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Webseiten strukturieren
Fragen und Antworten

18.01.2005

Gehört die Navigation zur Seite? Müssen die Überschriften sichtbar sein? Was ist besser: Überschriften oder Sprunglinks? Hier finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema Strukturierung.

Auf dieser Seite:

1. Kann man alles strukturieren?

Die meisten Webseiten werden heute dynamisch erzeugt. Man weiß vorab gar nicht, in welchem Zusammenhang die Inhalte stehen.

Dann wäre die Strukturierung natürlich schwierig, wenn man gar nicht wüsste, wie der Besucher sich die Inhalte aufbereitet. Aber so ist es nicht. Der Besucher kann die Inhalte nach unterschiedlichen Gesichtspunkten ordnen, weil die Webanwendung das vorsieht. Sie kennt die dynamisch erzeugten Ansichten, also kann sie auch dafür sorgen, dass ihre Inhalte in den verschiedenen Ansichten in brauchbarer Weise geordnet sind.

Schwierigkeiten kann es geben, wenn von Hand strukturierte Texte in automatisch generierte Ansichten eingebettet sind. Der Übergang muss stimmen, die Tiefe der Struktur muss überall gleich sein oder das Programm muss die Struktur der eingebetteten Texte entsprechend modifizieren.

Sind die HTML-Strukturelemente auch für Webanwendungen geeignet?

Für die eigentlichen Anwendungen ist HTML nicht geeignet. Da braucht man zum Beispiel Programme, die in der Lage sind, Daten je nach Anforderung des Besuches unterschiedlich zu kombinieren oder auszufiltern.

Es geht also um die Strukturierung der Benutzeroberfläche. Der Besucher kann auf der Webseite Anfragen stellen oder Ergebnisse ansehen. Wenn auf der Seite viele unterschiedliche Ergebnisdaten und Steuerungselemente angezeigt werden, dann stellt sich - wie bei allen anderen informationsorientierten Webseiten - die Aufgabe, diese Elemente für den Benutzer überschaubar und handhabbar zu machen. Dafür verwendet man die HTML-Strukturelemente.

Ist die Strukturierung durch Überschriften immer angebracht?

Die Strukturierung mit Überschriften ist angebracht, wenn die Seite über etwas informiert und dieses "Etwas" sich gliedern lässt. Das etwas kann alles mögliche sein: die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit, Produkte, die man ersteigern oder kaufen kann, Gesetze, Dienstleistungen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen die Strukturierung nicht angebracht ist. Also zum Beispiel ein Computerspiel, in dem Frau Croft versucht, alle möglichen Abenteuer zu überleben. Da wäre eine Struktur, die schön übersichtlich zeigt, welche Gefahren gerade lauern und welche Spezialwaffen Frau Croft dagegen einsetzen kann, unzweckmäßig. Der Reiz des Spiels ist, dass die Informationen nicht leicht zugänglich sind.

Eine wohl strukturierte, nach gängigen Regeln aufgebaute Webseite mag leicht zu bedienen sein. Aber sie ist auch langweilig.

Das ist richtig. Es ist daher immer die Frage, worum es der Seite geht. Wenn das Angebot Information ist und der Besucher in erster Linie kommt, um sich eine bestimmte Information zu beschaffen, dann steht die leichte Bedienung im Vordergrund. Ein ungewöhnlicher Seitenaufbau oder ein ungewöhnliches Bedienkonzept verlangt die Aufmerksamkeit des Besuchers. Es wäre dann störend.

Es gibt aber auch Webangebote, die Besucher anziehen wollen, obwohl ihr Thema eigentlich nicht interessant ist. Zum Beispiel der Preisträger des DMMA 2003, die Lizenz zum Grillen.

