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Das Link-Element
Teil 4: Hyperlinks oder Metadaten?

30.08.2004

Für die Auslagerung der Sitenavigation gibt es zwei Alternativen. Der Browser kann dem Dokument Platz für entsprechende Hyperlinks zur Verfügung stellen. Denkbar ist aber auch, dass das Dokument dem Browser Daten zur Verfügung stellt, aus denen dieser dann selbst die vom Benutzer gewünschten Navigationshilfen erzeugt. Interessant sind da Beiträge aus einer Zeit, in der Link-Elemente noch in der Diskussion waren.

Zum Beispiel die folgende Aussage:

LINK should not be used for meta-data, such as style sheets or navigators. Although a URL is used to refer to them, they are not documents for human consumption, but 'processing instructions' for the browser. Of course, in some cases there may be more than one style sheet to choose from and in that respect the user has a choice, but it is still not a hyperlink, that the user traverses to find new information.

Quelle: http://www.nyct.net/~aray/htmlwg/95q3/824.html

Bert Bos sagt, dass man zwei Sachen auseinanderhalten sollte, und zwar Links und Metadaten. Links sind Angebote für den Besucher, er kann sie verwenden, um in andere Dokumente zu gehen. Metadaten sind dagegen Anweisungen für den Browser.

Er spricht Stylesheets als Beispiel an. Wären das jetzt Links oder Metadaten? Ein URL ist angegeben, der Besucher kann ein verbundenes Stylesheet auswählen, genau so, wie er zum Beispiel in ein verbundenes Dokument wechselt. Aber er wechselt nicht in das Stylesheet, sondern er nutzt eine Funktion, die der Browser ihm auf Basis der "Metadaten" zu verfügbaren Stylesheets anbietet.

Dann geht Bert Bos auf ein anderes Beispiel ein, in dem Verweise auf andere Dateien tatsächlich in beiden Hinsichten, also als Links und als Metadaten Sinn machen:

A glossary could be either way, hyperlink or meta-data, depending on how we define a glossary on the Web: if it's just a document with an alphabetical list of words, than LINK is fine. On the other hand, if a glossary is some yet-to-be-defined mechanism for looking up words automatically, then it is meta-data. For example, a browser might allow the user to click the right mouse button on any word and automatically send a query to a glossary server. (To be precise, the meta-data would tell the browser how to create 'computed hyperlinks', but is not a hyperlink itself.)

Quelle: http://www.nyct.net/~aray/htmlwg/95q3/824.html

Der Verweis auf ein Glossar als Hyperlink

Es macht Sinn, Erläuterungen zu Fachwörtern in ein Glossar auszulagern. Denn dann stören sie nicht, wenn der Besucher sie nicht braucht und man muss nicht alle Erläuterungen selbst schreiben, kann auch fremde Erläuterungen anbinden. Das Linkelement kann man dann nutzen, um das Glossar mit seinen Dokumente zu verbinden.

Man kann den Verweis auf ein Glossar als Hyperlink verstehen. Wie bei einem normalen Textlink ist da ein Verweis auf ein anderes Dokument. Der Nutzer kann den Link ausführen und landet dann in dem anderen Dokument, dem Glossar. Er sucht das Wort heraus, dessen Bedeutung ihm nicht klar ist, macht sich kundig und geht dann wieder zurück.

Damit Link-Elemente in diesem Sinne funktionieren, muss man nicht viel machen. Man muss sie dem Nutzer irgendwie anbieten, damit er sie ausführen kann. Aber wo? Im Unterschied zu normalen Textlinks haben sie ja nicht bestimmte Textpassagen, sondern das gesamte Dokument als Anker. Sie haben keinen bestimmten Platz im Dokument, können also im Dokument nicht gut zur Verfügung gestellt werden. Der Browser sollte sie an einer anderen Stelle anbieten, sie kommen zum Beispiel in eine Toolbar.

Der Browser legt fest, wie das Link-Element angeboten wird. Er kennt ja die übliche Bedeutung des Linktyps, deswegen versieht er ihn zum Beispiel mit einem Wörterbuch-Symbol. Insofern bezieht er sich schon auch ein bisschen auf den Link als "Anweisung zum Verarbeiten". Aber das ist nicht die Hauptsache. Das ganze würde auch funktionieren, wenn der Browser einfach nur irgendwo alle Link-Elemente auflistet, die vorhanden sind und man kann sich auch gut vorstellen, dass die Symbole und Beschriftungen des Browsers so eine Art Voreinstellung sind, die das Dokument durch entsprechende Attribute überschreiben kann.

Der große Vorteil dieses Konzepts ist sicher, dass es extrem einfach und robust ist. Wie die normalen Textlinks, die ja gerade wegen ihrer universellen Nutzbarkeit im Web die Basis für alles sind.

Der Verweis auf ein Glossar als Metadatum

Man kann den Verweis auf das Glossar auch als Verarbeitungsvorgabe verstehen. Er legt fest, welche anderen Dokumente Glossare des aktuellen Dokuments sind. Aber er macht das nicht für den Besucher, sondern für seinen Browser. Der Browser verwendet die Information, er macht etwas daraus. Er kann zum Beispiel sagen: ok, ich mache es mir einfach und biete dem Benutzer das, was unter "Glossar" festgelegt ist, als Link an. Er kann aber auch abwarten, ob der Besucher auf irgend ein Wort klickt, dann im Hintergrund in das als Glossar festgelegte Dokument gehen, nach dem Wort suchen. Wenn er es nicht gefunden hat, kann er prüfen, ob in den Link-Elementen noch ein weiteres Glossar festgelegt ist. Dann kann er dort auch suchen. Wenn er den Begriff gefunden hat, kann er den erläuternden Text herauskopieren, für den Benutzer ein kleines Fenster aufmachen und den Text darin anzeigen.

Das ist eine schöne Sache, viel bequemer. Der Nachteil ist, dass alles genau festgelegt sein muss. Der Browser muss sich darauf verlassen können, dass genau die richtigen Dokumente als Glossare verbunden sind, in diesen Dokumenten muss er sich dann irgendwie zurecht finden, die Form, in der Begriffe aufgelistet und erläutert werden, muss allgemein, für alle Webangebote verbindlich festgelegt sein.

Die Linktypen Chapter und Section

Letzten Endes hat man sich beim W3C wohl entschieden, das Linkelement als Hyperlink und nicht als Verarbeitungsvorgabe anzusehen. Das würde jedenfalls den unvermittelten Wechsel von den einfach zu bedienenden, aber verarbeitungsbedürftigen PARENT- und CHILD-Typen des Entwurfs zu den nicht verarbeitungsfähigen Chapter- und Section-Typen erklären. Das Dokument baut sein Menusystem selbst auf, dem Browser bleibt nur die Aufgabe, auf einer Toolbar geeignete Schaltflächen zur Verfügung zu stellen.

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