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Grenzen des BITV-Tests BITV-Bedingungen der Priorität 1

Der Schwerpunkt des BITV-Tests liegt auf den BITV-Bedingungen der Priorität 1. Ein großer Teil dieser Bedingungen wird vollständig geprüft. Hier können Sie nachlesen, weshalb einige Bedingungen der Priorität 1 im BITV-Test nicht vorkommen oder nur zum Teil geprüft werden.

Die ersten drei Abschnitte besprechen Anforderungen, die aufgrund von praktischen Einschränkungen im BITV-Test nicht geprüft werden. Eine vollständige Prüfung der BITV-Konformität würde diese Anforderungen einschließen.

Die Abschnitte 4 und 5 besprechen Anforderungen, die möglicherweise nicht prüfbedürftig, weil fragwürdig oder überflüssig sind.

Übersicht:

1. Anforderungen, die auch geprüft werden sollten

Der BITV-Test soll in einem überschaubaren Zeitraum durchzuführen sein. Das ist natürlich bei allen in den ersten drei Abschnitten angesprochenen Anforderungen ein Thema. Bei den folgenden zwei Anforderungen spricht außer dem erforderlichen zusätzlichen Prüfaufwand im Grunde gar nichts gegen die Prüfung im Rahmen des BITV-Tests.

Bedingung 3.2 - valide Stylesheets

Erstellen Sie Dokumente, die gegen veröffentlichte formale Grammatiken validieren.

Der BITV-Test deckt das wichtigste Anwendungsfeld von Bedingung 3.2 ab: HTML-Dokumente sollen valide sein.

Zu Dokumenten gehören aber auch die Stylesheets, auch sie sollten valide sein. Je nach Art der Einbindung kann die Prüfung der Validität der Stylesheets allerdings recht aufwendig sein. Gängige Tools zur Anzeige von Stylesheets sind unzuverlässig, sie kommen zum Beispiel nicht mit allen Arten der Einbindung klar. Zu berücksichtigen ist auch, dass für die Unterstützung nicht standardkonformer Browser spezielle, nicht valide Stylesheets angemessen sein können. Eine Prüfung, die sich auf einfache Fälle beschränkt, kommt nicht in Frage, denn dann würde ja die Leichtigkeit der Prüfung das Ergebnis bestimmen. Die Validität der Stylesheets wird daher im BITV-Test nicht geprüft.

Bedingung 13.3 - Orientierungshilfen

Es sind Informationen zur allgemeinen Anordnung und Konzeption eines Internetangebots, z.B. mittels eines Inhaltsverzeichnisses oder einer Sitemap, bereitzustellen.

Im BITV-Test abgedeckt ist ein wichtiges Anwendungsfeld von Bedingung 13.3. Geprüft wird, ob (bei umfangreicheren Webangeboten) die Orientierung durch eine Sitemap oder eine ähnliche Inhaltsübersicht unterstützt wird.

Für Benutzer mit besonderen Anforderungen sind darüber hinaus Informationen über die Idee und Ausrichtung des Webangebots wichtig. Sogenannte Stellungnahmen zur Barrierefreiheit gehen in diese Richtung: der Benutzer kann dort zum Beispiel nachlesen, ob das Webangebot vollständig barrierefrei ist, welche Bereiche für ihn möglicherweise nicht zugänglich sind. Er erfährt, welche Bereiche sich vorrangig an Fachleute richten und wo der Anbieter auf allgemeine Verständlichkeit der angebotenen Inhalte geachtet hat.

Wichtig und als Orientierungshilfen einzufordern sind solche Informationen natürlich in erster Linie für Webangebote, die nicht durchgängig barrierefrei sind. Bei diesen Webangeboten sind sie auch eine unverzichtbare Voraussetzung für die Prüfung der dem Gegenstand und der Zielgruppe angemessenen, einfachen Sprache.


