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Hilfsmittel
Blinde und Sehbehinderte am Computer

07.09.2004

Blinde und sehbehinderte Menschen nutzen spezielle Hardware- oder Softwareprodukte, um am Computer arbeiten zu können. Welches Hilfsmittel jeweils geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: In erster Linie von der jeweiligen Seheinschränkung, aber auch von den Vorkenntnissen und zu bewerkstelligenden Tätigkeiten des PC-Nutzers. Wir informieren über die wichtigsten Computerhilfsmittel.

Ausführliche Hilfsmittel-Informationen und Produkttestergebnisse erhalten Sie auf den Internetseiten des "Informationspools Computerhilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte", kurz: INCOBS.

Auf dieser Seite:

Blinde Menschen am Computer

Screenreader - Braillezeile - Sprachausgabe

Foto eines Arbeitsplatzes für einen blinden MitarbeiterBlinde Menschen haben nicht die Möglichkeit einer visuellen Erfassung von Bildschirminhalten und greifen daher bei der Arbeit am Computer auf ihre taktile und akustische Wahrnehmung zurück. Möglich wird dies durch die Hilfsmittel Screenreader, Braillezeile und/oder Sprachausgabe.

Der Screenreader ist ein sehr komplexes "Bildschirmausleseprogramm". Diese Software interpretiert die Bildschirminformationen (z.B. Texte, Grafiken oder den Bildschirmaufbau) und gibt sie an Ausgabemedien wie Braillezeilen und Sprachausgaben weiter. Die INCOBS-Seiten stellen detaillierte Informationen zu Screenreadern bereit.

Das Bild zeigt die Nahaufnahme einer PC-Tastatur auf einer BraillezeileBraillezeilen sind wichtige Hardwarekomponenten des Computerarbeitsplatzes für Blinde. Sie nehmen die Informationen des Screenreaders auf und geben sie in der Blindenpunktschrift Braille, die von einem trainierten Leser mit den Fingerkuppen ertastet wird, wieder. Die Punkte werden auf einer Braillezeile als erhabene Stifte gesetzt, womit ein veränderlicher Inhalt angezeigt werden kann. Braillezeilen haben heute 20, 40 oder 80 zeilenförmig angeordnete Module, die eine entsprechend lange Textzeile anzeigen. Neben dieser eigentlichen Braillezeile sind häufig noch zusätzliche Braillemodule angebracht, mit denen Statusinformationen, die Cursorposition etc. angezeigt werden. Die INCOBS-Seiten bieten ausführliche Informationen zu Braillezeilen.

Sprachausgaben setzen den auf dem Bildschirm sichtbaren Text in Sprache um - lesen ihn gewissermaßen vor. Es gibt Sprachausgaben als Software oder Hardware (Steckkarte). Der Nutzer kann Sprachgeschwindigkeit, Lautstärke, Tonhöhe und Satzmelodie nach seinen individuellen Bedürfnissen einstellen.

Auch hier bieten die INCOBS-Seiten umfangreiche Informationen zu Sprachausgaben.


Sehbehinderte Menschen am PC

Großbildsystem und Sprache

Frau vor einem Monitor mit Großbildsystem.Sehbehinderte Menschen nutzen für die Arbeit am Computer sogenannte Großbildsysteme, die das Computerbild pixelweise vergrößern. Es handelt sich dabei um eine Software- bzw. Hardwarelösung (Steckkarte).

Der vergrößerte Bildausschnitt kann individuell über den Monitor gesteuert werden. Damit die Vergrößerung optimal genutzt werden kann, empfiehlt sich ein größerer Monitor (21"). Großbildsysteme haben in der Regel spezielle Lupen, Möglichkeiten der besonderen Farb- und Kontrasteinstellung sowie Dokumentlesefunktionen, die für Sehbehinderte von großem Vorteil sein können.

Häufig nutzen Sehbehinderte auch Funktionen, die ihnen das Betriebssystem (z.B. Windows) liefert. Dort kann zum Beispiel die System-Schriftgröße an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Auch ein Kontrast-Modus steht für verschiedene Schriftgrößen zur Verfügung. Viele Sehbehinderte nutzen diese Funktionen ausgiebig.

Bei hochgradiger Sehbehinderung wird häufig ein Großbildsystem mit einer Sprachausgabe kombiniert. Durch diese kann sich der Anwender den Text vom Bildschirm vorlesen lassen. Auch Sprachausgaben werden entweder als Software oder Steckkarte vertrieben.

Die INCOBS-Seiten bieten ausführliche Informationen über Grossbildsysteme (insbesondere Vergrößerungssoftware).


Im Internet: Webreader

Um im Internet zu surfen, benutzen Blinde und Sehbehinderte eine spezielle Software: Die sogenannten Webreader. Hierbei handelt es sich um eine Art "Spezialbrowser", der ähnlich wie ein Screenreader die Bildschirminformationen (grafische Elemente, Struktur) einliest und an die Ausgabemedien Braillezeile oder Sprachausgabe weitergibt. Manchmal sind Webreader bereits in einem Screenreader integriert. Andere Produkte werden als selbständige Software genutzt.

Autorin: Michaela Freudenfeld
Veröffentlicht am
10.02.2003