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A

absolute Einheiten

Siehe auch: skalierbare Schriften

Größenangaben können in HTML entweder relativ oder absolut angegeben werden.

Relativ heißt: abhängig vom Kontext - also unterschiedlich groß, je nachdem welche Schriftgröße der Benutzer eingestellt hat oder wie groß sein Browserfenster ist. Gebräuchliche relative Maßeinheiten sind % (Prozent) und em (Breite des Kleinbuchstaben "m").

Absolut heißt: unabhängig vom Kontext - also immer gleich groß, egal welche Schriftgröße der Benutzer eingestellt hat oder wie groß sein Browserfenster ist.

Die gebräuchlichste absolute Einheit ist px (Pixel), eine weitere ist pt (Punkt). Genau genommen ist die Maßeinheit px ein Sonderfall. Sie ist nämlich sowohl absolut als auch relativ - nämlich relativ zur Auflösung des Bildschirms. Beispielsweise sind 10 Pixel auf einem 21-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 640x480 Pixeln physikalisch wesentlich größer als auf einem 17-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1024x768.

Besonders bei Schriften stellen absolute Maßeinheiten wie px und pt oft eine Barriere dar. Denn im Internet Explorer 6.0 kann der Benutzer die Schriftgröße nur dann seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen, wenn sie mit einer relativen Einheit (% oder em) festgelegt wurde.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Accessibility

Siehe: Zugänglichkeit
Siehe auch: Barrierefreiheit

Accessibility Statement

Ein Accessibility Statement ist auf Deutsch eine Stellungnahme zur Zugänglichkeit. Der Webanbieter informiert dort über den Stand der Bearrierefreiheit seines Angebotes. Er sagt zum Beispiel, welche Maßstäbe für Barrierefreiheit er zugrundegelegt hat, ob er der BITV folgt, welche Bereiche noch nicht barrierefrei sind, wo der Benutzer also möglicherweise auf Barrieren stößt.

Eine Stellungnahme zur Zugänglichkeit kann eine wichtige Orientierungshilfe sein, wenn noch nicht alles optimal zugänglich ist. Der Besucher weiß, was ihn erwartet, wo er mit Schwierigkeiten rechnen muss. Es nützt zum Beispiel nicht viel, wenn ein Webanbieter angebotene PDF-Dokumente zum Teil barrierefrei gemacht hat, dem Besucher aber nicht sagt, welche Dokumente das sind. Spätestens nachdem der Besucher sich erfolglos bemüht hat, eines der noch nicht barrierefreien PDF-Dokumente zu nutzen, wird das Thema für ihn abgeschlossen sein.

Viele Stellungnahmen zur Zugänglichkeit haben keinen praktischen Nutzen. Sie informieren nicht über vorhandene Barrieren und Grenzen der Zugänglichkeit, sondern loben nur die Bemühungen des Anbieters oder erklären, dass sie Barrierefreiheit als fortlaufenden Prozess verstehen.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

  • Prüfschritt 11.1.1 - Angemessene Formate (wenn PDFs noch nicht durchgängig barrierefrei zugänglich sind, sollte über den Stand der Zugänglichkeit, über Stichtage, ab denen eingestellte PDFs barrierefrei sind oder über noch nicht überarbeitete Bereiche informiert werden.)
Accesskeys

Accesskeys sind Tastaturkurzbefehle. Bekannt sind Tastaturkurzbefehle aus Programmen wie Microsoft Word. Der Benutzer kann durch Eingabe bestimmter Tastenkombinationen die verschiedenen Menüoptionen direkt auslösen. Die Accesskeys einer Webseite funktionieren ähnlich: Bei Eingabe vorgegebener Tastenkombinationen werden bestimmte Links oder Schaltflächen der Webseite je nach Browser angesteuert oder auch gleich ausgelöst.

Die Verwendung von Accesskeys für Webseiten hat Vor- und Nachteile. Der BITV-Test prüft sie daher nicht.

Links zum Thema:

  • Warum im BITV-Test Accesskeys nicht verlangt werden
AJAX

AJAX steht für "Asynchronous JavaScript and XML". AJAX ermöglicht die Datenübertragung zwischen einem Browser und dem Server, um die Inhalte einer Seite zu verändern, ohne sie komplett neu zu laden. Beispiele sind automatische Aktualisierungen von Nachrichten oder Aktienkursen, oder das dynamische Einblenden von Dialogfenstern abhängig von zuvor gemachten Nutzereingaben.

alt-Attribut

Siehe auch: longdesc-Attribut
Siehe auch: title-Attribut

Das alt-Attribut dient der Kurzbeschreibung von Grafiken, indem es einen alternativen Text zur Verfügung stellt. Blinde Benutzer oder Benutzer von Textbrowsern können keine Grafiken sehen. Deshalb muss für alle sinntragenden Grafiken im alt-Attribut ein aussagekräftiger Alternativtext hinterlegt werden. Dieser Text kann anstelle der Grafik von Screenreadern ausgegeben oder in Textbrowsern angezeigt werden.

Wenn der Mauszeiger über einer Grafik mit alt-Attribut ruht, zeigt der Internet Explorer anders als alle anderen Browser und entgegen den W3C-Standards den Inhalt des alt-Attributs als "Tooltip" an (das sind die kleinen gelben Textkästchen). Hat die Grafik zusätzlich ein title-Attribut, verhält sich der Internet Explorer standardkonform und zeigt nicht den alt-, sondern den title-Text an.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Applet

Siehe auch: Java

Der Begriff "Applet" ist eine Zusammensetzung der Worte "Application" und "Snippet". Gemeint ist damit normalerweise ein kleines Programm, das im Browser abläuft und mit der Programmiersprache Java geschrieben wird.

