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Das Link-Element
Teil 1: Idee des Link-Elements

30.08.2004

Mit dem Browser in Webangeboten navigieren: das war die Idee des Link-Elements. Der Abschnitt erläutert diese Idee und sagt, wie das Link-Element für die Navigation in Webangeboten eingesetzt werden könnte.

Auf dieser Seite:

1. Was sind Link-Elemente?

Link-Elemente verweisen auf andere Dokumente im Web, so wie die bekannten Textlinks. Der entscheidende Unterschied zum Textlink: sie haben keinen Text im Dokument als Anker, sondern ihr Anker ist quasi das gesamte Dokument.

Beim normalen Link informiert der Linktext über das Ziel, zu dem er führt. Beim Link-Element gibt es diesen Text nicht, an seine Stelle treten die Link-Typen.

Es gibt also zum Beispiel ein Link-Element vom Typ "Glossar". Der führt zu einem Dokument, das als Glossar verbunden ist. Oder ein Linkelement vom Typ "Startseite": der führt zu der Seite, die Startseite des Webangebots ist, zu dem die Seite gehört.


2. Wer kann Link-Elemente nutzen?

Derzeit können die meisten Webnutzer Link-Elemente nicht nutzen. Denn der Microsoft Internet Explorer zeigt sie nicht an. Es gibt ein Zusatzprogramm, aber das haben die meisten Leute nicht zur Verfügung und so lange nur wenige Webseiten das Link-Element einsetzen, lohnt sich die Installation vielleicht auch nicht.

Wer eine neuere Version von Opera oder Mozilla verwendet und zufällig auf eine Seite mit Link-Elementen stößt, kann sehen, dass die schon ganz praktisch sind. Er kann zur Startseite oder zum Impressum springen, suchen, blättern oder einfach in ein zugeordnetes Glossar wechseln.

Aber sind das nicht doch eher schöne Spielereien? Die meisten neueren Webangebote reservieren auf allen Seiten einen Bereich für die Navigation. Und da stehen all diese in der Toolbar des Browsers angebotenen Verweise sowieso schon. Warum soll man sie ein zweites mal im Browser zur Verfügung stellen?


3. Was könnten die Link-Elemente leisten?

Was der Browser zur Verfügung stellt, muss keinen Platz auf den Seiten verschwenden. Die Seite braucht dann keine Navigation, sie braucht jedenfalls all die Navigationsinstrumente nicht, die sehr viele neuere Webangebote in ähnlicher Weise auf allen Seiten anbieten: Hauptmenu, Bereichsmenu, Leiste mit zusätzlichen Servicelinks, Suche, Sprung auf die Startseite, Pfad von da zur aktuellen Seite.

Und es gibt noch ein zweites starkes Argument dafür, die Navigation dem Browser zu übertragen: Webangebote wollen sich von anderen abheben, das ist klar. Es ist auch gut, wenn der Besucher die Grenzen von Webangeboten wahrnehmen kann, also merkt, dass er nicht mehr "drin" ist. Aber die Navigation ist dafür nicht gut geeignet. Denn wie es Jakob Nielsen einmal gesagt hat: die meiste Zeit verbringt der Besucher nicht bei uns, sondern in anderen Webangeboten. Je üblicher unsere Navigation ist, desto besser kommt der Besucher mit ihr klar. Er kennt sie schon von anderen Seiten, braucht sich nicht in etwas neues hineindenken.

Das ist der Grund, weshalb die Navigationssysteme konkurrierender Webangebote doch ziemlich ähnlich sind und viele Leute begeistert sind von den Möglichkeiten des Link-Elements.

Fragt sich also, warum nichts daraus wird. Das Linkelement ist ja nichts neues, schon vor zehn Jahren hat das W3C daran herumgedoktert. Warum haben sich Browser durchgesetzt, die mit Link-Elementen nichts anfangen können?


4. Die Navigation in einem Webangebot

Wie könnte die Auslagerung der Navigation denn funktioneren? Was bräuchte der Browser, um für eine Webseite die passende Navigation bereitzustellen? Zunächst mal müsste er wissen, welches Dokument übergeordnet ist. Denn das ist ja das Dokument, in das der Besucher wechselt, wenn er die Seite in Richtung Startseite verlassen will. Vielleicht gibt es kein übergeordnetes Dokument. Dann ist der entsprechende Linktyp leer oder nicht genutzt, das Dokument ist vermutlich die Startseite, es gibt jedenfalls in dieser Richtung nichts, was der Browser für die Navigation verwenden könnte.

Dann müsste der Browser noch wissen, welche Dokumente untergeordnet sind. Das muss ihm das Dokument nicht unbedingt sagen, der Browser könnte auch alle fünf Trillionen vorhandenen Webseiten durchsuchen und die heraussuchen, bei denen das aktuelle Dokument als "übergeordnet" eingetragen ist. Aber das wäre doch ziemlich umständlich und es würde auch nicht funktionieren. Denn damit man die untergeordneten Webseiten finden kann, müssen andere Seiten auf sie verweisen. Bei dynamisch erzeugten Seiten erst recht, die liegen ja nicht herum, sondern es gibt sie nur, weil andere Seiten entsprechende Aufrufe abschicken. Also: die untergeordneten Dokumente müssen angegeben werden.

Und das war es auch schon.

  • Wenn der Browser den Brotkrümelpfad zur Startseite anzeigen will, muss er nur den übergeordneten Dokumenten folgen, bis nichts mehr kommt. Das ist dann die Startseite.
  • Der Browser kann auch leicht die Seiten anzeigen, die in der Hierarchie benachbart sind. Denn das sind ja die Abkömmlinge des übergeordneten Dokuments.
  • Auch das Inhaltsverzeichnis muss nicht mühsam vom Anbieter zusammengebastelt werden. Der Browser geht zur Startseite und baut es von da aus auf. Vielleicht schrittweise, der Besucher kann Bereiche öffnen oder schließen wie in Programmen für Dateiverzeichnisse.

Praktisch wäre das schon sehr. Sicher, es gibt auch andere Navigationsmöglichkeiten, die mit dem beschriebenen Mechanismus nicht abgedeckt sind. Oft werden zum Beispiel gleich auf der Startseite möglichst viele Links untergebracht, die zum Teil sehr tief in die Sitestruktur hineinreichen. Aber das wäre ja nicht verboten. Wo vorher das "normale" Menu war, wäre jetzt Platz frei, in den noch mehr Anreißer oder zusätzliche Navigationshilfen hinein gepackt werden können.

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