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Editoren im Test
Der Editor-Fragebogen

28.09.2007

Um die Leistungsfähigkeit verschiedener Editoren testen und vergleichen zu können, haben wir einen Fragebogen entwickelt, der mit insgesamt 25 Fragen 7 wichtige Anforderungen abdeckt.

Diese Seite listet alle Fragen des ausfüllbaren Editor-Fragebogens (Word-Datei, 276 KB) auf. Mit diesem Fragebogen kann ein Editor zur Eingabe und Bearbeitung von Webinhalten beschrieben werden.

Auf dieser Seite:

Antwortalternativen

Die drei Antwortalternativen zu den Aussagen des Fragebogens sind:
ja | mit Einschränkung | nein

  • "ja" soll nur verwendet werden, wenn der Editor die Anforderung ohne jede Einschränkung erfüllt.
  • "mit Einschränkung" kann verwendet werden, wenn die betreffende Funktion bei Bedarf realisiert werden kann, nur teilweise oder etwas anders realisiert ist oder nur unter bestimmten Voraussetzungen wie beschrieben verfügbar ist.


Allgemeine Angaben zum Editor

  • URL des Eingabe-Editors
    Homepage des Editors oder des Anbieters
  • Bezeichnung des Eingabe-Editors
    Mit Versionsnummer
  • Kurze Beschreibung des Eingabe-Editors
    Beispiele für mögliche Angaben: Generiert der Editor HTML, XHTML oder beides? Handelt es sich um einen Javascript-basierten Editor, um ein Java-Applet oder eine andere Technologie? Eigenentwicklung oder (eventuell angepasstes oder erweitertes) System eines Drittanbieters? Open Source? Preis? ...
  • Anpassungen der standardmäßig ausgelieferten Version
    Bitte alle bei der Installation vorgenommenen Änderungen der Standard-Einstellungen auflisten!


1. Validität

Validität ist idealerweise eine Anforderung, um die sich der Redakteur nicht kümmern muss. Der Redakteur sorgt für die logische Strukturierung der Inhalte, der Editor stellt auf dieser Basis automatisch sicher, dass die Umsetzung in HTML allen formalen Anforderungen genügt.

  • 1.1 Der Eingabe-Editor setzt alle Eingaben so um, dass das Ergebnis valide ist.

    Bitte nur mit "ja" beantworten, wenn die Validität nicht von besonderer Umsicht des Redakteurs abhängt, also auch vollkommen sinnlose Eingaben die Validität nicht beeinträchtigen können!

    Als Kriterium für Validität gilt Prüfschritt 3.2.1 des BITV-Tests.

    Anmerkung zur Anforderung 1.1

  • 1.2 Der Eingabe-Editor stellt die Validität von importierten oder mit anderen Werkzeugen bearbeiteten Inhalten sicher (importiert zum Beispiel über die Zwischenablage, oder übernommene Datenbestände).
  • 1.3 Der Eingabe-Editor stellt sicher, dass veraltete Elemente und Attribute nicht verwendet werden.

    Als Kriterium für veraltete Elemente und Attribute gilt Prüfschritt 11.2.1 des BITV-Tests.

    Anmerkung zur Anforderung 1.3

  • 1.4 Der Eingabe-Editor prüft beim Speichern die Validität von Eingaben, er informiert den Redakteur darüber, dass der gespeicherte Code nicht valide ist.

    Anmerkung zur Anforderung 1.4


2. Sprachwechsel

Im Unterschied zur Validität kann die Auszeichnung von Sprachwechseln nicht vollständig automatisiert werden. Denn es gibt Wörter, die nicht eindeutig bestimmten Sprachen zuzuordnen sind. Das Wort "Tag" kann zum Beispiel deutsch oder englisch sein. Wörter und Wortfolgen sollten auf Basis einer Liste automatisch ausgezeichnet werden, der Redakteur sollte jedoch die Möglichkeit haben, die automatischen Auszeichnungen zu korrigieren oder zu ergänzen.

  • 2.1 Im Eingabe-Editor können Wörter oder Absätze markiert und mit Sprachauszeichnung versehen werden.