Es geht um Ketchup. Den kann man zum Fleisch oder zur Wurst dazu tun, ansonsten ist eigentlich nicht viel dazu zu sagen. Kaufen kann man ihn auch überall, Ketchup-Bezugsquellen oder Preislisten im Internet braucht niemand. Trotzdem möchte die Firma Heinz, dass viele Leute ihre Ketchup-Seiten besuchen.

Wie macht man das? Das Thema ist nicht interessant, also muss die Aufbereitung spannend sein. Eine überraschende, die Aufmerksamkeit fordernde, ungewöhnliche oder schwierige, daher nicht für alle gut zugängliche Aufbereitung ist zweckmäßig.


2. Wie strukturiert man?

Gehört die Navigation zur Seite?

Die feste Navigation gehört eher zum gesamten Webangebot, als zur einzelnen Seite. Sie soll zeigen, wo man gerade ist, aber ansonsten soll sie gleich funktionieren, also unabhängig sein vom besonderen Inhalt der einzelnen Seite.

Aber klar ist auch: Die feste Navigation ist auf der Seite drauf. Und man kann auch nicht sagen, dass sie weniger wichtig ist, als die anderen Inhalte. Das kommt drauf an, was der Besucher gerade vorhat.

Man muss es nicht gut finden, dass die feste Navigation so viel Platz auf den Seiten beansprucht. Sie ist da ein Fremdkörper, der vielleicht besser nicht auf der Seite wäre. Aber das ist ein anderes Thema. So lange die feste Navigation auf den Seiten drauf ist, gehört sie dazu, die Struktur der Seite muss die Navigation einschließen.

Müssen die Überschriften sichtbar sein?

Was offensichtlich ist, muss nicht durch eine Überschrift gesagt werden. Der Benutzer der grafisch aufbereiteten Ansicht sieht sofort, dass da zum Beispiel ein Hauptmenü ist. Die Gestaltung als Leiste oder mit Reitern ist ihm vertraut, für ihn ist die Überschrift "Hauptmenü" überflüssig.

Ähnlich ist es bei der Anordnung in Spalten und Kästen. Man sieht sofort, dass da Inhalte zusammengefasst sind. Und man muss vielleicht nur die ersten zwei, drei Einträge lesen, um zu wissen, welche Inhalte es sind.

Nötig ist die Überschrift nur, wenn die Bildschirmansicht nicht zur Verfügung steht. In diesen Fall muss sie die visuelle Ordnung ersetzen. Sie steht für eine Information, die sonst von der Anordnung vermittelt wird. Sie ersetzt die Anordnung wie ein Alternativtext das Bild. Daher muss sie auf dem Bildschirm nicht sichtbar sein.

Betonen oder strukturieren: Worum geht es bei Überschriften?

Das W3C sagt dazu:

A heading element briefly describes the topic of the section it introduces. Heading information may be used by user agents, for example, to construct a table of contents for a document automatically.

There are six levels of headings in HTML with H1 as the most important and H6 as the least. Visual browsers usually render more important headings in larger fonts than less important ones.

Quelle: www.w3.org/TR/REC-html40/struct/global.html

Das klingt ein wenig uneindeutig. Man soll auf Basis der Überschriften Verzeichnisse erzeugen können - und das geht nur, wenn sie den Inhalt strukturieren. Aber auf der anderen Seite sollen die Überschriften auch betonen: Was am wichtigsten ist, soll mit <h1> ausgezeichnet werden.

Bei Seiten, die unterschiedliche Themen sammeln, stehen die beiden Anforderungen allerdings nicht in Widerspruch zueinander. Denn wie kann man sagen, was für den Besucher das Wichtigste ist? Das kommt drauf an, mit welchem Interesse er die Seite besucht. Der eine sucht einen Radiowecker, der andere interessiert sich für die Couchgarnituren. Wenn die Seite beide bedienen will, dann muss sie erst mal klären, was für den Besucher wichtig ist und angezeigt werden soll.