2. Spezielle Anforderungen

Nicht allein der zeitliche Umfang des BITV-Tests soll "im Rahmen" bleiben, auch die für die Durchführung des Tests erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen sollen überschaubar sein. Einige Bedingungen (oder Aspekte von Bedingungen) werden im BITV-Test nicht geprüft, weil sie nur in besonderen Fällen anwendbar sind und spezielle Prüfverfahren verlangen.

Bedingung 3.1 - MathML

Soweit eine angemessene Markup-Sprache existiert, ist diese anstelle von Bildern zu verwenden, um Informationen darzustellen.

Der BITV-Test deckt die beiden wichtigsten Anwendungsfelder der Bedingung 3.1 ab: Grafiken sind in der Regel kein angemessenes Format für Schrift, Symbole sind in der Regel kein ausreichender Ersatz für die Bezeichnung von Menüoptionen.

Bedingung 3.1 schließt aber auch spezielle Auszeichnungssprachen ein. So soll zum Beispiel für die Darstellung mathematischer Formeln die speziell dafür entwickelte Auszeichnungssprache MathML verwendet werden.

MathML setzt beim Benutzer Kenntnisse voraus und einige Browser (auch der MS Internet Explorer) müssen erst mit entsprechenden Plugins oder Schriften ausgestattet werden. Diese Auszeichnung ist daher sicher nicht das Mittel der Wahl, wenn in einem Text, der sich nicht an ein an mathematischen Fragen interessiertes Publikum wendet, einmal eine Formel vorkommt. In diesem Fall ist vielmehr eine (in Prüfschritt 1.1.2 zu prüfende) textliche Beschreibung der Formel meist die besser zugängliche Alternative.

Gebraucht wird MathML aber, um mathematisch-naturwissenschaftliche oder technische Ausbildungsangebote und Fachdiskussionen zugänglich zu machen. Hier sind die entsprechenden nutzerseitigen Voraussetzungen nicht problematisch und die Überlegenheit von MathML gegenüber anderen Alternativdarstellungen ist klar.

Der BITV-Test prüft den Einsatz von MathML für die Darstellung von Formeln nicht. Ein Webangebot, das sich an ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fachpublikum richtet und bei dem die Zugänglichkeit von mathematischen Formeln wesentlich ist, kann mit dem BITV-Test daher nicht vollständig geprüft werden. Eine zusätzliche Prüfung des korrekten und angemessenen Einsatzes von MathML ist erforderlich.

Bedingung 8.1 - direkte Zugänglichkeit programmierter Objekte

Die direkte Zugänglichkeit der in Internetangeboten eingebetteten Benutzerschnittstellen ist sicherzustellen.

Wenn Webangebote nicht HTML, sondern zum Beispiel Flash oder Java-Applets für die Benutzeroberfläche einsetzen, ist zunächst zu klären, ob der Einsatz dieser Technologien angemessen ist und ob eine HTML-Alternative angeboten werden sollte. Diese Prüfung ist Bestandteil des BITV-Tests.

Wenn der Einsatz der Technologien angemessen ist und eine HTML-Alternative nicht angeboten werden kann, weil HTML für die vorgesehene Anwendung nicht geeignet ist, dann stellt sich die Frage nach der direkten Zugänglichkeit der programmierten Objekte.

Hierfür sind entsprechende Prüfverfahren erforderlich. Für einige Technologien existieren Leitlinien, die sagen, wie Zugänglichkeit sichergestellt werden soll. Brauchbare Prüfverfahren gibt es aber noch nicht.

Der BITV-Test prüft die direkte Zugänglichkeit programmierter Objekte nicht. Ein Webangebot, bei dem die direkte Zugänglichkeit von programmierten Objekten wesentlich ist, kann mit dem BITV-Test daher nicht vollständig geprüft werden. Eine zusätzliche Prüfung ist erforderlich.

Bedingung 11.1 - direkte Zugänglichkeit von PDFs

Es sind öffentlich zugängliche und vollständig dokumentierte Technologien in ihrer jeweils aktuellen Version zu verwenden, soweit dies für die Erfüllung der angestrebten Aufgabe angemessen ist.