    Auch bereits vorhandene Sprachwechsel sind bearbeitbar. Der Redakteur kann sehen, welche Wörter oder Absätze bereits mit Sprachauszeichnung versehen sind. Er kann diese Sprachauszeichnungen gezielt ansteuern und ändern.

  • 2.2 Es gibt eine zentral verwaltete Sprachauszeichnung. Grundlage ist eine Liste auszuzeichnender Wörter. Diese Wörter werden im Inhaltsbereich der Seiten dann automatisch ausgezeichnet (oder zur Auszeichnung vorgeschlagen).
  • 2.3 Nicht nur einzelne Wörter, sondern auch Wortfolgen können in der zentralen Sprachauszeichungsliste abgelegt werden.

    Anmerkung zur Anforderung 2.3

  • 2.4 Der Redakteur kann sehen, welche Wörter automatisch und welche manuell ausgezeichnet worden sind, er kann die automatischen Auszeichnungen gezielt ansteuern und korrigieren.


3. Struktur von Texten

Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur im Eingabe-Editor Texte strukturieren kann. Sonst weiter mit 4.

  • 3.1 Dem Redakteur stehen alle wichtigen Strukturelemente zur Verfügung. (h1 bis h6, p, nummerierte und ungeordnete Listen, blockquote, paragraph, strong, em).
  • 3.2 Alle verfügbaren Strukturelemente sind im Eingabe-Editor gut zu erkennen und zu unterscheiden. Der Redakteur kann einzelne Strukturelemente auswählen, der Editor zeigt ihm, welche Auszeichnung er aktuell ausgewählt hat.
  • 3.3 Alle eingegebenen Inhalte sind automatisch in die Struktur einbezogen. Nicht anders ausgezeichnete Absätze sind mit <p>...</p> umschlossen.
  • 3.4 Der Editor unterstützt die Auswahl passender Auszeichnungen.

    Beispiel: Wenn Inline-Textpassagen markiert sind, stehen nur strong und em zur Verfügung.


4. Links

Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Links einfügen kann. Sonst weiter mit 5.

Wie bei der Strukturierung von Texten geht es auch bei der Bearbeitung von Links um die Trennung von Inhalt und Darstellung. So sollte es funktionieren: Der Redakteur bestimmt den Typ des Links, auf dieser Basis wird die einheitliche barrierefreie Darstellung sichergestellt.

  • 4.1 Der Redakteur kann den Typ des Links bestimmen.

    Beispiele für unterschiedliche Linktypen: Links auf HTML-Seiten, Links auf PDF-Dokumente, mailto-Links. Als Kriterium für die barrierefreie Darstellung von Links auf Nicht-HTML-Formate gilt Prüfschritt 13.1.2 des BITV-Tests.

    Anmerkung zur Anforderung 4.1

  • 4.2 Der Redakteur kann angeben, ob das Linkziel in einem neuen Fenster geöffnet werden soll.
  • 4.3 Der Redakteur kann angeben, ob ein verlinktes PDF-Dokument barrierefrei ist.


5. Bilder

Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Bilder oder Objekte einfügen kann. Sonst weiter mit 6.

  • 5.1 Der Redakteur wird beim Einfügen von Bildern oder Objekten (zum Beispiel durch ein Formular mit entsprechendem Eingabefeld) dazu aufgefordert, Alternativtexte für Bilder einzugeben.
  • 5.2 In der Konfiguration ist einstellbar, ob die Eingabe eines Alternativtexts erzwungen wird oder ob das Feld auch leer gelassen werden kann (alt="" für nicht informative Layoutgrafiken).

    Bitte nur mit "ja" beantworten, wenn tatsächlich beide Optionen gegeben sind! Denn das Erzwingen macht nur Sinn, wenn die Verwendung dekorativer Bilder nicht vorgesehen ist.

    Anmerkung zur Anforderung 5.2

  • 5.3 Ein Feld für die zusätzliche Eingabe von längeren Beschreibungs-texten wird beim Einfügen von Bildern und Objekten angezeigt.