Die meisten Java-Applets sind für Benutzer gängigerScreenreader nicht oder nur eingeschränkt zugänglich. Zwar bietet die Programmiersprache Java mittlerweile Möglichkeiten, Applets direkt zugänglich zu machen. Ein Kriterium für die direkte Zugänglichkeit von Applets ist zum Beispiel die Tastaturbedienbarkeit. Trotzdem ist HTML für mehr Menschen zugänglich. Auf Applets sollte man nur dann ausweichen, wenn die benötigte Funktionalität auf HTML-Basis nicht realisierbar ist.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

Autorenwerkzeuge

Autorenwerkzeuge sind Programme, mit denen Internetseiten oder andere Veröffentlichungen erstellt werden. Das können einfache Texteditoren sein, die zum Beispiel den HTML-Quelltext farblich darstellen. Andere Autorenwerkzeuge sind so genannte "What You See Is What You Get"-Editoren (WYSIWYG), wie zum Beispiel Dreamweaver, die grafische Oberflächen zum Quelltext einer Webseite bieten. Auch Content-Management-Systeme (CMS) werden zu den Autorenwerkzeugen gezählt. Sie strukturieren, organisieren und verwalten ganze Webauftritte.

Die Art und Weise, wie ein autorenunterstützendes System bei der Erstellung von Internet-Seiten Aspekte barrierefreien Web-Designs berücksichtigt, ist entscheidend für die Umsetzung eines barrierefreien Internet-Auftritts. Daher sind von der Web Accessibility Initiative (WAI) Empfehlungen für Entwickler von autorenunterstützenden Systemen entwickelt worden, die sogenannten "Authoring Tool Accessibility Guidelines 1.0" (ATAG) (...). Dieses Dokument ist nicht nur für Softwareentwickler von Bedeutung, sondern kann auch zur Hilfe genommen werden, wenn eine Entscheidung über den Einsatz eines konkreten autorenunterstützenden Systems getroffen werden muss.

Quelle: Handbuch Barrierefreies E-Government (PDF, 1,8 MB)

B

Barrierefreiheit

Siehe auch: Zugänglichkeit

Barrierefreiheit meint die uneingeschränkte Zugänglichkeit zum Beispiel von Häusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Internetseiten für jeden Menschen. Eine vollständige Barrierefreiheit ist in der Praxis kaum zu erreichen - Sprachbarrieren zum Beispiel bleiben wohl immer bestehen. Es stellt sich daher immer die Frage nach dem Maßstab.

Im Gleichstellungsgesetz ist Barrierefreiheit in § 4 wie folgt definiert:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Quelle: Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen

BITV

BITV ist die Abkürzung für Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung. Die BITV ergänzt das am 1. Mai 2002 in Kraft getretene Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und legt fest, dass alle öffentlich zugänglichen Webangebote des Bundes spätestens bis zum 31. Dezember 2005 barrierefrei sein müssen.

Angelehnt an Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortiums (W3C) werden in einer Anlage zur BITV alle Anforderungen aufgelistet, die ein barrierefreies Webangebot erfüllen muss.

 

Bobby

Bobby ist ein automatisches Werkzeug zur Prüfung der Barrierefreiheit von Webseiten. Es wurde parallel zu den WCAG 1.0 entwickelt.

Das Problem bei automatischen Prüfwerkzeugen wie Bobby: nur wenige Anforderungen der Barrierefreiheit können vollständig automatisch überprüft werden. Die Aussagekraft der Ergebnisse von automatischen Prüfungen ist daher gering.

Links zum Thema:

Breadcrumb

Die vollständige Bezeichnung lautet "Breadcrumb Trail", was übersetzt Brotkrümelpfad bedeutet. Diese seltsam klingende Bezeichnung stammt aus dem Märchen Hänsel und Gretel:

... Sie erwachten erst in der finstern Nacht, und Hänsel tröstete sein Schwesterchen und sagte: "Wart nur, Gretel, bis der Mond aufgeht, dann werden wir die Brotbröcklein sehen, die ich ausgestreut habe, die zeigen uns den Weg nach Haus."

Auf einer Webseite sind die Brotbröcklein eine Aneinanderreihung von Links, welche den Pfad in der Seitenhierarchie von der Startseite eines Webangebots zum aktuellen Dokument zeigen, das sieht zum Beispiel so aus:

Startseite > Nachrichten > Oktober 2004 > Nachricht XY

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Browser

Ein Browser ist ein Programm, das Internetseiten anzeigt. Bekannte Browser sind zum Beispiel der Microsoft Internet Explorer, Firefox und Opera.

C

CSS

CSS ist die Abkürzung für "Cascading Style Sheets". Mit CSS kann man die komplette grafische Gestaltung eines Internetauftritts festlegen - zum Beispiel die Farben, Schriftarten, Schriftgrößen, Textformatierungen wie "fett" oder "kursiv" oder die Positionierungen von Seitenelementen.

Der wichtigste Vorteil von CSS ist die Möglichkeit der Trennung von Inhalt und Gestaltung. HTML ist für die Struktur und den Inhalt einer Webseite zuständig, CSS dagegen für das Aussehen. Eine gute HTML-Datei enthält keinerlei Angaben zu Farben, Schriftarten oder Positionierungen, sondern nur sauber strukturierte Inhalte - zum Beispiel Überschriften, Absätze und Listen. Wie diese Überschriften, Absätze und Listen im Browser aussehen sollen, steht in einem zugeordneten Stylesheet (das ist normalerweise eine separate CSS-Datei).

Eine gut aufgebaute HTML-Seite kann auch ohne Stylesheet genutzt werden. Dann fällt zwar die gesamte optische Gestaltung weg, alle Inhalte bleiben aber in einer sinnvollen Reihenfolge lesbar.

