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BIK-Infobrief 07/2004

Das Thema des Juli-Infobriefs:

Sonderpreis Barrierefreiheit des DMMA 2004

Erstmals wurde beim Deutschen Multimedia Award (DMMA) 2004 auch ein Sonderpreis für Barrierefreiheit ausgeschrieben. Von den 423 Beiträgen zum DMMA haben sich 32 auch für den Sonderpreis beworben. Viele gut zugängliche Webangebote waren dabei, so dass die Ermittlung der Preisträger nicht leicht war. Acht Beiträge kamen in die engere Wahl, sie wurden von den Beratern des Projekts BIK eingehend getestet.

Deutscher Multimedia Award (DMMA):
http://www.deutscher-multimedia-award.de

Die acht besten Beiträge:
http://www.bitvtest.de/main.php?a=sl&prid=6

Erster Sonderpreis an Aperto

Gewonnen hat der von Aperto eingereichte Styleguide für die Bundeswehr. Das ist ein Leitfaden, der das Erscheinungsbild und den Aufbau von Webangeboten der Bundeswehr festlegen soll. Dabei geht es auch um Barrierefreiheit, also um die Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit Webauftritte der Bundeswehr für alle zugänglich sind.

Der Styleguide spricht nicht nur von Barrierefreiheit, er zeigt auch, wie ein anspruchsvolles Webangebot barrierefrei gemacht werden kann. Sein Design ist an Webstandards orientiert, Inhalt und Layout sind durchgängig voneinander getrennt, die Gestaltung lässt sich daher leicht ändern und an individuelle Bedürfnisse anpassen. Die Inhalte sind logisch und visuell gut strukturiert, blinde und sehbehinderte Besucher finden sich gut zurecht. Auch die Bedienung ist einfach, egal ob mit Maus oder Tastatur. Ein überzeugender Preisträger, der zeigt, wie anspruchsvolle Webangebote barrierefrei umzusetzen sind.

Aperto:http://www.aperto.de

Styleguide für die Bundeswehr: http://styleguide.bundeswehr.de

Zweiter Sonderpreis an die Netbank

Ein weiterer Sonderpreis Barrierefreiheit ging an die Netbank. Schon seit Jahren engagiert sich die Netbank in Sachen Barrierefreiheit. Mit TANs und Kontoauszügen in Blindenschrift ging es los und jetzt ist auch das Webangebot soweit.

Auch die Netbank zeigt modernes, standardorientiertes Design. Alles ist gut strukturiert, Darstellung und Bedienung sind flexibel. So kann jeder dieses Webangebot nutzen, und zwar auch den eigentlichen Kern, das Online-Banking. Spezielle Software wird nicht gebraucht, es geht auch ohne Javascript. Selbst mit dem PDA oder dem Mobiltelefon kommt man bei der Netbank jederzeit an sein Geld. Insgesamt eine sehr beeindruckende Leistung.

Netbank:http://www.netbank.de

Prüfverfahren

Das Projekt BIK (barrierefrei informieren und kommunizieren) hat die Beiträge für den Sonderpreis in einem vierstufigen Verfahren geprüft. Für die ersten beiden Stufen wurde der BITV-Kurztest eingesetzt, ein von BIK entwickeltes Verfahren für die effektive und zuverlässige Einschätzung der Zugänglichkeit von Webangeboten.

Acht Beiträge kamen in die engere Wahl für den Preis. Allesamt in Sachen Barrierefreiheit weit über dem Durchschnitt, aber auch diese Webangebote sind nicht ganz frei von Hindernissen für blinde, sehbehinderte oder andere Besucher. Die Beiträge der engeren Wahl wurden einem erweiterten BITV-Test unterzogen, der ebenfalls auf der Verordnung zur Barrierefreien Informationstechnik basiert. Hier wurden verstärkt auch die Anforderungen sehbehinderter Nutzer und allgemeine Anforderungen der Gebrauchstauglichkeit einbezogen.

Zum Schluss haben vier blinde und sehbehinderte Webnutzer ausprobiert, ob die Beiträge der engeren Wahl auch in der Praxis gut zu nutzen sind. Dieser Praxistest hat Einschätzungen der vorangegangenen Prüfungen bestätigt, aber auch einige Überraschungen zu Tage gebracht.

Das Thema ist angekommen. Nicht nur bei Anbietern, die der Verordnung zur barrierefreien Informationstechnik unterliegen. Gutes Webdesign schafft Seiten, die für alle zugänglich sind.

Der BITV-Kurztest

Fahrner Image Replacement

Zwei der acht Beiträge der engeren Wahl verwenden ein Verfahren namens Fahrner Image Replacement. Benannt ist es nach einem Webdesigner, Herrn Fahrner. Zwei Forderungen soll das Verfahren unter einen Hut bringen: Webseiten sollen für alle zugänglich sein, deswegen sollen alle Inhalte auch als wohlstrukturierte Texte zur Verfügung stehen. Aber die Seiten sollen auch gut aussehen, der Gestaltungsfreiheit von Webdesignern soll nichts in den Weg gelegt werden. Diese beiden Forderungen will das Verfahren von Herrn Fahrner unter einen Hut bringen.

Folgendermaßen funktioniert es:

Die Webseite liefert Inhalt und Struktur. Wer einen einfachen Textbrowser verwendet und keinen Wert auf ausgefeilte optische Gestaltung legt, nutzt direkt diese Seite, also das Original. Für andere, eher visuell orientierte Besucher wird eine zweite Datei mit Anweisungen zur Gestaltung mitgeliefert. Diese Datei überarbeitet quasi die Ursprungsseite. Sie löscht die unansehnlichen Textüberschriften heraus und fügt dafür optisch anspruchsvollere Schriftgrafiken ein.

Das klingt überzeugend, ist aber fragwürdig. Lesen Sie, weshalb das Fahrner Image Replacement kein geeignetes Verfahren für Barrierefreiheit ist:
Fahrner Image Replacement


Der BIK-Infobrief informiert über Tests von Webangeboten, den Stand der Entwicklung unserer Testinstrumente und andere Aktivitäten des Projekts BIK.


Herausgeber

BIK - barrierefrei informieren und kommunizieren
Projektredaktion
c/o DIAS GmbH
Schulterblatt 36
20357 Hamburg

Kontakt

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Telefon: (0 40) 43 18 75 25
Telefax: (0 40) 43 18 75 19
E-Mail: team@bitvtest.de