    Anmerkung zur Anforderung 5.3

  • 5.4 Der Redakteur hat die Möglichkeit, für Bilder oder Objekte title-Attribute zu vergeben.

    Das title-Attribut ist eine Unterstützung für sehende Benutzer. Es kann eingesetzt werden, wenn die Bedeutung grafischer Symbole nicht aus dem Kontext hervorgeht (siehe Prüfschritt 3.1.2 des BITV-Tests).

  • 5.5 Alternativtexte für Bilder werden nicht in einer zentralen Bildverwaltung festgelegt oder der Redakteur kann die Vorgabe der zentralen Bildverwaltung überschreiben.

    Denn je nach Kontext sind unterschiedliche Alternativtexte für dasselbe Bild angemessen.

  • 5.6 Alternativtexte werden nicht automatisch erzeugt (zum Beispiel aus dem Dateinamen).


6. Datentabellen

Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Datentabellen anlegen kann. Sonst weiter mit 7.

  • 6.1 Der Editor unterstützt die Erstellung strukturierter Tabellen.

    Beispiel: Der Redakteur kann aus folgenden einfachen Tabellentypen auswählen:

    1. Überschriftenzellen (th) nur in der ersten Zeile,
    2. Überschriftenzellen nur in der ersten Spalte,
    3. Überschriftenzellen in der ersten Zeile und in der ersten Spalte
  • 6.2 Die Eingabe von summary wird nicht erzwungen.

    Anmerkung zur Anforderung 6.2

  • 6.3 Der Redakteur kann komplexe Tabellen erstellen. Basis ist eine einfache Datentabelle. Der Redakteur kann für aufeinander folgende Zeilen oder Spalten übergeordnete Überschriften definieren. Die Tabelle wird auf dieser Basis automatisch (via headers und id oder scope) korrekt ausgezeichnet.

    Anmerkung zur Anforderung 6.3


7. Import aus MS-Word

Beim Import von Daten aus Word kommt es darauf an, zwei Dinge sicherzustellen:

  1. Sofern einen logische Strukturierung vorhanden ist, geht sie nicht verloren, sondern sie wird so weit möglich übernommen.
  2. Aus der Gestaltung werden Vorschläge für die logische Strukturierung abgeleitet oder sie wird entfernt. Ein wichtiger Nebeneffekt der Bereitstellung entsprechend leistungsfähiger Importfunktionen: der Redakteur versteht die Bedeutung und den Vorteil der Trennung von Inhalt und Darstellung.

 

  • 7.1 MS-Word-Texte können importiert werden (z.B. via Copy-Paste). Strukturmerkmale bleiben dabei erhalten, alle anderen Formatierungen werden entfernt. Das Ergebnis des Imports ist valide.

    Die Word-Formatvorlagen für Überschriften, Listen, Zitate, Links und Sprachauszeichnung werden beim Import übernommen. Sie werden in die entsprechenden HTML-Auszeichnungen umgewandelt.

    Für strong und em gibt es in Word strenggenommen keine Entsprechung. Sie werden üblicherweise als fett und kursiv dargestellt, fett und kursiv werden daher in strong und em umgewandelt.

    Alternativ möglich: visuelle Formatierungen werden mit Zustimmung des Redakteurs in logische Strukturmerkmale übertragen.


Anmerkungen

Zu 1. Validität
Anmerkung zur Anforderung 1.1

Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung der Anforderung ist die Handhabbarkeit vorhandener Auszeichnungen. Handhabbarkeit bedeutet: Der Redakteur sieht (oder hört) die vorhandenen Auszeichnungen, er kann sie ansteuern, teilen, zusammenfügen, ändern oder löschen.

Ein anderer, alternativer Ansatz zur Sicherstellung der Validität von Eingaben der Redaktion: Der Eingabe-Editor prüft beim Speichern die Validität und korrigiert Eingaben wenn erforderlich. Oder die Eingaben bleiben erhalten, aber aus den (möglicherweise nicht validen) Eingaben werden valide Webseiten generiert.