Außerdem können Benutzer das Aussehen von CSS-basierten Webseiten ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen. Kommt beispielsweise ein sehbehinderter Benutzer mit der Farbkombination eines Internetauftritts nicht gut zurecht, kann er die Farben mit einem eigenen Stylesheet überschreiben.

Aus diesen Gründen ist CSS für die barrierefreie Gestaltung von Internetseiten sehr wichtig.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

D

dynamische Inhalte

Sammelbegriff für verschiedenartige Mechanismen, Inhalte während ihrer Anzeige dynamisch zu ändern, entweder automatisch oder durch Einwirken des Benutzers.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

E

Event-Handler

Siehe auch: onmouseover
Siehe auch: onfocus

Direkt aus dem Englischen übersetzt heißt "Event-Handler" so viel wie "Ereignisbehandler". Ein "Event" ist ein Ereignis auf einer Webseite. Einige Beispiele für Events: die Seite wurde vollständig geladen, der Benutzer hat ein Element mit der Maus berührt, oder es wurde eine bestimmte Taste gedrückt. Mithilfe eines Event-Handlers kann mit Javascript auf solche Ereignisse reagiert werden.

Ein konkretes Beispiel: der Benutzer berührt mit der Maus einen Link. Mithilfe des Event-Handlers "onmouseover" wird eine Reaktion auf dieses Ereignis ausgelöst: ein Javascript wird aufgerufen. Dieses Skript wiederum bewirkt, dass auf der Webseite ein Menü mit weiteren Links eingeblendet wird.

Es gibt geräteabhängige und logische Event-Handler. "onmouseover" ist zum Beispiel ein geräteabhängiger Event-Handler.

In modernen Browsern oder Screenreadern kann dieser Event-Handler allerdings auch per Tastatur ausgelöst werden. Die Wahl des Event-Handlers entscheidet also nicht darüber, ob eine Webseite geräteunabhängig ist, auch per Tastatur bedient werden kann. Es ist nicht nötig und es reicht nicht aus, geräteabhängige durch logische Eventhandler zu ersetzen.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

F

Flash

Flash ist ein Programm der Firma Macromedia, mit dem Multimedia-Inhalte aus Grafiken, Text, Video und Sound erstellt werden können. Flash wird zum Beispiel für die Entwicklung von kleinen Filmen, animierten Werbebannern, aber auch kompletten Webangeboten eingesetzt.

Ähnlich wie Applets sind Flash-Inhalte heute für viele Menschen mit Behinderung nicht oder nur eingeschränkt zugänglich. Mit neueren Versionen von Flash wurden zwar erhebliche Verbesserungen eingeführt, dank derer unter anderem einige Screenreader mittlerweile Flash-Inhalte verarbeiten können. Trotzdem bleiben immer noch viele schwer wiegende Zugänglichkeitsprobleme, zum Beispiel bei der Tastaturbedienbarkeit. Wer seine Inhalte für jeden zugänglich machen will, muss deshalb eine alternative Version auf HTML-Basis bereitstellen.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Frame

Eine Webseite kann aus mehreren Teil-Webseiten zusammengesetzt werden, den so genannten Frames (manchmal auch "Rahmen" genannt). In der Vergangenheit benutzte man Frames gerne, um zum Beispiel den Navigationsbereich vom Inhaltsbereich einer Seite zu trennen. Der Navigationsbereich bleibt dann fest stehen, während der Inhaltsbereich gescrollt werden kann.

Ein Nachteil dieser Praxis ist, dass die Bedienung von Frames für Screenreader-Benutzer recht umständlich sein kann. Deshalb ist es wichtig, dass die einzelnen Frames sinnvolle Namen haben (zum Beispiel "Navigation" und "Inhalt").

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

G

Gebrauchstauglichkeit

Gebrauchstauglichkeit ist das deutsche Wort für "Usability".

Die ISO-Norm 9241-11 definiert Gebrauchstauglichkeit als

das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Eine kurze Definition, in der viel drin steckt. Was bedeutet das im einzelnen?

"durch bestimmte Benutzer": Die Frage ist, für wen das Webangebot gebrauchstauglich sein soll. Beispielsweise kann ein Suchformular mit vielen Optionen für eine regelmäßige Benutzerin schnell und gut bedienbar sein, einen weniger versierten Gelegenheitsnutzer aber vor große Probleme stellen. Hier spielt auch die Zugänglichkeit für alle hinein: Ein Webangebot, mit dem der "durchschnittliche" Besucher gut zurecht kommt, ist für Besucher mit besonderen Anforderungen noch lange nicht brauchbar.

"in einem bestimmten Nutzungskontext": Das zielt in eine ähnliche Richtung. Zu Hause hat der Besucher einen großen Bildschirm, unterwegs will er die selben Informationen vielleicht mit dem Mobiltelefon abrufen.

"Ziele": Was hat der Besucher vor, wofür will er das Webangebot nutzen?

"effektiv" bedeutet auf Deutsch wirksam. Kommt der Besucher zum gewünschten Ergebnis, findet er das, was er sucht?

"effizient": Da geht es um den Aufwand. Vielleicht erreicht der Besucher zwar sein Ziel, online eine Fahrkarte zu kaufen - aber erst nach langem, mühsamen Suchen und Herumprobieren. Das wäre dann nicht effizient, der Aufwand stünde in keinem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis.

Und schließlich "zufriedenstellend": Ein Programm, das ungewohnt aufgebaut ist und hässliche Farben hat, mag vergleichsweise effektiv und effizient zu nutzen sein. Aber es nervt!

