28.02.2007
Heute schließen wir unsere dreiteilige Millionenstadt-Testreihe mit dem Webangebot der Stadt Berlin ab.
Wie Hamburg und München verzichtet auch das Stadtportal von Berlin nicht auf Werbeeinblendungen. Die Werbung ist deutlicher vom redaktionellen Teil abgegrenzt als bei Hamburg. Auf der Startseite führt sie trotzdem gleich in mehreren Prüfschritten zu Punktabzügen, denn die Banner blinken und werden teils mit unbenannten Frames, teils mit Layouttabellen positioniert.
In den Menüleisten wird durch farbliche Hinterlegung oder vorangestellte Symbole kenntlich gemacht, welcher Menüpunkt aktuell ausgewählt ist. Wer allerdings ein benutzerdefiniertes Farbschema eingestellt hat, die Webseiten ohne Stylesheet betrachtet oder einen Screenreader nutzt, bekommt von dieser Information leider nichts mit. Darüber hinaus wird der Standort ab der dritten Menü-Ebene leider gar nicht mehr gekennzeichnet. Ein Breadcrumb-Pfad könnte die Orientierung für alle Nutzer erheblich verbessern.
Die Menü-Option "Sitemap" wird nur in einigen Rubriken angeboten, ein Site-übergreifendes Inhaltsverzeichnis steht leider nicht zur Verfügung.
Grundsätzlich können sogenannte "Flyout"-Menüs eine benutzerfreundliche Ergänzung sein, denn sie ermöglichen dem Besucher den direkten Zugriff auf die Unterseiten der verschiedenen Rubriken. Hier sind sie allerdings nicht optimal umgesetzt. Ohne Stylesheet verhält sich der Ein- und Ausklappmechanismus recht unvorhersehbar. Zudem sind die "Flyout"-Menüs auf einigen Seiten vorhanden, auf anderen hingegen nicht. Der Benutzer muss also immer wieder neu ausprobieren, ob das Menü ausgeklappt werden kann oder nicht.
Bei den Alternativtexten ergibt sich ein durchwachsenes Bild. Bei grafischen Bedienelementen sind die alt-Texte teils gut, teils verbesserungsfähig und teils gar nicht vorhanden. Auch die Alternativtexte von Bildern können nicht überzeugen: oft werden darin nur die sichtbaren Bildunterschriften samt Copyright-Angaben wiederholt.
Für Nutzer, die sich ausschließlich auf die Tastatur bei der Navigation stützen, kommen mehrere Hürden zusammen:
Zu den bereits genannten Mängeln kommen viele weitere Fehler wie zum Beispiel teilweise unzureichende Kontraste, Javascript-abhängige Auswahlmöglichkeiten oder fehlende Sprachauszeichnungen. Mit einem Ergebnis von 74,25 Punkten lautet die Bewertung leider wie bei Hamburg und München: schlecht zugänglich.
Internetadresse: http://www.berlin.de
Getestet von: Darius Nikolaus Krupinski, BIK-Beratungsstelle Hannover
Testergebnis: 74,25 von 100 Punkten (schlecht zugänglich)
Testbericht mit allen Einzelbewertungen
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