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95plus-Kreis
BIK testet gemeinsam mit Web-Agenturen – Erprobungsphase des 95plus-Kreises angelaufen

26.02.2010

14 Web-Agenturen beginnen gemeinsam mit BIK die Nutzung des BITV-Tests und helfen damit gleichzeitig, das Verfahren fortlaufend an die technischen Neuerungen des Web-Designs anzupassen.

Der BITV-Test ist inzwischen ein weithin anerkanntes Werkzeug zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Web-Angeboten. Genutzt wird er vom BIK-Projekt für die „Tests des Monats“ sowie für Auftragstests. Viele Web-Agenturen und Experten nutzen ihn aber auch regelmäßig in der Form der Selbstbewertung, um die Barrierefreiheit eigener oder fremder Angebote schon während der technischen Umsetzung zu prüfen.

Verbreiterung der Anwenderbasis

Das BIK-Projekt verfolgt das Ziel, die Anwenderbasis des BITV-Tests zu verbreitern und damit den positiven Einfluss des Tests auf die Zugänglichkeit von Websites auch außerhalb des Geltungsbereiches der BITV des Bundes und der Länder zu erhöhen. Gleichzeitig muss natürlich sichergestellt sein, dass der Qualitätsmaßstab – die hohe Verlässlichkeit der Resultate durch Tandemtests und die Qualitätssicherung durch die BIK Testentwicklung – erhalten bleibt.

Ein Weg zu der angestrebten Verbreiterung der Anwenderbasis ist die Schaffung und kontinuierliche Unterstützung von externen BIK-Prüfstellen. Diese können sowohl bei den Verbänden von Menschen mit Behinderungen angesiedelt sein als auch - zukünftig - bei den Web-Agenturen der 95plus Liste, die in ihren Angeboten Barrierefrieheit praktisch umsetzen.

Die zwei Beine der Testentwicklung

Der schnelle technische Fortschritt des Webs bedeutet, das das Prüfinstrument, der BITV-Test, ständig an die sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden muss: neue Browser- und Screenreader-Versionen, neue Standards wie WAI ARIA und HTML 5, und neue dynamische Techniken der Webseitengestaltung.

Um da mitzukommen, muss eine erfolgreiche Testentwicklung auf zwei Beinen stehen. Zum einen braucht sie den engen Kontakt zu Hilfsmittel-Nutzern, um die Anforderungen des Tests praktisch abzusichern. Zum anderen braucht sie den engen Kontakt zu Web-Entwicklern, die versuchen, die sich ständig weiterentwickelnden Techniken in der praktischen Arbeit barrierefrei einzusetzen.

Das 'erste Bein' bieten die BIK Projektpartner, die Blinden- und Sehbehindertenverbände DBSV und DVBS sowie die Landesverbände BVSH (Hamburg) und BVN (Niedersachsen). Über sie und die Berater des BIK-Moduls BIK@work, welche die BITV in die Betriebe tragen, hält die BIK Testentwicklung engen Kontakt zu Nutzern mit Behinderungen, die Hilfsmittel wie Screenreader und Vergrößerungssoftware einsetzen. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit dem Projekt INCOBS Hilfsmitteltests durchgeführt, um zu prüfen, was von den neuen Techniken und Standards wie WAI ARIA bei den Hilfsmittel-Nutzern tatsächlich 'ankommt'.

Der 95plus-Kreis

Um das 'zweite Bein' zu stärken, also den Kontakt zu kompetenten Web-Entwicklern zu intensivieren, hat BIK den 95plus-Kreis ins Leben gerufen. Eingeladene Webagenturen und BIK wenden in einer Erprobungsphase den BITV-Test gemeinsam an.

Ein wichtiger Nutzen für die Testentwicklung und die Beratungspraxis ist das direkte Feedback aus der Design- und Entwicklungs-Praxis der Agenturen. Das gemeinsame Testen von Websites und die Besprechung der auftretenden Prüfprobleme in der Abstimmungsphase des Tests und in den gemeinsamen Workshops hilft, die Praxistauglichkeit des BITV-Tests nachhaltig sicherstellen. Dies ist umso wichtiger, als immer mehr Websites dynamische Webtechniken (Stichwort AJAX) nutzen, welche die praktische Prüfbarkeit erschweren.

Die Teilnehmer der Erprobungsphase

Für die einjährige Erprobungsphase hat BIK 15 kompetente Web-Agenturen aus der 95plus-Liste eingeladen, von denen 14 ihre Teilnahme zugesagt haben:

Stufen der Zusammenarbeit

In ihrer Zusammenarbeit nutzen BIK und die jeweilige Agentur den abschließenden BITV-Test (Tandemtest). Dabei gibt es drei Stufen:

  1. Prüfung von selbstentwickelten Angeboten der Agentur: BIK stellt die erste Prüferin, die Agentur taucht im Report nicht auf.
  2. Prüfung von selbstentwickelten Angeboten der Agentur: Die Agentur stellt den ersten Prüfer und taucht nun im Report auf. BIK hat das letzte Wort in der Qualitätssicherung.
  3. Prüfung von Angeboten Dritter: Die Agentur kann Prüfinstitut werden und nun zusammen mit BIK Seiten Dritter prüfen. Hierzu wird ein Kooperationsvertrag geschlossen. BIK behält das das letzte Wort in der Qualitätssicherung.

Nach Abschluss der Erprobungsphase wird BIK entscheiden, ob die Zusammenarbeit mit Agenturen weiter auf Einladung hin geschieht oder allgemeine Voraussetzungen (etwa die Aufnahme in die 95plus Liste) definiert werden, so dass die Teilnahme dann grundsätzlich allen geeigneten Partnern offen steht. Dies hängt nicht zuletzt ab vom Grad der Nachfrage und den verfügbaren Ressourcen für die Qualitätssicherung.

Ergebnisse des ersten Workshops des 95plus-Kreises

Der erste Workshop des 95plus-Kreises fand am 5. Februar 2010 in Berlin bei der Agentur Aperto statt. Nach der Vorstellung des Prüfverfahrens ging es um Modalitäten der Zusammenarbeit. Am Nachmittag stellte BIK die Überarbeitung des BITV-Tests vor, die sich am Entwurf der BITV 2 orientiert. Abschließend gab es eine lebhafte Diskussion zur Behandlung von JavaScript im Prüfverfahren. Hintergrund: Die WCAG 2.0, an die sich die zukünftige BITV 2 eng anlehnen wird, verlangen nicht länger, dass Websites auch ohne JavaScript funktionieren müssen, solange alle eingesetzten Techniken 'accessibility-supported' sind (die deutsche Übersetzung der WCAG 2.0 übersetzt hier etwas unbeholfen 'Barrierefreiheit unterstützend').

Die Ergebnisse der Diskussion lassen sich nachlesen im Protokoll des ersten Workshops des 95plus-Kreises.