GIF

Siehe auch: JPEG

GIF steht für "Graphics Interchange Format" und ist ein Dateiformat zur effizienten Komprimierung von Bildern. Es ist neben JPEG eines der zwei Bildformate, die sich im Internet durchgesetzt haben und in allen Browsern angezeigt werden können. GIFs können mithilfe des img-Elements in HTML-Seiten eingebunden werden.

Das GIF-Format speichert Grafiken verlustfrei, allerdings nur mit maximal 256 Farben. Deshalb ist es nicht gut für Fotos geeignet, sondern vielmehr für Schriftgrafiken, Piktogramme oder Illustrationen mit klaren Konturen und wenigen Farbverläufen.

Animierte GIFs enthalten in einer Datei mehrere Grafiken, die nacheinander angezeigt werden und dadurch den Eindruck von Bewegung vermitteln. Animationen können für manche Benutzer eine Barriere darstellen.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

H

Helligkeitskontrast

Die Kontrastwirkung von Farben wird durch verschiedene Faktoren bestimmt: den Farbton, die Sättigung und die Helligkeit. Wie stark der Helligkeitskontrast zweier Farben ist, kann man sehen, wenn sie in Graustufen dargestellt werden, zum Beispiel auf einem Schwarzweißdrucker.

Manche Farben unterscheiden sich in Bezug auf den Farbton deutlich, in Bezug auf die Helligkeit aber nicht. Grün und Rot sind zum Beispiel unter Umständen gleich hell, in einer Graustufendarstellung also nicht zu unterscheiden.

Es gibt recht viele Menschen, die bestimmte Farbtöne nicht unterscheiden können. Dann kommt es darauf an, dass der Helligkeitskontrast ausreicht. Vom W3C wurde eine Formel entwickelt, mit der man den Helligkeitskontrast zweier Farben ermitteln kann. Diese Formel wird auch im BITV-Test angewendet.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

HTML

Siehe auch: Quellcode
Siehe auch: CSS

HTML ist die Abkürzung für "Hypertext Markup Language" und bedeutet auf Deutsch "Hypertext-Auszeichnungssprache". Sie ist die Standard-Beschreibungssprache von Internetseiten.

Mit HTML können Inhalte logisch beschrieben werden. Zum Beispiel kann ein Textabschnitt als Überschrift, ein weiterer Textabschnitt als Absatz und ein dritter als Link definiert werden. Dafür gibt es unterschiedliche HTML-Tags: zum Beispiel den Tag <h1> für eine Überschrift erster Ebene, <p> für einen Absatz und <a> für einen Link.

Links zum Thema:

I

invertiert

Mit "invertierten" Farben oder der "inversen Farbdarstellung" ist die Farbumkehr gemeint. Bei der Farbumkehr werden die tatsächlichen Farben einer Seite "umgekehrt" dargestellt. Das heißt, ein ursprünglich heller Hintergrund wird dunkel und ehemals dunkle Schriftfarben werden hell angezeigt. Sehbehinderte wählen diese Darstellungsformen häufig, weil sie ihnen die Lesbarkeit erleichtert. Voraussetzung hierfür ist eine kontrastreiche Farbzusammenstellung.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

J

Java

Siehe auch: Applets

Java ist eine von der Firma Sun Microsystems entwickelte objektorientierte und plattformunabhängige Programmiersprache. Häufig wird Java in Form von Java-Applets auf Internetseiten genutzt. Damit Java-Programme funktionieren, muss auf dem betreffenden Rechner das "Java Runtime Environment" (JRE) installiert sein.

Javascript

Siehe auch: Event-Handler
Siehe auch: Pop-Up-Fenster

Javascript ist eine Scriptsprache, die oft auf Webseiten eingesetzt wird. Mit ihr ist es unter anderem möglich, Pop-Up-Fenster zu öffnen, Grafiken auszutauschen oder Formulareingaben zu überprüfen.

Unbedacht eingesetzt kann Javascript Barrieren verursachen. Screenreader können Skripte nur eingeschränkt verarbeiten. Außerdem werden Skripte in einigen Firmen und Institutionen Sicherheitsgründen abgeschaltet. Eine barrierefreie Webseite muss deshalb auch in Browsern mit deaktivierten Skripten funktionsfähig sein.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

JPEG

Siehe auch: GIF

JPEG (Joint Photographic Expert Group) ist wie GIF ein im Internet sehr verbreitetes Dateiformat zur Komprimierung von Bildern. JPEGs können mithilfe des img-Elements in HTML-Seiten eingebunden und von jedem Browser angezeigt werden.

Das JPEG-Format kann pro Bild bis zu 16,7 Millionen Farben speichern. Allerdings komprimiert es mit Verlust. Das heißt: je stärker komprimiert wird, desto kleiner die Datei, aber desto schlechter auch die Qualität der Grafik.

Das JPEG-Format ist sehr gut für die Speicherung von Fotos und anderen Grafiken mit feinen Farbübergängen geeignet, allerdings nicht so sehr für Grafiken mit klaren Konturen und wenigen Farben (zum Beispiel Schriftgrafiken oder Piktogramme).

Links zum Thema:

L

Layouttabelle

Siehe auch: Linearisierbarkeit

In HTML steht für die Darstellung von tabellarischen Daten das table-Element zur Verfügung. Beispiele für tabellarische Daten sind Statistiken, Fahrpläne oder Kalender.

Von Layouttabellen spricht man, wenn Tabellen nicht für ihren eigentlichen Zweck - die Ordnung von Daten in Spalten und Reihen - eingesetzt werden, sondern für das Layout, also die Anordnung von Elementen auf der Webseite. Zum Beispiel könnte eine zweispaltige Layouttabelle eingesetzt werden, um links auf der Seite eine schmale Spalte für die Navigation und rechts eine breite Spalte für die Inhalte zu schaffen.

