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Die Ergebnisse im Einzelnen: CAPTCHAS

15.09.2009

Die FDP setzt in ihrem Kontaktformular ein so genanntes CAPTCHA ein, um sich vor unerwünschten SPAM-E-Mails zu schützen.

Der Schutz soll wie folgt funktionieren: Unter dem Formular ist eine Buchstabenkombination abgebildet, die vom Nutzer erkannt und in ein Formularfeld eingegeben werden soll – nur dann kann das Formular abgeschickt werden. Automatischen SPAM-Bots soll der Weg dadurch versperrt werden, dass die abgebildeten Buchstaben verzerrt und mit vielen Hintergrundstörungen versehen sind, um die automatische Texterkennung zu erschweren. Hintergrund ist die Annahme, dass Menschen trotzdem in der Lage sind, die verzerrten Buchstaben zu interpretieren, Computer aber nicht.

Screenshot des CAPTCHAs im Kontaktformular der FDP

Leider können aber natürlich nicht alle Menschen die Buchstabenkombinationen entziffern. Blinde können sie überhaupt nicht sehen – und Alternativtexte stehen bei CAPTCHAS grundsätzlich nicht zur Verfügung (da sie maschinenlesbar sind, würden sie das ganze Prinzip ad absurdum führen). Sehbehinderte können die kontrastarmen, teilweise sehr kleinen und verzerrten Buchstaben oft nicht erkennen. Und auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten können CAPTCHAS eine große Hürde darstellen.

Ob visuelle CAPTCHAS tatsächlich erfolgreich SPAM-Bots aussperren oder nicht, sei dahingestellt – dass sie behinderte Nutzer aussperren ist sicher. Das Kontaktformular der FDP ist durch das CAPTCHA insbesondere für blinde und sehbehinderte Nutzer unbrauchbar.

Es gibt zur SPAM-Abwehr eine Reihe von Alternativen zu visuellen CAPTCHAS, die BIK demnächst in einem eigenen Artikel vorstellt.

Eine Anmerkung am Rande: die CDU hat in ihr Kontaktformular eine noch radikalere Hürde eingebaut. Wer das Formular ausfüllt und versucht abzuschicken, erhält lediglich eine Fehlermeldung. Die Kontaktaufnahme über das Formular ist unmöglich – immerhin für behinderte und nichtbehinderte Nutzer gleichermaßen.

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