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Test der Woche vom 04.04.2007
83,25 Punkte für die Ludwig-Maximilians-Universität München

04.04.2007

Sind die Anforderungen der Barrierefreiheit auch bei den Universitäten angekommen? Zwei recht gute Webauftritte von Universitäten des Bundes, nämlich der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Helmut-Schmidt-Universität, haben wir schon im letzten Jahr geprüft. Diese Woche besprechen wir das Webangebot der im Rahmen der Exzellenzinitiative der Bundesregierung ausgezeichneten Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Abbildung der Startseite von uni-muenchen.de

www.uni-muenchen.de

Die LMU hat ihren Webstyleguide (PDF, 1,5 MB) veröffentlicht. Erfreulicherweise wird dem Thema Barrierefreiheit dort viel Raum eingeräumt, wenn auch bisweilen mit zweifelhaften Aussagen.

Zum Thema Richtlinien für Barrierefreiheit ist dort zu lesen:

Es gibt keinen gesetzlichen Zwang, sämtliche dieser Richtlinien gleichzeitig in einem Internetauftritt umzusetzen. Dies macht durchaus Sinn, da eine "radikal" barrierefrei programmierte Website die Erwartungshaltung nicht-behinderter Benutzer an modernes Design und gefällige Optik enttäuschen würde (...)

Das können wir nicht nachvollziehen. Modernes Design und Barrierefreiheit schließen sich nicht gegenseitig aus. Das beweisen unter anderem die Preisträger des Biene-Awards und viele Agenturen in unserer 90plus-Liste.

Zur konkreten Umsetzung der Barrierefreiheit steht im Webstyleguide folgendes:

Die Website www.lmu.de erreicht eine optimale Barrierefreiheit durch

  • grundsätzliche Trennung von Layout und Inhalt
  • strukturierten Aufbau des Inhalts
  • einstellbare Schriftgrößen
  • Alt- und Title-Texte zu Bildern und Links
  • Tabellen, die ausschließlich zur Aufbereitung strukturierter Daten dienen (Tabellen werden niemals zu Layoutzwecken verwendet!)
  • deutliche Farbgebung (Website ist auch ohne Farbe navigierbar!)
  • Anpassungen zur Erreichung höchster Browserkompatibilität
  • Einsatz einer "selbsterklärenden", monochromen Ikonographie
  • weitgehender Verzicht auf Einsatz aktiver Inhalte (z. B. Flash)
  • robusten Standard-HTML-Code

Kann der Test diese Selbsteinschätzung bestätigen?

Gut umgesetzt ist die Skalierbarkeit des komplett CSS basierten Seitenlayouts. Bei geringen Bildschirmauflösungen und vergrößerter Schrift bleiben mit Ausnahme kleinerer Probleme mit Formularelementen alle Inhalte gut nutzbar.

Die Strukturierung der Seiten mit Überschriften- und Listen-Elementen ist verbesserungsfähig. Einige Überschriften sind nicht korrekt ausgezeichnet. Nicht alle Menüs sind als Listen ausgezeichnet.

Auch die Alternativtexte für Bilder und Grafiken sind noch nicht optimal. So wird zum Beispiel auf der Startseite bei den Bildern, die Nachrichten illustrieren, die jeweilige Nachrichtenüberschrift als Alternativtext eingesetzt. Diese Überschrift hat mit dem Inhalt der Bilder aber oft wenig zu tun. Beispiel: "Heinz Maier-Leibnitz-Preis für zwei LMU-Wissenschaftler - Foto: Jan Greune". Auf dem Bild ist ein Mikroskop zu sehen.

Für einige transparente Layoutgrafiken wird statt eines leeren Alternativtexts alt="blank" verwendet.

Einige HTML-Elemente und -Attribute, die zum Standard im barrierefreien Webdesign gehören (zum Beispiel label für Formularelemente oder das lang-Attribut zur Angabe der Sprache), werden auf lmu.de nicht eingesetzt. Ob das eine Folge der im Styleguide beschriebenen Abwägungen zwischen Programmieraufwand und "Nutzen für die Zielgruppe" ist, bleibt unklar.

Alles in allem kommt das Internetangebot im Test auf 83,25 Punkte. Noch kein exzellentes, aber ein im Vergleich mit den Webauftritten anderer Universitäten respektables Ergebnis.


Internetadresse: http://www.uni-muenchen.de

Getestet von: Thomas Mayer, BIK-Beratungsstelle Hamburg
Testergebnis: 83,25 von 100 Punkten (eingeschränkt zugänglich)

Testbericht mit allen Einzelbewertungen


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