Layouttabellen können die Zugänglichkeit beeinträchtigen, weil sie zu Problemen bei der Linearisierung führen können. Außerdem widerspricht der Einsatz von Tabellen zu Layoutzwecken dem Prinzip der Trennung von Inhalt und Layout. Das Layout sollte deshalb möglichst nicht mit Tabellen, sondern mit CSS realisiert werden. Falls trotzdem Layouttabellen verwendet werden, müssen sie auf jeden Fall linearisierbar sein.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Linearisierbarkeit

In einem grafischen Browser können die Elemente einer Webseite auf der gesamten zur Verfügung stehenden Fläche sowohl nebeneinander als auch untereinander angeordnet werden. Screenreader und Textbrowser können Inhalte aber immer nur nacheinander ausgegeben. Dazu müssen diese natürlich in eine bestimmte Reihenfolge gebracht werden. Diesen Vorgang nennt man Linearisierung.

Dabei werden die Inhalte einer Webseite in der Reihenfolge ausgegeben, wie sie im Quellcode stehen. Tabellen werden demzufolge Zeile für Zeile von links nach rechts ausgegeben.

Als linearisierbar bezeichnet man Webseiten und Tabellen, wenn die Lesereihenfolge der linearisierten Ausgabe (also die Ausgabe eines Screenreaders oder eines Textbrowsers) Sinn macht und für den Benutzer verständlich ist. Linearisierbarkeit ist ein sehr wichtiges Kriterium für Barrierefreiheit.

Besonders wenn verschachtelte Tabellen unbedacht für die Umsetzung des Layouts verwendet werden, kann es passieren, dass Screenreader und Textbrowser die Inhalte in einer für den Benutzer unverständlichen und nicht nachvollziehbaren Reihenfolge ausgeben.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

longdesc-Attribut

Siehe auch: alt-Attribut

Das longdesc-Attribut dient der ausführlichen Beschreibung von Grafiken mit komplexem Inhalt. Beispielsweise bei Diagrammen oder technischen Zeichnungen reicht ein knapper Alternativtext oft nicht aus, um das Bild angemessen und vollständig zu beschreiben. In solchen Fällen kann zusätzlich zum alt-Attribut das longdesc-Attribut eingesetzt werden. Im longdesc-Attribut wird nicht der Beschreibungstext selbst notiert, sondern ein Verweis auf eine separate Seite, auf der die Grafik detailliert beschrieben wird.

Das longdesc-Attribut wird leider noch nicht von allen Hilfsmitteln interpretiert. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen zusätzlichen (möglicherweise unsichtbaren) Link auf die separate Seite mit der ausführlichen Beschreibung anzubieten. Oft ist es auch nicht verkehrt, Grafiken im laufenden Text genauer zu beschreiben. Auch für sehende Nutzer ist so eine Beschreibung unter Umständen hilfreich: Sie sagt, worauf es ankommt und wie die Elemente der Grafik zu verstehen sind.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

O

onfocus

Siehe auch: Event-Handler

"onfocus" ist ein logischer Event-Handler, mit dem eine Aktion ausgelöst werden kann, sobald der Benutzer einen Link oder ein Formularfeld aktiviert. So könnte beispielsweise in einem Formularfeld ein Platzhaltertext mithilfe von Javascript gelöscht werden, sobald das Feld durch einen Mausklick oder per Tab-Taste angesteuert wird.

onmouseover

Siehe auch: Event-Handler

"onmouseover" ist ein geräteabhängiger Event-Handler, mit dem eine Aktion ausgelöst werden kann, sobald der Benutzer mit der Maus über ein Element fährt.

Das bekannteste Einsatzgebiet für diesen Event-Handler sind sicherlich Grafiken in Navigationsleisten, die sich verändern, sobald der Mauszeiger sich darüber befindet. Beim Überfahren eines Links mit der Maus wird mittels Javascript ein Bild gegen ein anderes ausgetauscht.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

P

PDF

PDF steht für Portable Document Format und ist ein von der Firma Adobe entwickeltes Dateiformat, das die Gestaltung und insbesondere die Schriftformatierung von elektronischen Dokumenten zuverlässig beibehält. Ein PDF sieht auf jedem Computer so aus, wie vom Gestalter vorgesehen - auch wenn zum Beispiel die verwendeten Schriften nicht installiert sind. Auf vielen Websites stehen Broschüren oder Formulare im PDF-Format zum Download bereit.

Um PDF-Dateien zu lesen, braucht man ein Leseprogramm, zum Beispiel den kostenlosen Adobe Reader.

In der Vergangenheit waren PDFs für viele Menschen mit Behinderung sehr schlecht bis gar nicht zugänglich. Inwischen wurden wesentliche Verbesserungen eingeführt: zum Beispiel Tastaturbedienbarkeit, Anzeigeoptionen mit hohem Kontrast oder vergrößerten Schriften, und die Möglichkeit, bei der Erstellung von PDFs eine sinnvolle Lesereihenfolge für Screenreader zu gewährleisten. Trotzdem können Benutzer PDF-Dateien nicht so gut an ihre Bedürfnisse anpassen wie HTML-Seiten.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

Pop-Up-Fenster

Pop-Up-Fenster sind Browserfenster, die sich mit Javascript zusätzlich zum aktuellen Hauptfenster öffnen und sich über das Hauptfenster legen. Es gibt Pop-Ups, die der Benutzer selbst über einen Link öffnet, aber auch solche, die sich automatisch beim Laden einer Seite öffnen.

