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Das Link-Element
Teil 2: Linktypen in HTML

30.08.2004

Der Abschnitt stellt die Linktypen von HTML 4.01 vor und bespricht die Unterstützung von Linktypen durch Opera und Mozilla. Die im Mozilla verfügbaren Linktypen könnten für die Navigation in Webseiten genutzt werden, wir besprechen diese Möglichkeit.

Auf dieser Seite:

1. Die vom W3C definierten Linktypen

Kann man mit den vom W3C vorgeschlagenen Linktypen die Navigation in Webangeboten umsetzen? In den Vorschlägen zu HTML 4.01 findet sich eine häufig zitierte Liste mit insgesamt 15 Linktypen:

Linktyp verweist auf...
Alternate eine alternative Version des Dokuments, zum Beispiel das Dokument in einer anderen Sprache
Stylesheet ein dem Dokument zugeordnetes Stylesheet
Start die Startseite des Webangebots, zu dem das Dokument gehört
Next ein Dokument, das nach dem aktuellen Dokument kommt
Prev ein Dokument, das vor dem aktuellen Dokument kommt
Contents das Inhaltsverzeichnis des Webangebots, zu dem das Dokument gehört
Index ein Dokument, das als Index des Dokuments dient (Ein Index ist eine Liste von Stichworten. Bei jedem Stichwort ist angegeben, auf welchen Seiten des Webangebots es vorkommt.)
Glossary ein Dokument, das als Wörterbuch dient (Das Wörterbuch erläutert die Bedeutung von im Webangebot verwendeten Fachwörtern.)
Copyright ein Dokument mit Copyrightangabe
Chapter ein Dokument, das in einer Zusammenstellung von Dokumenten als Kapitel fungiert
Section ein Dokument, das in einer Zusammenstellung von Dokumenten als Abschnitt fungiert
Subsection ein Dokument, das in einer Zusammenstellung von Dokumenten als Unterabschnitt fungiert
Appendix ein Dokument, das in einer Zusammenstellung von Dokumenten als Anhang fungiert
Help ein Dokument, das Hilfe anbietet
Bookmark ein Lesezeichen (mit der weiteren Erläuterung: ein Lesezeichen verweist auf einen Einstiegspunkt in einem umfangreicheren Dokument).

Quelle: http://www.w3.org/TR/html4/types.html#h-6.12

Wenn man einen Linktyp festlegen will, verwendet man die Abkürzung "REL", das steht für Relation, ein Verhältnis. Die eine Seite des Verhältnisses ist immer das Dokument, in dem das Link-Element steht. Um die andere Seite geht es beim Linktyp. Er sagt, mit was für einer Art von Dokument da ein Verhältnis eingegangen worden ist. Bei neun der fünfzehn Linktypen ist das Verhältnis eigentlich ziemlich klar. Und zwar bei Alternate, Start, Next, Prev, Contents, Index, Glossary, Copyright und Help.

Das sind die Linktypen, die auch in den Toolbars von Opera und Mozilla angezeigt werden. Hier eine Abbildung der Opera-Toolbar:

Abbildung der Opera-Toolbar

Abbildung: Link-Toolbar des Browsers Opera

Neben den vom W3C vorgeschlagenen Linktypen hat Opera auf seiner Toolbar noch vier weitere Linktypen untergebracht. Es gibt zwei zusätzliche Links zum Blättern, die man nutzen kann, wenn das aktuelle Dokument zu einer Folge von Dokumenten gehört. Und zwar sind das Links zum "ersten" und zum "letzen" Dokument dieser Folge. Dann gibt es noch einen Link zur Suche. Und schließlich bietet Opera noch eine Verbindung zum übergeordneten Element an. Dieser Linktyp namens "up" war in HTML 3 noch drin und auch als es um HTML 4 ging, war es noch in der Diskussion. Aber dann ist er irgendwie verloren gegangen.

Das ganze "Drumherum" der Navigation in einem Webangebot kann man über diese Linktypen dem Browser übertragen. Verweise auf Hilfeseiten, die Startseite, das Impressum, hauptsächlich also Links, die sonst in spezielle Servicemenüs oder in die Fußzeilen gepackt werden. Wenn entsprechende Funktionen im Browser allgemein verfügbar wären, dann bräuchte man sie auf der Webseite nicht, auch das Eingabefeld für die Suche wäre überflüssig.

