30.08.2004
Für die Navigation in einzelnen Seiten sind Chapter und Sections nicht geeignet. Wofür können sie sonst gut sein? Kann man sie für die Navigation in Webangeboten nutzen? Das ist tatsächlich der Fall, mit dem Mozilla ist die Navigation in Webangeboten heute schon ganz gut möglich.
Auf dieser Seite:
Nach der Spezifikation des W3C soll man Chapter und Sections für "Zusammenstellungen von Dokumenten" verwenden und Webangebote kann man sicher als solche Zusammenstellungen verstehen. Also hier die Idee:
Klingt kompliziert, ist aber eigentlich einfach:
Darunter gibt es keine Ebene mehr und das haben sich die Leute vom W3C möglicherweise auch irgendwie bei vorhandenen Seiten mit festen Menusystemen abgeschaut: häufig ist nach drei Ebenen Schluss, darunter kommt nichts mehr oder darunter wird jedenfalls nicht mehr über das separate Navigationsmenu sondern nur noch über in den Inhalt eingebettete Links verzweigt.
Gibt es Beispiele für eine solche Nutzung der Link-Elemente? Gefunden haben wir nur wenige. Achtgrau verwendet die Kapitel-List für die fünf Hauptbereiche des Angebots, bei Aperto und Petershagen geht es sogar über mehrere Ebenen. Das funktioniert eigentlich gut.
Deswegen haben wir auch für bik-online.info entsprechende Links definiert. Die "feste" Navigation geht über maximal drei Ebenen, darunter wird nur noch im Text verlinkt. Das passt also schon mal, die angebotenen Linktypen reichen aus:
Anders, als bei der Navigation auf einer einzelnen Seite muß das vollständige Verzeichnis des Webangebots nie angezeigt werden. Die Bereichsmenus wechseln in Abhängigkeit vom Standort des Besuchers, angezeigt wird immer nur jeweils eines. Die drei Listen reichen also aus.
Aber wie sieht der Besucher, wo er gerade ist? Das Menu soll ihm auch zeigen, was er ausgewählt hat, das war etwas schwierig. Wir haben einfach "Ausgewählt:" vor den jeweils ausgewählten Option eingefügt. Wenn die ausgewählte Seite auf dem Bildschirm gerade angezeigt wird, dann steht "Angezeigt:" vor der Option.
Im Prinzip steht das feste Menü des Webangebots damit in der Toolbar zur Verfügung. Wer mit Mozilla unterwegs ist, braucht die auf den Seiten untergebrachte Navigation im Grunde nicht. Die entsprechenden Listen zeigen ihm, welche Bereiche verfügbar sind und was ausgewählt ist. Nicht so schön, wie auf der Webseite, aber im wesentlichen ist alles da. Für Leute, die einen anderen Browser verwenden, die entsprechenden Screenshots:

Die Abbildung zeigt das Hauptmenu in der Toolbar. Der Eintrag "Infothek" ist als ausgewählt markiert, so erscheint das Hauptmenü also, wenn der Besucher in der Infothek ist.

Die Abbildung zeigt das Bereichsmenü der Infothek. Wieder ist einer der Einträge als ausgewählt markiert, und zwar "Wie geht Barrierefreiheit".

Der Bereich hat zwei Einträge, einer davon ist der Artikel zum Link-Element. Den hat der Besucher ausgewählt, er ist als angezeigt markiert.
Auch die anderen Schaltflächen der Toolbar kann man für die Navigation in bik-online nutzen, man springt zur übergeordneten Seite oder zur Startseite oder man blättert durch den ausgewählten Bereich. Das Blättern funktioniert auch, wenn die Seiten des Bereichs nicht (wie zum Beispiel die Abschnitte dieses Kapitels) wirklich aufeinander folgen, sondern nur zufällig hintereinander in der Liste des jeweiligen Bereichsmenüs stehen.
Auf Basis der im Mozilla verfügbaren Linktypen kann man die Position der aktuell ausgewählten Seite nicht zeigen. Für die Übermittlung des sogenannte Brotkrümelpfades, der den Weg von der Startseite zur aktuell ausgewählten Seite zeigt, ist kein geeigneter Linktyp vorhanden.
Das ist eigentlich das einzige, was fehlt, um im Mozilla die weit verbreiteten "festen" ein- bis dreistufigen Navigationssysteme darzustellen. Die von uns gewählte Kennzeichnung der aktuell ausgewählten Menuoptionen ist natürlich ebenfalls nur ein Notbehelf. Aber das ist kein zusätzliches Problem, denn wenn der Browser den Pfad zur aktuell ausgewählten Seite kennen würde, dann könnte er auch selbst feststellen und anzeigen, welche Menuoptionen gerade ausgewählt sind.
Die drei Linktypen des W3C können also für die "Auslagerung" von festen Navigationssystemen in den Browser verwendet werden. Sind sie auch eine gute Basis für die Auslagerung der Navigation? Das ist fraglich, denn für das Dokument ist das Verfahren nicht einfach. Der Browser stellt ja letzlich nur den Platz zur Verfügung, auf den das Dokument seine Navigation auslagern kann. Der Browser kann auf Basis der vorgesehenen Linktypen gar nicht mehr tun. Die gesamte Aufbereitung:
bleibt (wie beim auf der Seite untergebrachten Menü) Aufgabe des Dokuments.
© 2012 DIAS GmbH | Impressum | Barrierefreiheit
bitvtest.de ist ein Webangebot des BIK-Projekts