Die Öffnung neuer Fenster kann die Orientierung des Benutzers beeinträchtigen. Das gilt ganz besonders für blinde und sehbehinderte Benutzer. Sie bemerken möglicherweise nicht, dass ein neues Fenster geöffnet worden ist. Der Überblick kann verloren gehen, möglicherweise wird versehentlich das falsche Fenster geschlossen. Deshalb muss der Benutzer informiert werden, wenn das Ziel eines Link in einem neuen Fenster geöffnet wird (auch dann, wenn das neue Fenster nicht mit Javascript, sondern unter Verwendung des HTML-Attributs "target" geöffnet wird).

Automatische Pop-Ups, die sich von alleine öffnen, sind weder barrierefrei noch benutzerfreundlich und sollten vermieden werden.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

Q

Quellcode

Der Quellcode (auf Englisch Source Code) ist der Programmcode eines Programms oder einer Webseite.

Der Quellcode von Webseiten ist in der Markup-SpracheHTML geschrieben. Im Internet Explorer kann man sich den Quellcode unter Menü > Ansicht > Quelltext ansehen. Der Browser interpretiert den Quellcode und erzeugt daraus die für den Benutzer sichtbare Webseite.

R

relative Maßeinheiten

Siehe absolute Einheiten

RSS

RSS ist die Abkürzung für "Really Simple Syndication" (wahlweise auch für "Rich Site Summary" oder "RDF Site Summary") und steht für eine einfache Möglichkeit, über neue Meldungen auf verschiedenen Webangeboten informiert zu bleiben, ohne immer wieder alle einzelnen Websites direkt aufrufen zu müssen.

Um RSS-Feeds zu nutzen, braucht man ein RSS-Leseprogramm wie zum Beispiel FeedReader für Windows oder NetNewsWire für Mac OS X. Mit so einem Leseprogramm können Sie die RSS-Feeds aller für Sie interessanten Webangebote abonnieren.

Viele Webanbieter kennzeichnen ihre Feeds mit kleinen orangefarbenen Icons, oft mit der Beschriftung "RSS" oder "XML". Kopieren Sie die URL des Feeds mit Rechtsklick > Verknüpfung kopieren und fügen Sie sie in die Abonnieren-Funktion Ihres RSS-Leseprogramms ein. Im Reader werden dann die Überschriften und Anreißertexte aller aktuellen Meldungen der abonnierten Feeds ähnlich wie in einem E-Mail-Programm angezeigt. Wenn ein Anreißertext interessant klingt, kann der komplette Text durch einen Klick auf die Überschrift aufgerufen werden.

 

Links zum Thema:

S

Screenreader

Ein Screenreader ist ein Bildschirmleseprogramm und wird vor allem von blinden und stark sehbehinderten Menschen eingesetzt. Er liest aus, was auf dem Bildschirm dargestellt wird. Diese Information kann über eine Sprachausgabe als gesprochene Sprache oder über eine Braillezeile als Brailleschrift ausgegeben werden. Ein verbreiteter Screenreader ist JAWS for Windows.

Links zum Thema:

Sitemap

Eine Sitemap (Englisch für "Landkarte einer Website") ist das Inhaltsverzeichnis eines Webangebots. Eine gute Sitemap stellt den Aufbau eines Webangebots übersichtlich dar, so dass sich der Benutzer einen Überblick verschaffen kann und leicht findet, wonach er sucht.

Ein Beispiel: die Sitemap dieser Website.

Besonders bei größeren Webangeboten ist eine Sitemap eine wichtige Orientierungshilfe.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

skalierbare Schriften

Siehe auch: absolute Einheiten

Skalierbare Schriften können vom Benutzer vergrößert oder verkleinert werden. In den meisten Browsern geht das unter dem Menüpunkt "Ansicht" oder "View".

Leider funktioniert das Skalieren im Internet Explorer aber nicht, wenn die Schriftgröße mit einer absoluten Maßeinheit wie px oder pt festgelegt wurde. Die Schriftgröße bleibt dann immer gleich, egal ob der Benutzer den Schriftgrad "sehr klein" oder "sehr groß" wählt.

Sehr viele Benutzer können Webseiten aufgrund von zu kleinen Schriften schwer oder gar nicht lesen, zum Beispiel ältere oder leicht sehbehinderte Menschen. Deshalb ist es für die Zugänglichkeit sehr wichtig, dass Schriftgrößen relativ angegeben werden, damit sie auch im Internet Explorer bei Bedarf vom Benutzer vergrößert werden können.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

standardkonform

Standardkonform bedeutet: ein Webangebot folgt den Vorgaben des W3C. Dieses Konsortium legt Standards für Techniken im Web fest.

Standardkonforme Webseiten erfüllen die in HTML 4.01 Strict oder XHTML 1.0 festgelegten Regeln der Sprache HTML. Sie sind valide, sie verzichten auf den Gebrauch veralteter Elemente und ihr Layout basiert nicht auf Tabellen.

Die zentrale Idee der neueren HTML- oder XHTML-Versionen ist die Trennung von Inhalt und Darstellung. Diese Trennung ist auch die Grundidee des barrierefreien Webdesigns. Die Darstellung der Inhalte ist variabel, die Inhalte können zum Beispiel vergrößert oder in anderen Farben ausgegeben werden. Auch die für blinde Benutzer wichtige Vorlesbarkeit von Webseiten basiert auf der Trennung von Inhalt und Darstellung.

Fast alle Prüfschritte des BITV-Tests haben mit der Trennung von Inhalt und Darstellung zu tun. Denn die Grundlage dafür ist die von der Darstellung unabhängige, logische Strukturierung der Inhalte.

