Um die Leistungsfähigkeit verschiedener Editoren testen und vergleichen zu können, haben wir einen Fragebogen entwickelt, der mit insgesamt 25 Fragen 7 wichtige Anforderungen abdeckt.
Diese Seite listet alle Fragen des ausfüllbaren Editor-Fragebogens (Word-Datei, 276 KB) auf. Mit diesem Fragebogen kann ein Editor zur Eingabe und Bearbeitung von Webinhalten beschrieben werden.
Auf dieser Seite:
Die drei Antwortalternativen zu den Aussagen des Fragebogens sind:
ja | mit Einschränkung | nein
Validität ist idealerweise eine Anforderung, um die sich der Redakteur nicht kümmern muss. Der Redakteur sorgt für die logische Strukturierung der Inhalte, der Editor stellt auf dieser Basis automatisch sicher, dass die Umsetzung in HTML allen formalen Anforderungen genügt.
Bitte nur mit "ja" beantworten, wenn die Validität nicht von besonderer Umsicht des Redakteurs abhängt, also auch vollkommen sinnlose Eingaben die Validität nicht beeinträchtigen können!
Als Kriterium für Validität gilt Prüfschritt 3.2.1 des BITV-Tests.
Als Kriterium für veraltete Elemente und Attribute gilt Prüfschritt 11.2.1 des BITV-Tests.
Im Unterschied zur Validität kann die Auszeichnung von Sprachwechseln nicht vollständig automatisiert werden. Denn es gibt Wörter, die nicht eindeutig bestimmten Sprachen zuzuordnen sind. Das Wort "Tag" kann zum Beispiel deutsch oder englisch sein. Wörter und Wortfolgen sollten auf Basis einer Liste automatisch ausgezeichnet werden, der Redakteur sollte jedoch die Möglichkeit haben, die automatischen Auszeichnungen zu korrigieren oder zu ergänzen.
Auch bereits vorhandene Sprachwechsel sind bearbeitbar. Der Redakteur kann sehen, welche Wörter oder Absätze bereits mit Sprachauszeichnung versehen sind. Er kann diese Sprachauszeichnungen gezielt ansteuern und ändern.
Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur im Eingabe-Editor Texte strukturieren kann. Sonst weiter mit 4.
h1 bis h6, p, nummerierte und ungeordnete Listen, blockquote, paragraph, strong, em).<p>...</p> umschlossen.Beispiel: Wenn Inline-Textpassagen markiert sind, stehen nur strong und em zur Verfügung.
Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Links einfügen kann. Sonst weiter mit 5.
Wie bei der Strukturierung von Texten geht es auch bei der Bearbeitung von Links um die Trennung von Inhalt und Darstellung. So sollte es funktionieren: Der Redakteur bestimmt den Typ des Links, auf dieser Basis wird die einheitliche barrierefreie Darstellung sichergestellt.
Beispiele für unterschiedliche Linktypen: Links auf HTML-Seiten, Links auf PDF-Dokumente, mailto-Links. Als Kriterium für die barrierefreie Darstellung von Links auf Nicht-HTML-Formate gilt Prüfschritt 13.1.2 des BITV-Tests.
Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Bilder oder Objekte einfügen kann. Sonst weiter mit 6.
alt="" für nicht informative Layoutgrafiken).Bitte nur mit "ja" beantworten, wenn tatsächlich beide Optionen gegeben sind! Denn das Erzwingen macht nur Sinn, wenn die Verwendung dekorativer Bilder nicht vorgesehen ist.
title-Attribute zu vergeben.Das title-Attribut ist eine Unterstützung für sehende Benutzer. Es kann eingesetzt werden, wenn die Bedeutung grafischer Symbole nicht aus dem Kontext hervorgeht (siehe Prüfschritt 3.1.2 des BITV-Tests).
Denn je nach Kontext sind unterschiedliche Alternativtexte für dasselbe Bild angemessen.
Die Fragen dieses Abschnitts bitte nur beantworten, wenn der Redakteur Datentabellen anlegen kann. Sonst weiter mit 7.
Beispiel: Der Redakteur kann aus folgenden einfachen Tabellentypen auswählen:
th) nur in der ersten Zeile,summary wird nicht erzwungen.headers und id oder scope) korrekt ausgezeichnet.Beim Import von Daten aus Word kommt es darauf an, zwei Dinge sicherzustellen:
Die Word-Formatvorlagen für Überschriften, Listen, Zitate, Links und Sprachauszeichnung werden beim Import übernommen. Sie werden in die entsprechenden HTML-Auszeichnungen umgewandelt.