Dieser Ansatz sollte nur für die Bearbeitung von Inhalten gewählt werden, die in einer anderen Umgebung (Quelltexteditor, anderer HTML-Editor) erstellt worden sind. Er ist in zwei Hinsichten problematisch:

  1. Der Korrekturmechanismus versteht die Bedeutung von Auszeichnungen des Redakteurs nicht, es kann daher zu sinnentstellenden Änderungen kommen.
  2. Grundlage der Validität sollte der zweckmäßige, in der Bedeutung der Elemente und Attribute begründete Einsatz der Auszeichnungen sein. Die automatische Korrektur "erspart" dem Redakteur die Auseinandersetzung mit dieser Grundlage.

Anmerkung zu Anforderung 1.2

Die einfachste Realisierung der Anforderung: alle Auszeichnungen werden entfernt, eine möglicherweise vorhandene logische Strukturierung geht verloren.

Zur Übernahme strukturierter Texte aus MS-Word: siehe Abschnitt 7.

Anmerkung zur Anforderung 1.3

Der Verzicht auf veraltete Elemente und Attribute ist ein Nebeneffekt der Trennung von Inhalt und Darstellung. Diese Trennung ist in erster Linie Thema des Abschnitts 3 zur Strukturierung von Texten.

Anmerkung zur Anforderung 1.4

Die Schwierigkeit bei dieser Anforderung: was passiert, wenn die Eingabe nicht valide ist? Für die Behebung des Mangels sind normalerweise HTML-Kenntnisse und Zugriff auf den Quellcode der Seite erforderlich. Der Redakteur kann den Mangel also unter Umständen nicht selbst beheben. Gefragt werden müsste also, wie die Behebung formaler Mängel im Workflow sichergestellt ist, ob zum Beispiel vor der Freigabe von Texten ein entsprechender Reparatur-Zwischenschritt vorgesehen ist.

Es geht bei dieser Anforderung nicht um die Bereitstellung selbst entwickelter Validierungstools. Erfüllt ist sie, wenn Validierungstools des W3C oder gleichwertige Tools in den vom CMS vorgegebenen Workflow eingebunden sind.

Zu 2. Sprachwechsel
Anmerkung zur Anforderung 2.3

Die Möglichkeit, mehrere aufeinander folgende Wörter auszuzeichnen ist wichtig, weil die Zuordnung einer bestimmten Sprache manchmal erst im Kontext eindeutig ist. Auch erspart sie das nachträgliche Entfernen überflüssiger Sprachwechsel.

Zu 4. Links
Anmerkung zur Anforderung 4.1

Der Linktyp kann auch indirekt, durch Auswahl des zu verlinkenden Ziels bestimmt werden.

Zu 5. Bilder
Anmerkung zur Anforderung 5.2

Ein Nachteil des Erzwingens von Alternativtexten: Alle Bilder sind mit Alternativtexten versehen, auch wenn der Redakteur nicht weiß, welche Information angemessen ist, gibt es einen Alternativtext.

Anmerkung zur Anforderung 5.3

Der Stellenwert separater langer Bildbeschreibungen wird unterschiedlich eingeschätzt. Die Bereitstellung separater Beschreibungstexte ist für Barrierefreiheit nicht zwingend erforderlich, Textalternativen können auch im Kontext zur Verfügung gestellt werden.

zu 6. Datentabellen
Anmerkung zur Anforderung 6.2

Der Sinn und Zweck des summary-Attributs ist fraglich. Vergleiche Grenzen des BITV-Tests, Bedingungen der Priorität 2

Anmerkung zur Anforderung 6.3

Häufig werden die Auszeichnungen für komplexe Tabellen verwendet, um Mischungen aus Daten- und Layouttabellen zu "strukturieren". Entsprechend hat der Redakteur die Möglichkeit, einzelne Zellen direkt auf Überschriften zu beziehen. Das dient aber nicht der Barrierefreiheit. Eine brauchbare Funktion für die Auszeichnung komplexer Tabellen schließt die beliebige Verknüpfung von Datenzellen und Überschriften aus. Sie verdeutlicht, dass sich Überschriften auch bei komplexen Tabellen auf Zeilen oder Spalten beziehen.