Im Web findet man neben HTML eine Vielzahl von weiteren Formaten für textorientierte Inhalte - besonders verbreitet sind PDFs. Diese sind jedoch nicht für alle Benutzer zugänglich. Angemessen ist in jedem Fall das ergänzende Angebot von PDFs. Geprüft wird im BITV-Test daher, ob eine HTML-Alternative zur Verfügung steht.

Die direkte Zugänglichkeit von PDFs wird dagegen nur in einem besonderen Fall (und auch in diesem Fall nur ansatzweise) geprüft. Und zwar, wenn das PDF als Beleg dient und eine HTML-Alternative nicht ausreicht.

Das benachteiligt Webangebote, die zwar keine HTML-Alternative anbieten, sich aber um die direkte Zugänglichkeit von PDFs gekümmert haben. Zur Vermeidung dieser Benachteiligung ist gegebenenfalls eine zusätzliche, umfassende Prüfung der direkten Zugänglichkeit angebotener PDFs erforderlich.


3. Nur in Abstimmung mit dem Anbieter zu prüfen

Die wichtigste Grenze des BITV-Tests: die Verständlichkeit des Webangebots wird nicht geprüft. Sprache soll angemessen einfach sein, Maßstab ist die Zielgruppe und der Gegenstand. Es muss also klar sein, an wen sich Seiten des Webangebots richten und was sie vermitteln sollen. Beides ist ohne Abstimmung mit dem Anbieter in der Regel nicht zu klären.

Das betrifft zwei Bedingungen der BITV Priorität 1. Sie zielen teilweise oder vollständig auf einfache Sprache und Verständlichkeit von Inhalten, sind nur in Abstimmung mit dem Anbieter zu prüfen.

(Ebenfalls nur in Abstimmung mit dem Anbieter zu prüfen ist die praktisch nicht mehr relevante Bedingung 9.1 zum angemessenen Einsatz serverseitiger Imagemaps.)

Bedingung 12.3 - Inhalte gegliedert

Große Informationsblöcke sind mittels Elementen der verwendeten Markup-Sprache in leichter handhabbare Gruppen zu unterteilen.

Der BITV-Test prüft, ob die vorhandene, visuell dargestellte Gliederung auch ausgezeichnet ist. Nicht geprüft wird, ob Informationsblöcke überhaupt gegliedert und in leichter handhabbare Gruppen unterteilt sind.

Diede Gliederung von Inhalten ist ein Aspekt der einfachen Sprache und Verständlichkeit, sie ist eine wichtige Bedingung für Barrierefreiheit.

Anmerkung:
Die Prüfung der inhaltlichen Gliederung könnte sich auf formale Anhaltspunkte stützen, das würde den Prüfaufwand minimieren und die Abstimmung mit dem Anbieter teilweise erübrigen. Man könnte zum Beispiel festlegen, dass ein Fließtext als ungegliedert gilt, wenn Abschnitte eine bestimmte Zahl von Zeichen überschreiten. Die Anforderungen des BITV-Tests sollen jedoch auch als Handlungsanleitungen für Webanbieter brauchbar sein, solche formale Vorgaben sind dafür nicht geeignet. Sehr lange Abschnitte sind zwar Hinweise auf mangelhafte Gliederung, die Zerteilung in kurze Abschnitte ist aber keine Gewähr dafür, dass die Inhalte dann tatsächlich gegliedert sind.

Bedingung 14.1 - einfachste angemessene Sprache

Für jegliche Inhalte ist die klarste und einfachste Sprache zu verwenden, die angemessen ist.

Das ist die wichtigste Bedingung der BITV zur Verständlichkeit von Inhalten. Der BITV-Test prüft einen kleinen Teilaspekt von Bedingung 14.1: wenn es für Menübezeichner oder für andere siteübergreifende Bezeichnungen mehrere gleichwertige, gebräuchliche Alternativen gibt, dann soll diejenige Alternative verwendet werden, die auch Besuchern ohne spezielle Internet- oder EDV-Kenntnisse vertraut ist.