Die Prüfschritte zur formalen Standardkonformität:

Links zum Thema:

Style Sheets

Siehe: CSS

T

Tabben

Tabben ist ein alltagssprachliches Wort dafür, dass ein Benutzer mit der Tabulatortaste die Links auf einer Webseite nacheinander ansteuert. Für Barrierefreiheit wichtig ist, dass dieser Umgang mit der Webseite überhaupt möglich ist, dass also

  1. alle Links per Tabulatortaste ansteuerbar sind,
  2. dass der Benutzer gut sehen kann, welchen Link er gerade angesteuert hat und
  3. dass die Reihenfolge, in der die Links angesteuert werden, nachvollziehbar ist.

Die entsprechenden Prüfschritte im BITV-Test:

Tabindex

Normalerweise folgt die Tabulatorreihenfolge der Reihenfolge der Links im Quelltext einer Webseite. Mit dem Tabindex kann der Webdesigner festlegen, dass die Links in einer anderen, von der Reihenfolge im Quelltext abweichenden Reihenfolge angesteuert werden.

Die Verwendung des Tabindex hat verschiedene Nachteile. Es ist eine fehleranfällige Technik, die doppelte Vergabe von Indices kann zum Beispiel zu Problemen führen. Vor allem aber: Eine "künstliche", mithilfe von tabindex festgelegte Tabulatorreihenfolge ist für sehende Tastaturbenutzer oft schlechter nachvollziehbar, denn sie entspricht nicht mehr der Anordnung der Elemente auf dem Bildschirm. Die Festlegung von Tabindices ist daher nicht zu empfehlen.

Links zum Thema:

Tabulatorreihenfolge

Tastaturbenutzer steuern die Links und Schaltflächen einer Webseite mit der Tabulatortaste an. Sie tabben durch die Seite, bei jeder Betätigung der Tabulatortaste springt der Tastaturfokus zum nächsten Link.

Die Tabulatorreihenfolge ist die Reihenfolge, in der die Links auf einer Webseite angesteuert werden.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Tags

Tags (Englisch für Etikett, Markierung) werden in Auszeichnungssprachen wie (X)HTML oder XML genutzt, um Daten auszuzeichnen und zu strukturieren. So wird beispielsweise in einem HTML-Text der Anfang eines Absatzes mit dem öffnenden Tag <p>, das Ende mit dem schließenden Tag </p> gekennzeichnet. Es gibt in HTML zahlreiche Tags mit unterschiedlichen Bedeutungen, zum Beispiel <h1> bis <h6> für Überschriften, <li> für Listeneinträge oder <table> für Tabellen.Mit solchen Tags strukturierte Webinhalte können von Browsern und Hilfsmitteln je nach Anforderung des Benutzers unterschiedlich präsentiert werden - das ist die wichtigste Grundlage für Barrierefreiheit. Ein Beispiel für die Nutzung von Tags: Screenreader können alle mit Tags <h1> bis <h6> ausgezeichneten Überschriften einer Webseite in Form eines Inhaltsverzeichnisses ausgeben. Der Nutzer kann sich anhand dieses Inhaltsverzeichnisses einen Überblick verschaffen oder direkt zu einem bestimmten Abschnitt springen. Auch PDFs können seit der in 2001 veröffentlichten Version 5 des Adobe Acrobat mit Tags strukturiert werden. PDF-Tags sind ganz ähnlich benannt wie HTML-Tags (zum Beispiel <TABLE> für Tabellen) und sind auch hier die Grundvoraussetzung für Barrierefreiheit.

Tastaturbedienbarkeit

Barrierefreie Webangebote sind nicht nur mit der Maus, sondern auch vollständig per Tastatur bedienbar.

Das ist für blinde Benutzer wichtig. Denn wer keinen Bildschirm zur Verfügung hat, kann auch mit der Maus nichts anfangen. Aber auch für manche sehende Benutzer ist die Maus nicht geeignet. Denn sie stellt hohe Anforderungen an die Feinmotorik und die Hand-Auge-Koordination.

Tastaturfokus

Der Tastaturfokus markiert das Element, das der Benutzer per Tastatur angesteuert hat. Damit eine Webseite per Tastatur bedient werden kann, ist ein deutlicher Tastaturfokus wichtig. Denn wenn der Benutzer nicht weiß, welches Element gerade angesteuert ist, kann er nicht gezielt zu anderen Seiten wechseln oder Funktionen auslösen.

Der entsprechende Prüfschritt im BITV-Test:

Teaser

Teaser sind Anreißer: kurze Einführungen in das Thema oder die Fragestellung eines Artikels. Im Web handelt es sich meist um mit Bildern illustrierte, kurze Texte auf der Startseite oder auf Übersichtsseiten, die auf längere Artikel verlinken.Typische Probleme im Zusammenhang mit Teasern:

  1. Meist steht am Ende des Teaser-Textes ein "mehr"-Link, der auf den Artikel verweist. Wenn mehrere Teaser auf einer Seite sind, führt das zu gleichlautenden, außerhalb des Zusammenhangs nicht mehr unterscheidbaren Links auf unterschiedliche Ziele.

  2. Teaser werden oft mit kleinen illustrierenden Bildern versehen. Der Zusammenhang zum Thema des Artikels ist häufig lose, man kann manchmal gar nicht erkennen, was eigentlich abgebildet ist. Alternativtexte solcher Bilder sind für blinde Benutzer meist unbrauchbar und störend. Der BITV-Test verlangt daher für dekorative Bilder, die für das Verständnis der Seiteninhalte nicht gebraucht werden, nicht verlinkt sind und auch für sehende Benutzer keinen Informationsgehalt haben, keine Alternativtexte.

Textversion

Als Textversion bezeichnet man die speziell für blinde Benutzer vorgesehene Alternativversion eines Webangebots. Meist werden in Textversionen die Bilder weggelassen und die Darstellung wird vereinfacht.