Für strong und em gibt es in Word strenggenommen keine Entsprechung. Sie werden üblicherweise als fett und kursiv dargestellt, fett und kursiv werden daher in strong und em umgewandelt.
Alternativ möglich: visuelle Formatierungen werden mit Zustimmung des Redakteurs in logische Strukturmerkmale übertragen.
Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung der Anforderung ist die Handhabbarkeit vorhandener Auszeichnungen. Handhabbarkeit bedeutet: Der Redakteur sieht (oder hört) die vorhandenen Auszeichnungen, er kann sie ansteuern, teilen, zusammenfügen, ändern oder löschen.
Ein anderer, alternativer Ansatz zur Sicherstellung der Validität von Eingaben der Redaktion: Der Eingabe-Editor prüft beim Speichern die Validität und korrigiert Eingaben wenn erforderlich. Oder die Eingaben bleiben erhalten, aber aus den (möglicherweise nicht validen) Eingaben werden valide Webseiten generiert.
Dieser Ansatz sollte nur für die Bearbeitung von Inhalten gewählt werden, die in einer anderen Umgebung (Quelltexteditor, anderer HTML-Editor) erstellt worden sind. Er ist in zwei Hinsichten problematisch:
Die einfachste Realisierung der Anforderung: alle Auszeichnungen werden entfernt, eine möglicherweise vorhandene logische Strukturierung geht verloren.
Zur Übernahme strukturierter Texte aus MS-Word: siehe Abschnitt 7.
Der Verzicht auf veraltete Elemente und Attribute ist ein Nebeneffekt der Trennung von Inhalt und Darstellung. Diese Trennung ist in erster Linie Thema des Abschnitts 3 zur Strukturierung von Texten.
Die Schwierigkeit bei dieser Anforderung: was passiert, wenn die Eingabe nicht valide ist? Für die Behebung des Mangels sind normalerweise HTML-Kenntnisse und Zugriff auf den Quellcode der Seite erforderlich. Der Redakteur kann den Mangel also unter Umständen nicht selbst beheben. Gefragt werden müsste also, wie die Behebung formaler Mängel im Workflow sichergestellt ist, ob zum Beispiel vor der Freigabe von Texten ein entsprechender Reparatur-Zwischenschritt vorgesehen ist.
Es geht bei dieser Anforderung nicht um die Bereitstellung selbst entwickelter Validierungstools. Erfüllt ist sie, wenn Validierungstools des W3C oder gleichwertige Tools in den vom CMS vorgegebenen Workflow eingebunden sind.
Die Möglichkeit, mehrere aufeinander folgende Wörter auszuzeichnen ist wichtig, weil die Zuordnung einer bestimmten Sprache manchmal erst im Kontext eindeutig ist. Auch erspart sie das nachträgliche Entfernen überflüssiger Sprachwechsel.
Der Linktyp kann auch indirekt, durch Auswahl des zu verlinkenden Ziels bestimmt werden.
Ein Nachteil des Erzwingens von Alternativtexten: Alle Bilder sind mit Alternativtexten versehen, auch wenn der Redakteur nicht weiß, welche Information angemessen ist, gibt es einen Alternativtext.
Der Stellenwert separater langer Bildbeschreibungen wird unterschiedlich eingeschätzt. Die Bereitstellung separater Beschreibungstexte ist für Barrierefreiheit nicht zwingend erforderlich, Textalternativen können auch im Kontext zur Verfügung gestellt werden.
Der Sinn und Zweck des summary-Attributs ist fraglich. Vergleiche Grenzen des BITV-Tests, Bedingungen der Priorität 2
Häufig werden die Auszeichnungen für komplexe Tabellen verwendet, um Mischungen aus Daten- und Layouttabellen zu "strukturieren". Entsprechend hat der Redakteur die Möglichkeit, einzelne Zellen direkt auf Überschriften zu beziehen. Das dient aber nicht der Barrierefreiheit. Eine brauchbare Funktion für die Auszeichnung komplexer Tabellen schließt die beliebige Verknüpfung von Datenzellen und Überschriften aus. Sie verdeutlicht, dass sich Überschriften auch bei komplexen Tabellen auf Zeilen oder Spalten beziehen.
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