Anmerkung:
Auch die Prüfung der einfachen Sprache könnte sich auf formale Anhaltspunkte stützen. Solche Anhaltspunkte sind insbesondere die Länge von Wörtern und Sätzen. Die Anforderungen des BITV-Tests sollen jedoch auch als Handlungsanleitungen für Webanbieter brauchbar sein. Insbesondere die Länge von Sätzen ist da nicht geeignet. Sehr lange Sätze sind zwar oft schwer verständlich, die Zerteilung zusammengehöriger Teile einer Aussage in grammatikalisch unabhängige Sätze ist aber keine Abhilfe.


4. Fragwürdige Anforderungen

Die Erfüllung der Anforderungen der BITV ist mit Mehraufwand verbunden und sie schränkt die Freiheit des Designs ein. Es ist also zu fragen, ob dem geforderten Aufwand ein klarer und nachweisbarer Nutzen entspricht. Bei den folgenden beiden Anforderungen ist dies nicht klar.

Bedingung 2.2 - Farbkontraste

Bilder sind so zu gestalten, dass die Kombinationen aus Vordergrund- und Hintergrundfarbe auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm und bei der Betrachtung durch Menschen mit Farbfehlsichtigkeiten ausreichend kontrastieren.

Grafiken sollen vor wechselnden Hintergründen wahrnehmbar sein und sie sollen auch auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm, also allein auf Basis der Helligkeitsunterschiede verschiedener verwendeter Farben ausreichend kontrastieren. Diese beiden Anforderungen von Bedingung 2.2 deckt der BITV-Test ab.

Im BITV-Test nicht geprüft werden die insbesondere bei speziellen Farbfehlsichtigkeiten ebenfalls möglicherweise relevanten Farbkontraste. Die Gründe dafür:

  • Die Bedeutung der Farbkontraste für die Zugänglichkeit sollte bei einer allgemein gut zugänglichen Webseite nicht sehr hoch sein. Denn die Anforderungen sehbehinderter Benutzer sind unterschiedlich, teilweise entgegengesetzt. Dies gilt ganz besonders für Farben. Wichtige Informationen sollen also nicht allein über Grafiken oder über Farbgebung vermittelt werden, die Webseiten sollen in der Darstellung variabel sein. Mehrere zentrale Bedingungen der BITV zielen darauf.
  • Es gibt von der WAI eine Formel für die Bewertung von Farbkontrasten. Diese Formel ist jedoch empirisch schlecht abgesichert. Insbesondere ist nicht bekannt, für welche oder wie viele Webnutzer bei hinreichenden Helligkeitskontrasten die zusätzliche Einhaltung der Grenzwerte für Farbkontraste eine Verbesserung der Zugänglichkeit bewirken könnte.

Anmerkung:
Die Prüfschritte zu Bedingung 2.2 ermitteln, ob eine Grafik selbst so gestaltet ist, dass sie auch für sehbehinderte Nutzer möglichst gut zugänglich ist. Indirekt geht es aber auch in einigen anderen Prüfschritten des BITV-Tests um die Wahrnehmbarkeit von Farben. Bilder oder Grafiken sind in Hinblick auf die Darstellung generell weniger variabel als Texte. Die Zugänglichkeit von in Bildform bereitgestellten Informationen ist daher nicht nur für blinde, sondern vor allem auch für sehbehinderte Benutzer eingeschränkt. In zwei Prüfschritten des BITV-Tests geht es um diese Einschränkung:

  • Prüfschritt 3.1.1 ermittelt, ob Informationen unnötigerweise in Bildform bereitgestellt werden. Das betrifft Schriftgrafiken. Aus Sicht der Zugänglichkeit hat die Verwendung von Grafiken für Texte keinen Vorteil, sie wird daher negativ bewertet.
  • Prüfschritt 3.1.2 ermittelt, ob Informationen unnötigerweise ausschließlich in Bildform bereitgestellt werden. Das betrifft hauptsächlich als Bedienelemente eingesetzte Symbole. Auch für sehende Besucher sollen solche Bedienelemente mit Textalternativen versehen sein.