Und da kommt die Strukturierungsfunktion der Überschriften rein. Schrittweise wird eingegrenzt, erst mal Möbel oder Elektrik, dann Wohnzimmer oder Schlafzimmer und erst ganz am Schluss kommen die Radios und Wecker. Der zweite und dritte Schritt kann nicht vor dem ersten kommen, er ist relativ unwichtig.

Was ist besser: Überschriften oder Sprunglinks?

Mit Sprunglinks kann man beliebige Positionen auf der Seite verknüpfen. Man ist nicht an komplizierte Ordnungsschemata gebunden. Und der zweite Vorteil: Sprunglinks sind ganz normale interne Links, praktisch jeder Browser oder Screenreader unterstützt sie. Deswegen werden am Anfang von Seiten häufig interne Links eingefügt, über die man zum Beispiel die Navigation übergehen und direkt zum Inhalt springen kann.

Sprunglinks haben aber auch Nachteile. Ein großer Nachteil: Sie sind immer da, auch wenn man sie gar nicht braucht. Wer die für den Bildschirm aufbereitete Webseite verwendet und die Maus benutzt, braucht sie normalerweise nicht. Denn die Navigation ist am Rand untergebracht, man kann den eigentlichen Inhalt der Seite sofort sehen. Und die Sprunglinks nehmen dann nicht nur Platz weg, sie können auch irritieren. Der Besucher klickt auf den Sprunglink "zum Inhalt" und wundert sich, dass nichts passiert.

Die Sprunglinks werden daher meistens versteckt, man zeigt sie auf dem Bildschirm nicht an. Was ebenfalls nicht ideal ist, denn sehende Tastaturbenutzer könnten sie auch gut brauchen. Und auch hier kann es leicht zu Irritationen kommen, denn die unsichtbaren Sprunglinks sind ja nicht weg. Der Besucher versucht, mit der Tabulatortaste zu den ausführbaren Elementen der Seite zu springen und nichts passiert!

Auch dafür gibt es Lösungen. Man sorgt dafür, dass nur Tastaturbenutzer die Sprunglinks sehen, zeigt sie erst an, wenn der Besucher per Tastatur ins Browserfenster wechselt.

An sich ist ein bei Bedarf abrufbares, mit der Auszeichnung von Überschriften definiertes Inhaltsverzeichnis aber die bessere Lösung. Es ist nur da, wenn man es braucht, es ist überall verfügbar, es kann beliebig tief sein und die Darstellung durch Browser oder Screenreader ist variabel.

Wenn alle Screenreader die Überschriften vernünftig unterstützen würden und die blinden Besucher mit der Navigation per Überschriften vertraut wären, dann wären die Sprungmarken überflüssig. So lange das nicht der Fall ist, sollte die Navigation durch den sparsamen Gebrauch von Sprungmarken unterstützt werden.

Macht es Sinn, den Inhalt im Quelltext vor der Navigation zu platzieren?

Auf dem Bildschirm ist die Navigation ja meistens oben, es geht also darum, ob die Reihenfolge von Navigation und Inhalt vertauscht werden sollte.

Die Idee ist, dass blinde Besucher oder andere Tastaturbenutzer dann gleich beim Inhalt sind und nicht erst durch die Navigation tabben müssen. Dagegen spricht, dass dieser Vorteil auch ein Nachteil sein kann. Denn von Fall zu Fall ist mal der Inhalt und mal die Navigation das, was man als Erstes braucht. Auch ist es nicht nötig, die Reihenfolge zu ändern, nur damit man schnell zum Inhalt kommt. Das geht auch über die Überschriftenstruktur oder mit Sprunglinks.

Und noch ein wichtiges Argument gegen die Änderung der Reihenfolge: Besucher wechseln zwischen verschiedenen Darstellungen. Wenn es keinen guten Grund für Veränderungen gibt, sollte die Struktur des Seiteninhalts der Anordnung auf dem Bildschirm daher entsprechen. Denn dann ist der Wechsel der Darstellungsform einfacher.

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