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Test der Woche vom 31.05.2007
88 Punkte für die Fahrplanauskunft der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

31.05.2007

Heute starten wir eine neue Testreihe: In den kommenden Tests der Woche prüfen wir, wie zugänglich die Fahrplanauskünfte verschiedener städtischer Verkehrsbetriebe sind. Unser erster Testkandidat ist die Fahrplanauskunft der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die unter www.fahrinfo-berlin.de angeboten wird.

Abbildung der Startseite von www.fahrinfo-berlin.de

www.fahrinfo-berlin.de

Die Berliner Fahrplanauskunft ist Teil des Webangebots www.bvg.de, das wir bereits Ende 2005 im Test der Woche geprüft haben - damals mit dem gar nicht schlechten Ergebnis von 88,5 Punkten. Die unzugängliche Fahrplanauskunft hatten wir allerdings ausgeklammert. Seitdem ist einiges passiert, auch die Fahrplanauskunft macht inzwischen einen guten Eindruck. Sie punktet unter anderem mit einem recht gut strukturierten CSS-Layout, aussagekräftigen Alternativtexten und einer schön deutlichen Hervorhebung des Tastaturfokus.

Probleme haben wir vor allem in zwei Bereichen festgestellt: zum einen ist die Orientierung an einigen Stellen nicht ganz einfach, zum anderen ist die Datentabelle mit Details zur gesuchten Verbindung nicht optimal aufgebaut.

Thema Orientierung

Getestet haben wir drei Seiten: die Seite mit dem Formular zur Eingabe der Verbindungsanfrage, die Seite mit den Ergebnissen, und eine Zwischenseite, die erscheint, wenn die Verbindungsanfrage uneindeutig oder unvollständig war.

Vor allem bei dieser Zwischenseite gibt es Orientierungsprobleme, denn sie ähnelt zu stark dem zuvor abgeschickten Anfrageformular. Der Dokumenttitel ("BVG.de"), die Navigationsleisten, die Hauptüberschrift, die zwei Textabschnitte oberhalb des eigentlichen Formulars - alles bleibt genau gleich.

Im ungünstigsten Fall, wenn ein eher kleiner Bildschirmausschnitt angezeigt wird und weiter unten angeordnete Formularfelder ergänzt werden sollen, ist der sichtbare Seitenausschnitt vollkommen unverändert. Der unerfahrene Besucher versteht nicht, dass schon eine Antwort vorliegt, unternimmt einen neuen Sendeversuch.

Folgende Maßnahmen könnten die Orientierung erleichtern:

  • Die Fehlermeldungen sollten vor den Feldern stehen.
  • Der Dokumenttitel sollte sich von dem der ursprünglichen Anfrageseite unterscheiden, es sollte aus ihm hervorgehen, was da nun für eine Seite angezeigt wird.
  • Generell sollte die Seite deutlicher zeigen, dass nach dem Abschicken des ursprünglichen Formulars überhaupt etwas passiert ist und der Benutzer weitere Informationen eingeben muss. Hilfreich wäre zum Beispiel ein Zusatz zur Überschrift wie beispielsweise "Ergänzen Sie Ihre Angaben" im oberen Bereich der Seite.

Thema Datentabelle

Nach dem Abschicken des zweiten Formulars wird die gewünschte Verbindung in tabellarischer Form angezeigt. Die Datentabelle "Verbindungen - Detailansicht" ist aber leider nicht ganz leicht zu erfassen - und das nicht nur für Screenreadernutzer.

Die Informationen zu den einzelnen Reise-Etappen sind auf jeweils drei Zeilen verteilt. Die erste Zeile beschreibt den Startpunkt, die zweite das Verkehrsmittel, die dritte das Ziel. Es folgt eine Trennlinie, dann geht es weiter mit den nächsten drei Zeilen zur nächsten Station der Reise.

Diese Dreier-Aufteilung ist im Grunde nur visuell nachvollziehbar - und auch das nur, solange nicht das Stylesheet deaktiviert oder benutzerdefinierte Farben eingestellt werden, denn dann verschwindet die gliedernde Trennlinie zwischen den einzelnen Etappen.

Und wer sich als Screenreadernutzer beispielsweise die Infos zum Verkehrsmittel in der zweiten Zeile vorlesen lässt, versteht sicherlich nicht auf Anhieb, dass diese Information zur darüber liegenden Zeile mit den Angaben zur Haltestelle gehört.

Ein weiteres Problem: dieselbe Tabellenstruktur wird für sehr unterschiedliche Informationen verwendet. Die erste Zeile der Tabelle beschreibt eine Station, die zweite ein Verkehrsmittel. Das führt zu jeder Menge leerer Zellen, denn keine der für die Beschreibung von Stationen vorgesehenen Spaltenüberschriften (Lage, Gleis und so weiter) passt für die Beschreibung eines Verkehrsmittels. Und es hat zur Folge, dass die eigentliche Hauptinformation - welcher Zug bringt mich zur nächsten Station - in einer Spalte mit der nichtssagenden Überschrift "Bemerkungen" versteckt wird.

Verschiedene weitere Mängel

Wir haben beim Testen eine Reihe von weiteren Mängeln gefunden, viele davon sind schon häufig in Tests der Woche beschrieben worden, zum Beispiel:

  • Der Quellcode ist nicht valide, vereinzelt werden veraltete Elemente und Attribute verwendet.
  • Bei vergrößerter Schrift kommt es an einigen Stellen zu leichten Überlappungen.
  • Bei der Darstellung mit benutzerdefinierten Farben sind die kleinen Stadtplan-Icons wegen ihres transparenten Hintergrunds unter Umständen nicht oder kaum noch sichtbar. Außerdem verschwindet die Hintergrundfläche der ein- und ausblendbaren Hilfeboxen, so dass sich die Schrift zum Teil direkt über andere Inhalte legt und schlecht lesbar wird.
  • Die Tab-Reihenfolge der Links folgt an verschiedenen Stellen nicht der Anordnung im Bildschirm, insbesondere im Kopfbereich springt der Fokus recht wild hin und her.

Fazit

Die Zugänglichkeit der Berliner Fahrplanauskunft ist insgesamt nicht schlecht, allerdings sollte an einigen Stellen nachgebessert werden. Insbesondere die Detailansicht der Verbindungsinformationen ist sicherlich für viele Menschen schwer nutzbar.


Internetadresse: www.fahrinfo-berlin.de

Getestet von: Darius Nikolaus Krupinski, BIK-Beratungsstelle Hannover
Testergebnis: 88 von 100 Punkten ("eingeschränkt zugänglich")

Testbericht mit allen Einzelbewertungen