Prüfschritt 2.1.1 ermittelt darüber hinaus, ob Informationen unnötigerweise ausschließlich über die Farbwahl vermittelt werden. Das betrifft zum Beispiel die Hervorhebung der aktuell ausgewählten Menüoption. Diese Hervorhebung soll farbunabhängig sein.

Bedingung 13.2 - Linkelemente

Es sind Metadaten bereitzustellen, um semantische Informationen zu Internetangeboten hinzuzufügen.

Der BITV-Test prüft das wichtigste Anwendungsfeld von Bedingung 13.2: Dokumenttitel sollen aussagekräftig sein.

Zu den Metadaten gehören aber auch die Linkelemente. Diese Elemente erlauben die teilweise oder vollständige Auslagerung der Sitenavigation in den Browser (Artikel zu Linkelementen). Eine solche Auslagerung könnte die Zugänglichkeit der Navigation für bestimmte Benutzergruppen erheblich verbessern, Linkelemente könnten also für Barrierefreiheit eine wichtige Rolle spielen.

Tatsächlich werden Linkelemente jedoch von den meisten Browsern nicht unterstützt, ihr praktischer Nutzen ist sehr eingeschränkt, die Konzeption der für die Auslagerung der Navigation vorgesehenen Linkelemente ist darüber hinaus unklar. Die Verwendung von Linkelementen wird daher nicht geprüft.


5. Veraltete oder überflüssige Bedingungen

Anforderungen sollen im BITV-Test nicht mehrfach geprüft werden. Die Prüfschritte des Tests sind so definiert, dass möglichst keine Überschneidungen vorkommen. Daher entfallen einige Bedingungen der BITV, ihre Prüfung ist überflüssig.

Bedingung 6.2 - Aktualisierung dynamischer Inhalte

Es muss sichergestellt sein, dass Äquivalente für dynamischen Inhalt aktualisiert werden, wenn sich der dynamische Inhalt ändert.

Anwendungsfeld der Bedingung:

Erläuterungen zu dieser Bedingung nennen in der Regel eine Technik, die möglicherweise in 1997 verbreitet war: die direkte Einbindung von Bildern in Frames.

Zunächst war der entsprechende Checkpunkt 6.2 der WCAG 1.0 auch nur für Seiten mit Frames vorgesehen. In einer älteren Checkliste (http://www.w3.org/WAI/ER/evalauto) ist er noch als spezieller, nur auf Framesbasierte Seiten anzuwendender Checkpunkt eingeordnet. In der endgültigen Fassung der WCAG 1.0 ist der Checkpunkt allerdings nicht auf Framesbasierte Seiten beschränkt. Das ist von seiner Formulierung her auch plausibel. Die WCAG sagen zwar nicht ausdrücklich, was mit "Dynamic Content" gemeint ist. Man kann aber sicher sagen, dass durch DHTML (Skripte oder Stylesheets) generierter Content "dynamisch" ist. Entsprechend verlangt Technik 6.2.2, dass auch die Elemente script, APPLET, OBJECT zu evaluieren sind. (http://www.w3.org/TR/AERT#frame-has-html-src)

Relevanz der Bedingung:

Die Technik der direkten Einbindung von Bildern in Framesets ist heutzutage nicht mehr verbreitet. Ein eigenständiger Prüfschritt dafür ist nicht erforderlich.

Fraglich ist aber auch der Sinn einer allgemeineren Fassung von Bedingung 6.2. Sie mag als Hinweis für Entwickler hilfreich sein. Ein Webangebot, das die Technik der direkten Einbindung von Bildern verwendet oder ganz allgemein zusammengehörige dynamische Inhalte unvollständig aktualisiert, ist technisch mangelhaft und daher nur eingeschränkt zugänglich.

Für die Prüfung des Standes der Zugänglichkeit sind diese Hintergründe aber nicht relevant. Es ist vollkommen egal, ob eine Webseite oder ein spezieller Inhalt statisch, dynamisch oder sonstwie hervorgebracht worden ist. Entscheidend ist das Ergebnis, zu prüfen ist, ob zum Beispiel Textalternativen für Bilder durchgängig zur Verfügung stehen. Ein spezieller Prüfschritt für fehlerhafte Programmierung dynamischer Inhalte ist nicht erforderlich.

