Navigation

Darstellung anpassen

Service-Menü

Sprachversionen

Suche



Inhalt

Der WCAG-Test - Vertiefende Informationen

Der WCAG-Test ist ein Testverfahren, mit dem sich die Konformität eines Webangebotes gemäß der Web Content Accessibility Guidlines (WCAG 2.0) prüfen lässt.

Die WCAG sind der international gültige Standard für barrierefreies Webdesign des World Wide Web Consortiums (W3C). Die WCAG-Richtlinien sind Empfehlungen, die in einzelnen Ländern auch gesetzlich verankert wurden. In Deutschland setzt die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung diese Empfehlungen um. Außerdem ist die WCAG Bestandteil der europäischen Norm EN 301 549 (PDF 1,56 MB) (Abschnitt 9 Web).

An wen richtet sich der WCAG-Test?

Mit dem BITV-Test gibt es ein Prüfverfahren, das die Anforderungen der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) handhabbar und ihre Umsetzung überprüfbar macht.

Der WCAG-Test richtet sich an Akteure, die nicht der BITV unterliegen oder Unternehmen, die transnational tätig sind. Für sie ist eine Konformitätsprüfung und –bestätigung nach dem international bekannten Standard sinnvoll.

Die im Dezember 2016 verabschiedete EU-Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen nennt als Standard für Barrierefreiheit die WCAG. Zwar wird die BITV in Deutschland ihre Gültigkeit behalten, Webanbietern aus dem öffentlichen Bereich bietet der WCAG-Test jedoch die Möglichkeit eines Abgleichs mit den EU-Anforderungen.

Ein gemeinsames Prüfverfahren: Der BITV-/WCAG-Test

Die Anforderungen für barrierefreie Webinhalte sind in den WCAG 2.0 als prüfbare Erfolgskriterien formuliert. Werden alle 61 Erfolgskriterien erfüllt, ist Konformität auf höchster Stufe (AAA) gegeben. In der Praxis ist dies jedoch für komplette Webauftritte nicht immer umsetzbar. Deshalb werden drei Konformitätsstufen unterschieden: A (25 Erfolgskriterien), AA (zusätzlich 13 Erfolgskriterien und AAA (zusätzlich 23 Erfolgskriterien). Als geforderter Standard hat sich international die Konformitätsstufe AA durchgesetzt. Diesen Standard prüft auch der BIK WCAG-Test.

Da die BITV auf dem Kriterienkatalog der WCAG beruht, ist ein gemeinsames Testinstrument für den WCAG- und den BITV-Test möglich.

In der BITV heißen die Erfolgskriterien BITV-Bedingungen und sind in der „Anlage 1“ der BITV  in zwei „Prioritäten“ aufgeteilt. In der Priorität I sind die WCAG-Anforderungen der Konformitätsstufen A und AA enthalten, in der Priorität II finden sich die AAA-Anforderungen wieder. Inhaltlich gibt es kaum Unterschiede. Ausnahme: Die Anforderung 2.4.8 Standort, die in den WCAG der Konformitätsstufe AAA zugeordnet ist (2.4.8 Location), ist in der BITV 2.0 in die Priorität I übernommen worden. Dieses Prüfkriterium wird im WCAG-Test nicht geprüft.

In dem Verzeichnis der Prüfschritte bilden die Überschriften die WCAG-Erfolgskriterien ab. Darunter sind ein oder mehrere Prüfkriterien aufgelistet.

Ein Prüfverfahren – unterschiedliche Auswertungen

Der BITV-Test lässt eine graduelle Bewertung der Zugänglichkeit zu. Dies ist mit dem WCAG-Test nicht möglich, da laut WCAG Konformität nur möglich ist, wenn alle Erfolgskriterien einer Konformitätsstufe erfüllt sind.

Die Prüfung selbst erfolgt im BITV- und WCAG-Test in gleicher Weise: Jeder Prüfschritt wird von den Prüfern mit einer von fünf Bewertungsalternativen (erfüllt, eher erfüllt, teilweise erfüllt, eher nicht erfüllt und nicht erfüllt) bewertet.

Beim BITV-Test bleiben im Zuge der Auswertung die abgestuften Bewertungen erhalten und es wird ein Punkte-Ergebnis berechnet.

Anders im WCAG-Test: In der Ergebnisdarstellung darf nur unterschieden werden: Prüfschritt erfüllt oder nicht erfüllt. Um diese Darstellungsform zu erreichen, werden alle  Prüfschritte, die während der Prüfung mit teilweise erfüllt oder schlechter bewertet wurden, auf nicht erfüllt gestellt,  alle Prüfschritte, die mit eher erfüllt bewertet wurden, werden zu erfüllt. Das Mapping der mit eher erfüllt bewerteten Prüfschritte auf erfüllt schafft eine gewisse Toleranz bei der Bewertung, schließlich soll Konformität auch nach WCAG machbar sein.

WCAG-Konformität

Die Ergebnisdarstellung des WCAG-Tests führt auf, welche Erfolgskriterien erfüllt bzw. welche nicht erfüllt sind – und zwar für jede getestete Seite. Eine getestete Seite ist konform, wenn alle Erfolgskriterien erfüllt sind. Die Konformität kann gemäß WCAG nur für einzelne Seiten definiert werden.

Trotzdem ermöglicht der BIK WCAG-Test eine Aussage über die Zugänglichkeit des gesamten Webauftritts. Das festgeschrieben Prüfverfahren ist an die Website Accessibility Conformance Evaluation Methodology (WCAG-EM 1.0) angelehnt. Getestet wird eine repräsentative Seitenauswahl, mit der die verschiedenartigen Barrieren eines Webangebotes vollständig erfasst werden können.

Um WCAG-konform zu sein, müssen zudem die 5 Konformitätsbedingungen, die in den WCAG definiert sind, erfüllt sein. Die Erfüllung dieser Bedingungen wird durch das  Prüfverfahrens weitgehend sichergestellt.

Die Ergebnisse des BIK WCAG-Tests können für eine Konformitätserklärung des Webseitenanbieters genutzt werden.


Der WCAG-Test