber vertraut.

Das ist sehr h├Ąufig bei Abk├╝rzungen f├╝r Organisationen oder Verordnungen der Fall. Die Organisation oder Verordnung ist dem Leser nicht bekannt, ihre im Namen vorgetragene Zweckbestimmung ist ihm aber vertraut und verst├Ąndlich.

Beispiel: BITV

Heute wissen die meisten Fachleute, was BITV ist. Aber vor einigen Jahren war das noch anders. Die Verordnung und ihr Name war noch neu, es gab Leute, die mit den Begriffen "barrierefrei", "Informationstechnik" und "Verordnung" etwas anfangen konnten, mit der Abk├╝rzung BITV aber nicht. Und die Ausschreibung sagt im Fall der BITV auch recht gut, worum es geht, wof├╝r die Abk├╝rzung steht. Die Ausschreibung ist also als Erl├Ąuterung der Abk├╝rzung geeignet.

Nicht immer ist das der Fall. Zum Beispiel, weil die Abk├╝rzung nicht f├╝r die Zweckbestimmung steht, sondern f├╝r die Gr├╝nder der Organisation. Oder weil die Organisation ihre Zweckbestimmung ├Ąndert, ihren Namen aber beibeh├Ąlt. Klar ist aber: bei den Abk├╝rzungen f├╝r Organisationen oder Verordnungen ist die Ausschreibung als Erl├Ąuterung der Abk├╝rzung h├Ąufig geeignet.

Die Voraussetzungen:

  1. Die Abk├╝rzung ist dem Leser unbekannt.
  2. Die Abk├╝rzung steht f├╝r dem Leser vertraute Begriffe.
  3. Die ausgeschriebene Form ist aussagekr├Ąftig, sie macht klar, wof├╝r die Abk├╝rzung steht.
Title-Attribut?

Ist das also der Fall, in dem das Konzept der WCAG 1.0 angemessen ist? Soll man als Erl├Ąuterungen geeignete Ausschreibungen beim ersten Auftreten der Abk├╝rzung im title-Attribut erl├Ąutern?

Das title-Attribut ist f├╝r erg├Ąnzende Informationen gedacht. Genauere Vorgaben f├╝r seine Verarbeitung durch Browser oder Screenreader gibt es nicht.

  • Sein Inhalt ist f├╝r Tastaturnutzer nicht zug├Ąnglich.
  • Was Screenreader damit machen, ist nicht vorhersehbar.
  • Ausgedruckt wird er auch nicht.

F├╝r wichtige Informationen ist das title-Attribut daher nicht der beste Platz. Informationen, die f├╝r das Verst├Ąndnis des Textes gebraucht werden, geh├Âren in den Text.


Zusammenfassung

Es gibt f├╝r die Verst├Ąndlichkeit von Texten keine technischen L├Âsungen. Man muss ├╝berlegen, was beim Leser vorausgesetzt werden kann, welche Erl├Ąuterungen gebraucht werden. Die schematische Ausschreibung von Abk├╝rzungen im title-Attribut kann das nicht ersetzen.

Konkret bedeutet das:

  • Die Abk├╝rzungen der Schriftform sind ├╝berfl├╝ssig. In allgemein ausgerichteten Texten sollten sie durch die entsprechende ausgeschriebene Form ersetzt werden.
  • Bei vielen gebr├Ąuchlichen Abk├╝rzungen ist die Angabe der Ausschreibung f├╝r das Verst├Ąndnis nicht n├Âtig. Die Abk├╝rzung ist dem Leser oder H├Ârer gel├Ąufig. Man kann sie verwenden wie andere W├Ârter, die Ausschreibung wird nicht gebraucht.
  • Bei Abk├╝rzungen f├╝r dem Leser nicht vertraute Fachw├Ârter ist die Angabe der Ausschreibung f├╝r das Verst├Ąndnis nicht ausreichend. Gebraucht wird nicht die Ausschreibung, sondern eine Erl├Ąuterung des in der Abk├╝rzung gefassten Gegenstandes. Wenn der Text einf├╝hren soll, steht diese Erl├Ąuterung im Text selbst, wenn er sich auch an Fachleute richtet, in einem verlinkten Glossar.
  • In manchen F├Ąllen, haupts├Ąchlich bei Abk├╝rzungen f├╝r Organisationen und Verordnungen ist die Angabe der Ausschreibung von Abk├╝rzungen f├╝r das Verst├Ąndnis tats├Ąchlich n├╝tzlich und ausreichend. Dann sollte sie im Text stehen, das title-Attribut ist nicht der richtige Ort.

Interessante Links

Autor: Michael Zapp
Ver├Âffentlicht am 18.05.2006