Es gibt kein sinnvolles Anwendungsfeld für Bedingung 6.2. Anforderungen, die dort zugeordnet werden könnten und nicht schon durch Prüfschritte anderer Bedingungen abgedeckt sind, sind nicht bekannt.

Anmerkung:
Die Bedingung 6.2 könnte auch auf die Pflege von alternativen Textversionen bezogen werden. Alternative Textversionen müssen aktualisiert werden, wenn an der "Normalversion" etwas geändert worden ist. Siehe http://www.einfachfueralle.de/artikel/bitvfueralle/tag6/

In diesem Sinne ist die Bedingung allerdings für den BITV-Test nicht anwendbar. Denn die Prüfung alternativer Textversionen ist nicht vorgesehen. Auch ist die Prüfung der Gleichwertigkeit alternativer Textversionen bei umfangreicheren Webangeboten praktisch nicht durchführbar. Das ist ja einer der Mängel solcher alternativer Versionen: ein Außenstehender (also auch ein Prüfer) kann nicht feststellen, ob Textversion und Normalversion in Hinblick auf den Informationsgehalt wirklich durchgängig gleichwertig sind.

Bedingung 6.4 - Eingabebehandlung geräteunabhängig

Es muss sichergestellt sein, dass die Eingabebehandlung von scripts, Applets oder anderen programmierten Objekten vom Eingabegerät unabhängig ist.

Einordnung der Bedingung:

Bei Anforderung 6 der BITV geht es darum, dass Webauftritte auch genutzt werden können, wenn der Browser des Besuchers neuere Technologien nicht unterstützt.

Weshalb wird in diesem Zusammenhang auf die Geräteunabhängigkeit eingegangen? Geht es darum, dass die Seite auch mit älteren Eingabegeräten genutzt werden kann? Man könnte in diesem Sinne die Tastatur als älteres Eingabegerät verstehen und fordern, dass ein Webauftritt nicht nur mit dem neueren Eingabegerät Maus zu benutzen sein soll. Tatsächlich ist die Maus aber nicht Nachfolger der Tastatur, Maus und Tastatur sind alternative oder sich ergänzende Eingabegeräte.

Abgrenzung von anderen Bedingungen:

Die Bedingung 6.4 bezieht sich auf Skripte und Applets, in Bedingung 9.3 werden dagegen nur Skripte angesprochen. Ansonsten sind diese beiden Bedingungen inhaltsgleich (Siehe die entsprechende Anmerkung zu redundanten Checkpunkten in www.w3.org/WAI/GL/2003/06/24-mapping.html).

Die Prüfung der Geräteunabhängigkeit ist mit den Bedingungen der BITV-Anforderung 9 abgedeckt. Die Zugänglichkeit von programmierten Objekten ist im BITV-Test der Bedingung 8.1 zugeordnet. Für die Bedingung 6.4 bleibt daher kein sinnvolles Anwendungsfeld, sie wird im Test nicht berücksichtigt.

Bedingung 6.5 - Dynamische Inhalte zugänglich

Dynamische Inhalte müssen zugänglich sein. Insoweit dies nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu realisieren ist, sind gleichwertige alternative Angebote unter Verzicht auf dynamische Inhalte bereitzustellen.

Anwendungsfeld der Bedingung:

Wie Bedingung 6.2 zielte auch diese Bedingung ursprünglich vorrangig auf die Zugänglichkeiten von Seiten mit Frames. Webauftritte sollen auch dann zu nutzen sein, wenn die Frames-Technologie nicht unterstützt wird. Ein NOFRAMES-Element mit alternativer Navigation soll dies sicherstellen.