Textversionen sind aus zwei Gründen problematisch:

  1. Sie verdanken sich einem eingeschränkten Verständnis von Barrierefreiheit. Es geht dabei nicht nur um Blinde, sondern zum Beispiel auch um Besucher mit eingeschränktem Sehvermögen oder um sehende Tastaturbenutzer.
  2. Man kann als Besucher nicht sicher sein, ob alle in der "Normalversion" angebotenen Informationen auch in der Textversion verfügbar sind.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Links zum Thema:

title-Attribut

Siehe auch: alt-Attribut
Siehe auch: Tooltip

Mit dem title-Attribut (nicht zu verwechseln mit dem title-Element) kann man fast alle HTML-Elemente mit ergänzenden Informationen belegen - zum Beispiel Grafiken, Links, Frames oder Formularfelder. Wenn der Mauszeiger über einem Element mit title-Attribut ruht, wird der Inhalt des title-Attributs als "Tooltip" angezeigt (das sind die kleinen gelben Textkästchen). Auch Screenreader können das title-Attribut auslesen. Anders als das alt-Attribut bei Grafiken ist das title-Attribut optional. Für Informationen, die der Benutzer für das Verständnis zwingend braucht, ist es nicht gut geeignet, sondern vielmehr für ergänzende Informationen. Bei Seiten, die sich um Barrierefreiheit bemühen, wird das title-Attribut oft überfrachtet. Häufig werden zum Beispiel Linktexte oder andere im Kontext bereits verfügbare Informationen im title-Attribut noch einmal wiederholt. Dies führt in der Praxis zur Unbenutzbarkeit der title-Attribute.

title-Element

Das title-Element (nicht zu verwechseln mit dem title-Attribut) definiert die Überschrift einer Webseite, den Dokumenttitel. Dieser Titel wird in der Titelleiste des Browserfensters angezeigt.

Aussagekräftige Dokumenttitel sind wichtig für die Orientierung, sie helfen bei der Auswahl und Unterscheidung von Webseiten.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

Tooltip

Siehe auch: title-Attribut

Ein Tooltip ist ein kleines Fenster, das erscheint, wenn der Benutzer den Mauszeiger auf einen Link oder auf eine Abkürzung bewegt.

Mögliche Barrieren im Zusammenhang mit Tooltips:

  • Für sehende Tastaturbenutzer sind sie nicht zugänglich. Auch ist nicht sicher, dass sie von Screenreadern mit vorgelesen werden. Wichtige Informationen sollen daher nicht in den (im Tooltip angezeigten) title-Attributen untergebracht werden.
  • Der Microsoft Internet Explorer 6.0 zeigt in den Tooltips von Bildern (fälschlicherweise) den Alternativtext an. Manche Webdesigner glauben daher, dass der Alternativtext für ergänzende Informationen zum Bild gedacht ist, zum Beispiel für die Angabe der Bildquelle. Das ist aber falsch. Der Alternativtext ist ein Ersatz für das Bild. Nur ergänzende Informationen sollten im title-Attribut untergebracht werden.

Links zum Thema:

Transkript

Ein Transkript ist eine Niederschrift eines (meist gesprochenen) Textes, zum Beispiel das Transkript eines Interviews. Die Transkription erfolgt meist nach strengen, projektspezifischen Regeln.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

U

Usability

Siehe: Gebrauchstauglichkeit

V

Validator

Validatoren sind Programme, die Webseiten auf ihre Konformität mit gegebenen Richtlinien oder Standards prüfen können. Mit dem HTML-Validator des W3C kann beispielsweise geprüft werden, ob der in HTML geschriebene Quellcode einer Webseite syntaktisch fehlerfrei - also valide - ist.

Validität ist ein grundlegendes Kriterium für Barrierefreiheit, da eine korrekte HTML-Syntax die fehlerfreie Ausgabe einer Webseite durch Browser und Screenreader erleichtert.

Relevante Prüfschritte im BITV-Test:

W

WAI-ARIA

WAI-ARIA ist ein im Entwurf befindlicher Standard der Web Accessibility Initiative (WAI) für zugängliche Web-Anwendungen (Accessible Rich Internet Applications).

Mit ARIA lässt sich der HTML-Code um Rollen und Eigenschaften erweitern, die das sichtbare Layout von Webseiten zwar nicht verändern, aber blinden und sehbehinderten Nutzern helfen, das dynamische Verhalten von Webseiten besser nachzuvollziehen und komplexe Bedienelemente nutzen zu können.

WCAG

WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines. Es handelt sich um von der Web Accessibility Initiative (WAI) entwickelte Richtlinien für die Erstellung barrierefreier Webangebote. Die WCAG 1.0 vom 5. Mai 1999 sind Grundlage der Anforderungen und Bedingungen der BITV. Mit der W3C-Empfehlung vom 11. Dezember 2008 liegen nun die WCAG 2.0 vor, welche die Grundlage für die für 2009 erwartete Novellierung der BITV bilden.

Links zum Thema:

Webstandards

Siehe: standardkonform

Z

Zugänglichkeit

Siehe auch: Barrierefreiheit

Zugänglichkeit ist die direkte Übersetzung des englischen Begriffs Accessibility und meint die Zugänglichkeit von Angeboten (zum Beispiel Software oder Internetseiten) für alle potenziellen Benutzer - auch für Menschen mit Behinderung.

Was ist der Unterschied zwischen Zugänglichkeit und Barrierefreiheit? Eigentlich gibt es keinen: wenn keine Barrieren vorhanden sind, dann ist die Seite zugänglich. Allerdings kennt Barrierefreiheit keine Abstufungen. Ein bisschen zugänglich können Seiten sein, ein bisschen barrierefrei aber nicht.