Aber wie steht es mit dem eigentlichen Kern der Navigation in Webangeboten, also der Bereitstellung und Auswahl von wissenschaftlichen Vorträgen oder Radioweckern? Der Link auf das übergeordnete Dokument ist da, zumindest in Opera. Der entsprechende Linktyp auf untergeordnete Seiten, also der Linktyp "CHILD" für die Abkömmlinge der aktuellen Seite fehlt. Er fehlt in der Spezifikation des W3C und auch die beiden Browser verwenden ihn nicht.

Oder sollten die "Chapter" oder "Sections" der Spezifikation für die eigentliche Navigation gedacht sein? Womit wir bei einem eher traurigen Abschnitt der weitgehend geheimen Geschichte des Linkelements angelangt sind.


2. Kapitel und Abschnitte

Drei der in der Spezifikation von HTML 4.01 aufgelisteten Linktypen, drehen sich irgendwie um zugeordnete Dokumente: Links auf Kapitel, Abschnitte oder Unterabschnitte.

Das W3C sagt dazu:

"ein Dokument, das in einer Zusammenstellung von Dokumenten als Kapitel (beziehungsweise Abschnitt, Unterabschnitt) fungiert"

Diese Erläuterung ist wie die anderen recht knapp. Sie ist aber auch unverständlich. Welche Zusammenstellung von Elementen? Geht es gar nicht mehr um das Dokument, in dem das Linkelement steht?

Weil die Erläuterung unverständlich ist, haben sich zum Beispiel die Entwickler von Mozilla an dem orientiert, was man über Kapitel, Abschnitte und Unterabschnitte von woanders weiß: sie gliedern Dokumente. In der Toolbar sind die Links in einer ausklappbaren Liste namens "Dokument" untergebracht.

Ist das sinnvoll, soll man die Links auf Kapitel und Abschnitte also für die Navigation im Dokument verwenden? Bei einem umfangreichen Dokument ist das sicher praktisch. Man hat im Browser ein kleines Inhaltsverzeichnis, mit dem man direkt in die verschiedenen Kapitel und Abschnitte springen kann.

Die Webseite http://www.stichpunkt.de/beitrag/link-element.html verwendet Linktypen in diesem Sinne für die Navigation in der Seite. Wenn man sich die Seite in Mozilla anschaut und den Menupunkt Dokument > Kapitel öffnet, erscheint eine Liste mit den fünf Kapiteln der Seite:

Abbildung: die Link-Toolbar von Mozilla zeigt eine Liste der fünf Kapitel einer Seite des Webangebots stichpunkt.de

Abbildung: Bildschirmausschnitt mit Toolbar

Man sieht eine Liste mit fünf Einträgen. das sind die fünf Kapitel auf der Seite. Per Klick auf den Eintrag kann man direkt zu dem entsprechenden Kapitel sprinken. Eigentlich ganz praktisch. Der Browser liefert ein Inhaltsverzeichnis der Seite, Sprunglinks oder interne Links im Dokument sind überflüssig. Zwei Gründe sprechen gegen diese Nutzung der Linkelemente:

  1. Zunächst mal ist klar: diese Nutzung funktioniert nur für eine Ebene, also für die Kapitel. Denn wenn man ein mehrstufiges Verzeichnis abbilden wollte, dann bräuchte man für jedes Kapitel eine eigene Liste der zugeordneten Abschnitte. Es würde ja nichts bringen, wenn man eine Liste sämtlicher Abschnitte hätte und nicht wüsste, zu welchem Kapitel sie jeweils gehören. Bei den Unterabschnitten erst recht. Inhaltsverzeichnisse sind baumartige, sich stufenweise verzweigende Strukturen, die lassen sich mit den drei Listen nicht vollständig abbilden.
  2. Und es gibt noch ein zweites, vielleicht wichtigeres Argument gegen die Verwendung der Linktypen für die Navigation in der Seite: sie werden dafür nicht gebraucht. Denn für die Strukturierung von Webseiten sind die Header-Elemente vorgesehen, sie sind eine bessere Basis für die Erzeugung entsprechender Inhaltsverzeichnisse.

Inhaltsverzeichnis