Sollte der Checkpunkt weiter gefasst werden? Er ist (in der Checkliste der WCAG 1.0 - http://www.w3.org/TR/WCAG10/full-checklist.html) als "allgemeiner" Checkpunkt klassifiziert, soll also nicht nur auf Frames-basierte Webauftritte angewendet werden. Im Entwurf zu den Evaluationstechniken findet sich auch ein entsprechender Abschnitt 6.5.2 für Skripte und programmierte Objekte. Der Abschnitt ist jedoch leer, er enthält nur eine Anmerkung, die fragt, ob Skripte und programmierte Objekte bereits durch Checkpunkt 6.3 abgedeckt sind:

"Need something for scripts and programmatic objects? (...) is this covered by 6.3.1 (Verify that the page is usable when programmatic objects are disabled)?"

http://www.w3.org/WAI/ER/IG/ert/#fallback-page

Antworten darauf, konkrete Vorschläge für eine breitere Definition des Anwendungsfeldes von Bedingung 6.5 sind nicht bekannt.

Relevanz der Bedingung:

Alle neueren Browser unterstützen in der einen oder anderen Weise die Frames-Technologie. Einige TextBrowser und ältere Screenreader stellen einzelne Frames allerdings nicht zusammen, als Bestandteile einer Seite dar. Sondern sie ermöglichen dem Anwender den Wechsel zwischen den verschiedenen Frames des Framesets.

Zu prüfen ist, ob ein framesbasierter Webauftritt auch mit solchen Browsern oder Screenreadern genutzt werden kann, die einzelne Frames getrennt voneinander darstellen.

Da kommt es darauf an, daß die einzelnen Frames mit aussagekräftigen Titeln versehen sind, auch können Erläuterungen zum Aufbau des Framesystems oder Verweise auf alternative Navigationsmöglichkeiten (Sitemap) von Nutzen sein.

Die entsprechenden Prüfungen sind im BITV-Test den Bedingungen 12.1 und 12.2 zugeordnet.

Anmerkung:
Wesentliche Inhalte und Funktionen sollen auch ohne Javascript zugänglich sein. Der entsprechende Prüfschritt ist Bedingung 9.3 zugeordnet.

Bedingung 9.1 - Clientseitige Imagemaps

Es sind clientseitige Imagemaps bereitzustellen, es sei denn, die Regionen können mit den verfügbaren geometrischen Formen nicht definiert werden.

Serverseitige Imagemaps werden sehr selten eingesetzt. Extrem unwahrscheinlich ist, dass heutzutage serverseitige Imagemaps für Aufgaben eingesetzt werden, die auch per clientseitiger Imagemap gelöst werden könnten. Auch die in der Bedingungen angesprochenen Beschränkungen der mit clientseitigen Imagemaps darstellbaren geometrischen Formen sind eher von historischem Interesse.

Wenn einmal eine möglicherweise auch als Clientseitige Imagemap realisierbare serverseitige Imagemap auf einer Seite angetroffen würde, wäre die Prüfung der Angemessenheit ohne Absprache mit dem Anbieter vermutlich nicht durchführbar. Denn ob Pixelpositionen übergeben werden, die serverseitige Imagemap also als angemessene Technik angesehen werden kann, ist im Prinzip nur durch das Anklicken sämtlicher Pixelpositionen der Imagemap zu ermitteln.

Absprache mit dem Anbieter bedeutet in diesem Fall: der Anbieter erläutert den Einsatz serverseitiger Imagemaps. Er informiert darüber, weshalb es nötig war, Funktionen über serverseitige Imagemaps zu realisieren.

Anmerkung:
Im BITV-Test eingeschlossen ist BITV-Bedingung 1.2. Diese Bedingung fordert die Bereitstellung angemessener Alternativen zu serverseitigen Imagemaps. Genutzt werden serverseitige Imagemaps zum Beispiel für Stadtpläne mit hinterlegten Informationen. Der Benutzer klickt auf eine Position des Plans, der Server errechnet die Koordinaten dieser Position und liefert zugehörige Informationen.

Textbasierte Alternativen zu solchen Plänen machen die hinterlegten Informationen auf anderem Wege zugänglich. Der Benutzer kann zum Beispiel alternativ auch über Adressangaben eine Position definieren oder Koordinaten direkt eingeben. Clientseitige Imagemaps kommen als Alternativen eher nicht in Frage.