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Der abschließende BITV-Test

Der abschließende BITV-Test bestätigt den Anbietern einer neu erstellen oder überarbeiteten Website den erreichten Stand der Barrierefreiheit.

Die Grundlage des Tests: BITV 2.0

Der abschließende BITV-Test beruht auf der am 22. September 2011 in Kraft getretenen Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung (BITV2.0), welche Anforderungen an die Barrierefreiheit für Internet-Auftritte der Behörden der Bundesverwaltung festlegt. Eine ausführliche Beschreibung des Testverfahrens findet sich auf der Seite Wie der BITV Test funktioniert.

Auswahl des Prüfgegenstands

Beim abschließenden Test erfolgt die Auswahl des Prüfgegenstands in Abstimmung mit dem Auftraggeber. Geklärt wird, was prinzipiell in die Prüfung einbezogen werden soll, für welche Webseiten das Ergebnis des BITV-Tests also gilt. In der Regel ist das die gesamte Website, einschließlich historischer Bereiche und Daten in Nicht-HTML-Formaten wie PDFs zum Herunterladen. Dazu gehören auch eingebundenen Funktionen oder Services (Kommentare, lokale Suche, Seitenzähler). Soll etwas ausgenommen werden, muss bei einer Veröffentlichung des Ergebnisses auch die Einschränkung des Prüfgegenstandes deutlich gemacht werden.

Die Seitenauswahl für die Prüfung erfolgt unabhängig vom Auftraggeber. Ausgewählt werden mindestens drei repräsentative Seiten. Immer dabei ist die Startseite. Die Anzahl der ausgewählten Seiten richtet sich nach der Komplexität des Angebotes. Bei Websites mit unterschiedlichen Seitentypen werden zusätzliche Seiten ausgewählt, etwa solche mit Datentabellen oder Formularelementen, Ergebnisseiten der site-internen Suchfunktion, oder Seiten mit multimedialen Inhalten. 

Die Tandem-Prüfung

Der abschließende BITV-Test ist ein Tandem-Test, das heißt, zwei qualifizierte BIK-Prüfer testen unabhängig voneinander und stimmen erst nach Abschluß ihres Tests ihre Ergebnisse untereinander ab.

Die Tandem-Prüfung macht das Ergebnis zuverlässiger. Denn es kommt häufiger vor, dass einer der beiden Prüfer etwas bemerkt, was dem anderen entgangen ist. Ebenso gibt es manchmal Unterschiede in der Bewertung von Umsetzungen, die in der Abstimmungsphase geklärt werden. 

Die gründlichere Tandem-Prüfung kann dazu führen, dass mehr Barrieren gefunden werden als bei einem vorangegangenen entwicklungsbegleitenden BITV-Test. Das Ergebnis kann daher auch schlechter ausfallen als zuvor.

Die Bewertung

Grundlage für die Bewertung ist das im Verzeichnis der Prüfschritte festgelegte Verfahren. Einige Prüfschritte beziehen sich nicht auf die einzelnen ausgewählten Seiten, sondern auf den gesamten Webauftritt.

Die Gewichtung der einzelnen Prüfschritte spiegelt die Bedeutung der jeweiligen Anforderung für die Zugänglichkeit des Webauftritts wieder. Es gibt drei Gewichtungsstufen. Bei gravierenden Mängeln, die eine Seite für bestimmte Zielgruppen vollkommen unbenutzbar machen, sieht der BITV-Test die Möglichkeit der Abwertung des Gesamtergebnisses vor.

Für die Gesamtbewertung des Webauftritts werden die gewichteten Bewertungen der 50 Prüfschritte addiert. 100 Punkte sind maximal möglich. Wenn 90 Punkte oder mehr erreicht werden, bedeutet dies eine gute Zugänglichkeit des Webauftritts. Ein Ergebnis über 95 Punkten bedeuten sehr gute Zugänglichkeit.

Veröffentlichung des Ergebnisses: 90plus Logo und 90plus Liste

Der Auftragggeber erhält einen ausführlichen Prüfbericht, der festgestellte Mängel auflistet und wenn nötig erläutert.

Anbieter haben die Möglichkeit, das Testergebnis zu veröffentlichen um damit den erreichten Grad der Barrierefreiheit auf Ihrer Website zu dokumentieren. Eine Veröffentlichung darf nur vollständig erfolgen, allen Angaben des Prüfberichts müssen eingeschlossen werden.

Wenn das Prüfergebnis positiv ausfällt, kann der Auftraggeber die Prüfzeichen 90plus beziehungsweise 95plus in seinem Angebot benutzen, um auf das Prüfergebnis hinzuweisen. Bei Einschränkungen des Prüfgegenstands muss dies klar vermerkt sein.

Außerdem können Anbieter ihre Website in die 90plus-Liste aufnehmen lassen.

Grenzen des Tests

Der BITV-Test soll mit akzeptablem Aufwand durchführbar sein. Er prüft stichprobenartig ausgewählte Seiten, es ist also möglich, dass nicht alle Mängel erfasst werden. Das Ergebnis ist darüberhinaus eine Momentaufnahme. Eine ausführliche Beschreibung der Grenzen gibt es auf der Seite Grenzen des Tests.

Anwendung des BITV-Tests

Sie möchten einen Test in Auftrag geben? Hier finden Sie Informationen und Preise.

Abschließender oder entwicklungsbegleitender Test?

Die Erfahrung zeigt, dass es zweckmäßig ist, vor einem abschließenden Test einen entwicklungsbegleitenden Test durchzuführen, um bestehende Mängel einer Website aufzuzeigen und korrigieren zu können. In dem darauf folgenden abschließenden BITV-Test kann dann eher ein gutes oder sehr gutes Ergebnis erreicht werden.