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Test der Woche vom 01.11.2006
78 Punkte für das für das Stadtportal nuernberg.de

01.11.2006

In dieser Woche untersuchen wir das Stadtportal nuernberg.de. Die sehr ausführliche Erklärung zur Barrierefreiheit klingt viel versprechend. Unser Test offenbart leider trotzdem einige Schwachpunkte.

Abbildung der Startseite von nuernberg.de 

www.nuernberg.de

"... zurück zur Sprungnavigation"

Eindeutig zu gut gemeint haben es die Macher der Website mit unsichtbaren Sprunglinks. Im Kopfbereich jeder Seite wird der Nutzer in der Sprungnavigation mit 10 Links konfrontiert, die wahrscheinlich mit Bezeichnungen wie "Allgemeine Online Dienste", "Themenbereiche" und "Pfadnavigation" erst einmal Verwirrung stiften. Doch damit nicht genug: Jedem Inhaltsblock folgt ein unsichtbarer Link, der zurück auf die Sprungnavigation verweist. Allein auf der Startseite wird der Link "zurück zur Sprungnavigation" 11 Mal wiederholt.

Diese Links sollen Screenreadernutzern helfen, schnell durch die Seite zu navigieren. Durch die Unzahl der Links erscheint die Struktur der Seite aber komplexer als sie eigentlich ist. Die Linkliste, die von vielen Screenreadernutzern zur Navigation genutzt wird, wird dadurch unnötig aufgebläht. Und für sehende Tastaturnutzer, zum Beispiel motorisch behinderte Menschen, sind die vielen unsichtbaren Links eine unnötige Barriere. Denn durch sie verliert man schnell den Überblick, wenn man mit der Tabulatortaste durch die Seite navigiert.

Alternativtexte

Im Großen und Ganzen sind die Alternativtexte für Grafiken und Bedienelemente gelungen. Bei einigen Bedienelementen bleibt das alt-Attribut jedoch leer (alt=""), stattdessen steht der eigentliche Alternativtext im title-Attribut. Das title-Attribut kann aber den alt-Text nicht ersetzen, es ist nur für ergänzende Informationen vorgesehen.

Bei einigen Fotos wird der Alternativtext dazu missbraucht, Urheberechtsangaben unterzubringen (zum Beispiel "Bildbeschreibung. Foto: Max Mustermann"). Diese Angaben haben im Alternativtext nichts zu suchen.

Strukturierung

Das Layout der Seiten wird mit (gut linearisierbaren) Tabellen realisiert. Die Strukturierung der Seiten durch Überschriftenelemente ist nachvollziehbar. Noch nicht befriedigend ist die Verwendung von Listen-Elementen für die Navigationsbereiche. Das visuell sehr deutlich hervorgehobene Hauptmenü ist nicht als Liste ausgezeichnet und geht in der Darstellung ohne CSS unter. Bei einigen anderen Navigationslisten werden die Trennstriche zwischen den einzelnen Begriffen als eigene Aufzählungspunkte definiert.

PDFs sind nicht zugänglich

Bei vielen Webangeboten, die sich ansonsten um Barrierefreiheit bemühen, stehen wichtige Inhalte nur als unzugängliche PDFs zur Verfügung - so auch bei nuernberg.de. Stichproben ergaben, dass die PDFs nicht barrierefrei sind, HTML-Alternativen stehen ebenfalls nicht zur Verfügung, der Prüfschritt 11.1.1 - Angemessene Formate ist daher nicht erfüllt.

Fazit

Bei den PDFs muss etwas passieren. Die zu enge Ausrichtung auf blinde Benutzer sollte korrigiert werden. Alle anderen Mängel betreffen eigentlich Details, aber sie summieren sich so, dass das Gesamtergebnis auf traurige 78 Punkte abrutscht.


Internetadresse: http://www.nuernberg.de

Getestet von: Thomas Mayer, BIK-Beratungsstelle Hamburg
Testergebnis: 78 von 100 Punkten (schlecht zugänglich)

Testbericht mit allen Einzelbewertungen auf bitvtest.de

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